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Langsam scheinen die Edmonton Oilers mit Leon Draisaitl ins Rollen zu kommen. Am Dienstag gewann das Team im heimischen Rogers Place gegen die Seattle Kraken mit 5:2 und feierte damit seinen vierten Sieg in Serie. Die Top-Reihe mit Zach Hyman (0-3-3), Draisaitl (0-2-2) und Connor McDavid (1-0-1) hatte daran einmal mehr entscheidenden Anteil.

Nachdem die Oilers in einer Zeitspanne von Silvester bis zum 9. Januar eine enttäuschende Bilanz von 1-3-1 vorzuweisen hatten, und Gefahr liefen die K.o.-Phase im Frühjahr zu verpassen, wirkt die Mannschaft seither wesentlich energischer und konzentrierter. Bei den vier Erfolgen seither (4-0-0) erzielten sie die meisten Tore (22) aller 32 Teams in der Liga und gaben die meisten Torschüsse pro Spiel ab (41,0).
"Wir legen großen Wert darauf, richtig zu verteidigen, und ich denke, wir haben heute Abend eine Menge guter Dinge in dieser Richtung getan", freute sich Trainer Jay Woodcroft nach der Begegnung. "Wir sind in der Lage, einem Gegner, der in der Liga vor uns steht, zwei Punkte abzunehmen", lautete sein zufriedenes Fazit.
Der doppelte Punktgewinn gegen Seattle sorgte dafür, dass die Oilers mit jetzt 53 Punkten aus 46 Spielen zwar immer noch hart um eine Teilnahme an den kommenden Stanley Cup-Playoffs kämpfen müssen, die Ausgangslage inzwischen aber durchaus vielversprechend aussieht.
Gegenüber den Calgary Flames verfügt Edmonton beim Rennen um den ersten Wildcard-Platz zwar nur über einen Vorsprung von zwei Zählern, doch der Schwung, den die Mannschaft inzwischen aufgenommen zu haben scheint, sollte allen Beteiligten frischen Mut für eine stärkere zweite Saisonhälfte machen.

EDM 5, SEA 2

Die drei Punkte Rückstand in der Tabelle hinter den Kraken und Los Angeles Kings (jeweils 56) und sogar die fünf Zähler Abstand zu den führenden Vegas Golden Knights erscheinen, wenn sich das Team auch in den kommenden Tagen und Wochen so präsentiert wie zuletzt, nicht unüberbrückbar. Ein glückliches Ende beim Rennen um einen der Top-Plätze in der Pacific Division wird für die Oilers dann von Erfolg zu Erfolg realistischer.
Gegen die Kraken begann der Abend aus Sicht der Hausherren unglücklich. Daniel Sprong erzielte bei einem Powerplay nach 3:11 Minuten des ersten Drittels die 1:0-Führung für die Gäste. Sein Pass, der für Jordan Eberle bestimmt war, wurde vom Schläger des Oilers-Verteidigers Darnell Nurse abgefälscht.
Doch die Gastgeber zeigten sich in der Folgezeit unbeeindruckt. Kapitän McDavid glich in der 15. Minute zum 1:1 aus. Er lief in dieser Szene durch die neutrale Zone, erreichte die blaue Linie, nachdem Verteidiger Justin Schultz nach einem leichten Zusammenstoß mit Hyman zu Fall gekommen war, und traf vom linken Kreis aus in die Maschen.
"Ich denke, wir haben gut auf den Rückstand reagiert", lautete dann auch das Fazit von Hyman. "Sie haben den ersten Treffer erzielt, aber ich denke, unsere Reaktion war wirklich gut. Mir gefällt die Art und Weise, wie wir sie in der Folgezeit in die Defensive gedrängt haben. Ich denke, wir haben den Puck gut verwaltet."
McDavid, der mit 38 Toren in dieser Saison die Liga anführt, hat in den letzten acht Spielen zwölf Punkte (sechs Tore, sechs Assists) erzielt. Zugleich verlängerte er seine laufende Punkteserie auf acht Spiele (6-6-12). Dies ist, gemeinsam mit der von Bo Horvat (4-5-9 in 8 Spielen), die längste aktive Erfolgsserie in der Liga. Der Kapitän der Oilers käme damit am Ende der Spielzeit 2022/23 auf 68 Tore in der Hauptrunde. Dies wären so viele Treffer, wie sie kein anderer Spieler seit Mario Lemieux in der Saison 1995/96 (69 in 70 Spielen mit PIT) mehr erzielen konnte.

SEA@EDM: McDavid haut ihn unter die Latte

Was diese Zahlen McDavids noch beeindruckender macht: Von den fünf Spielern, die in den letzten 27 Jahren 60 Tore erzielten, hatten zu diesem Zeitpunkt lediglich zwei so viele Treffer wie Connor McDavid (38 in 46 Spielen) vorzuweisen: Jaromir Jagr (40 1995/96 mit Pittsburgh) und Mario Lemieux (47 1995/96 mit Pittsburgh).
Derek Ryan brachte Edmonton am Dienstag in der 24. Minute mit 2:1 in Führung. Warren Foegele gelang nach 12:30 Minuten im Mitteldrittel das 3:1, als er einen Abpraller mit der Rückhand ins Tor beförderte, während er im Getümmel vor dem Tor auf dem Eis saß.
Vince Dunn verkürzte 22 Sekunden nach Beginn des dritten Spielabschnitts mit einem Handgelenkschuss auf 2:3. Hyman wurde kurz darauf der Treffer zum 4:2 in der 42. Minute gutgeschrieben. Zittern mussten Draisaitl und seine Mitstreiter in der Folgezeit nicht mehr, was auch daran lag, dass Ryan McLeod mit einem Abpraller am rechten Pfosten für den Treffer zum Endstand (50.) sorgte.
"Wir kassieren keine einfachen Tore mehr, so wie früher. Es ist einfach dieser konstante Druck, mit dem wir versuchen, es ihren Verteidigern schwerer zu machen und einen guten Rhythmus mit allen Stürmern zu finden", lautete das Erfolgsrezept in den Augen von Warren Foegele.
Erstmals seit 70 Tagen Verletzungspause wieder mitwirken konnte gegen Seattle Edmontons Stürmer Evander Kane, der an diesem Abend sieben Torschüsse abgab, aber punktlos blieb. "Ich denke, ich darf von mir selbst nach der Pause noch nicht zu viel erwarten. Das Team hat gut gespielt, und wir haben zwei Punkte gegen ein wirklich gutes Team geholt. Ich hatte heute Abend meine Chancen, was positiv war, und ich versuche einfach, darauf aufzubauen."
Ihre Erfolgsserie fortsetzen wollen die Oilers am Donnerstag (9 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 3 Uhr MEZ), wenn die Tampa Bay Lightning ihre Visitenkarte in Edmonton abgeben werden.