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Der Start für die reguläre Saison 2020/21 in der NHL ist für den 13. Januar vorgesehen. Zur Einstimmung präsentiert NHL.com/de eine Serie mit den drei wichtigsten Fragen, mit denen sich die 31 Teams auseinandersetzen müssen.

In dieser Ausgabe: Arizona Coyotes
Erstmals seit ihrer Standort-Umbenennung von Phoenix in Arizona qualifizierten sich die Coyotes vergangene Saison für die Postseason. Dort setzte sich die Mannschaft von Trainer Rick Tocchet in der Qualifizierungsrunde mit 3:1 gegen die Nashville Predators durch. Im Duell mit den Colorado Avalanche war allerdings Endstation. In der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs unterlagen die Arizona Coyotes bei einem Sieg und vier Niederlagen.
Nachdem die Coyotes in den sieben Spielzeiten zuvor die Playoffs verpasst hatten, könnte die bevorstehende Saison richtungsweisend sein. Kann die Franchise die Entwicklung fortsetzen und sich als Playoff-Mannschaft etablieren? Oder war die vergangene Spielzeit eher eine positive Ausnahme?
Dies hängt nicht zuletzt von den folgenden drei Antworten ab.
Wird Kessel seine Form finden und Hall ersetzen?
Die positive Entwicklung der Coyotes hing vergangene Saison vor allem mit einem Spieler zusammen: Taylor Hall. Erst im Dezember 2019 von den New Jersey Devils verpflichtet, überzeugte der Offensivspieler sofort als Scorer und als Leader. Gleichwohl war der Abstecher des Kanadiers nur von kurzer Dauer. Nach Saisonende lief der Vertrag aus, sodass Hall sich den Buffalo Sabres anschloss.
Umso mehr Last liegt nun auf Phil Kessel, der mit den Pittsburgh Penguins zwei Mal den Stanley Cup gewann und im Juni 2019 zu den Coyotes gewechselt war. Das Problem ist: In seiner ersten Saison im Dienst von Arizona konnte der 33-Jährige nur bedingt überzeugen. Bei 14 Toren und 24 Assists war der Flügelstürmer in der regulären Saison längst nicht so effektiv wie einst in Pittsburgh. Schlimmer noch: In den Playoffs bekam er in neun Spielen lediglich ein Tor und drei Assists zustande.
Da die Coyotes vor allem in der Offensive jung besetzt sind und in der Offseason keinen echten Hochkaräter verpflichtet haben, ist Kessel doppelt gefordert. Er muss verlässlich scoren, soll aber den jüngeren Mitspielern wie Nick Schmaltz (24 Jahre), Clayton Keller (22) oder Christian Dvorak (24) auch als Anführer dienen.
Kurzum: Er muss das hinbekommen, was Hall mit Bravour gemeistert hat.

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Kann General Manager Bill Armstrong eine Meister-Mannschaft formen?

Der größte neue Hoffnungsträger der Coyotes ist nicht auf dem Eis zu finden, sondern im Front Office. Bill Armstrong wurde im September zum neuen General Manager ernannt. Der 50-Jährige bekleidet zwar erstmals diese Funktion, ist allerdings keineswegs unerfahren. Als Assistent des General Managers hatte er großen Anteil am Stanley Cup-Sieg der St. Louis Blues im Jahre 2019. Selbiges soll nun in Arizona gelingen.
"Ich habe drei Championships auf drei verschiedenen Levels in drei verschiedenen Funktionen gewonnen", sagt er. Gemeint ist sein Memorial-Cup-Gewinn 1990 als Spieler mit den Oshawa Generals, der Calder Cup-Gewinn 1999 als Assistenztrainer mit den Providence Bruins und der Stanley Cup-Triumph 2019. "Ich bin auch hierhergekommen, um die Meisterschaft zu gewinnen", stellt er klar. Sein Erfolgsprinzip klingt simpel: "Wenn du die richtigen Leute verpflichtest und die passenden Spieler findest, wirst du gewinnen."
Nun muss er diesen Worten allerdings auch Taten folgen lassen.

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Sind Kuemper und Raanta erneut ein sicherer Rückhalt?
Die große Stärke der Coyotes war vergangene Saison die Defensive. Lediglich 183 Gegentore waren der drittbeste Wert der NHL. Das lag vor allem an den beiden Goalies: Darcy Kuemper und Antti Raanta.
Kuemper parierte in der vergangenen Saison 92,8 Prozent aller Schüsse und kassierte im Schnitt lediglich 2,22 Gegentreffer pro Spiel. Mit beiden Werten belegte er vergangene Saison Platz 3 in der NHL. Raanta steht mit einer Save-Quote von 92,1 Prozent auf Platz 8.
Da der Angriff (letzte Saison Platz 23) zumindest auf dem Papier nicht so stark besetzt ist, dass ein Offensiv-Feuerwerk zu erwarten ist, muss wohl auch kommende Saison die Defensive und somit das Torwart-Duo funktionieren. Positiv ist, dass sich die Einsatzzeiten unter den beiden Schlussleuten gerecht aufteilen lassen, sodass Formschwankungen gut zu überwinden sind.

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Leider aber, und das ist die Kehrseite der Medaille, hingegen die Rotationen im Tor auch mit der Verletzungsproblematik zusammen. Kuemper, der wohl als Nummer 1 in die Saison gehen wird, erlitt vergangene Saison eine Unterkörperverletzung. Zu diesem Zeitpunkt war er mit einem Gegentorschnitt von 1,97 sogar die Nummer 2 der NHL hinter Tristan Jarry von den Pittsburgh Penguins. Auch Raanta hat immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Abgesehen von der Spielzeit 2017/18 absolvierte er in sechs von sieben Spielzeiten niemals mehr als 33 Saisonspiele.
Heißt also: Die Torhüter müssen gesund bleiben und an ihre Vorjahresleistung anknüpfen, möchten die Coyotes in den Playoffs wieder auf dem Eis stehen.