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Doppelter MVP! Draisaitl räumt ab

Deutscher gewinnt auch die Hart Trophy und den Ted Lindsay Award als wertvollster NHL-Spieler

von Christian Rupp / NHL.com/de Freier Autor

Leon Draisaitl ist der wertvollste NHL-Spieler der Saison 2020/21! Und das wurde gleich doppelt bestätigt: Der 24-jährige Kölner gewann sowohl die prestigeträchtige Hart Memorial Trophy als auch den renommierten Ted Lindsay Award. Mit insgesamt nun drei individuellen Auszeichnungen schrieb der Mittelstürmer von den Edmonton Oilers deutsche Eishockey-Geschichte.

Journalisten und Spieler einig: Draisaitl ist der Beste

Am Montagabend (Ortszeit) gab die NHL bekannt, dass Draisaitl bei den NHL Awards mit der Hart Trophy und dem Ted Lindsay Award gleich doppelt abräumt. Beide Auszeichnungen werden an den wertvollsten Spieler der regulären Saison vergeben. Erstere wird von der Professional Hockey Writers' Association, Letztere von der Spielergewerkschaft NHLPA verliehen. Journalisten, Mit- und Gegenspieler waren sich also einig: Draisaitl ist der beste Spieler der Saison 2019/20.

"Das ist natürlich etwas besonderes", freute sich Draisaitl über die Auszeichnungen. "Jede persönliche Auszeichnung ist etwas besonderes und es ist eine große Ehre, egal was für eine Auszeichnung. Dafür arbeitet man hart und es helfen einem auch so viele Leute auf dem Weg und so vieles muss genau richtig laufen, deshalb ist das natürlich eine große Ehre für mich."

 

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Eine herausragende Saison

Dass einmal ein Deutscher derart prestigeträchtige Auszeichnungen abräumen würde, galt vor wenigen Jahren noch als utopisch. Draisaitl aber zeigte es in dieser Saison allen: Mit 110 Scorerpunkten war der 1,89 Meter große Linksschütze mit Abstand der beste Scorer der Liga (13 Punkte vor Teamkollege Connor McDavid). Auch gab er die meisten Assists (67), sammelte die meisten Powerplay-Punkte (44), Siegtore (10, gleichauf mit David Pastrnak von den Boston Bruins) und hatte die meiste Eiszeit unter den Stürmern (im Schnitt 22:37 Minuten pro Spiel).

"Das liegt für uns Athleten irgendwie in der Natur der Sache", so Draisaitl mit Blick auf seine Verbesserung von einer bereits sehr starken Saison 2018/19 mit 105 Punkten (50 Tore, 55 Assists). "Das versuchen wir jede Saison wieder. Das ist unsere Einstellung und danach strebt denke ich jeder Spieler. Manchmal klappt das, manchmal nicht."

Doch Draisaitl drückte nicht nur spielerisch seinen Stempel auf, sondern übernahm auch Verantwortung auf dem Eis und in der Kabine: In dieser Saison trug er als Assistenz-Kapitän das "A" auf dem Trikot und riss in allen wichtigen Situationen zusammen mit McDavid das Spiel an sich.

Video: Top 5 Spielzüge von 2018/19: Leon Draisaitl

Draisaitl in einem illustren Kreis

Mit dem Gewinn der Hart tritt Draisaitl in die Fußstapfen von Nikita Kucherov (2019), Taylor Hall (2018), McDavid (2017), Patrick Kane (2016), Carey Price (2015), Sidney Crosby (2014), Alex Ovechkin (2013), Evgeni Malkin (2012), Corey Perry (2011) und Henrik Sedin (2010), die den Pokal in den letzten zehn Jahren abräumten. Rekord-Gewinner ist Wayne Gretzky mit insgesamt neun Titeln - acht davon in Folge zwischen 1980 und 1987.

Der Ted Lindsay Award ging seit dessen Umbenennung zuvor an Kucherov (2019), McDavid (2018 und 2017), Kane (2016), Price (2015), Crosby (2014, 2013), Malkin (2012), Daniel Sedin (2011) und Ovechkin (2010).

Video: Draisaitl über die Hart Trophy und den Lindsay Award

2020 setzte sich Draisaitl in beiden Kategorien gegen Nathan MacKinnon von den Colorado Avalanche und Artemi Panarin von den New York Rangers durch.

"Das bedeutet mir viel", so Draisaitl. "Natürlich bedeutet es einem immer viel, wie einen die Spieler sehen, gegen die man jeden Abend spielt und kämpft und es ist schön von ihnen diese Anerkennung zu bekommen. Das bedeutet mir viel. Danke, dass ihr für mich gestimmt habt."

 

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Aus der Domstadt auf den Eishockey-Thron

Der gebürtige Kölner spielte Schüler-Bundesliga beim Kölner EC und dem Mannheimer ERC und wurde dann in der DNL bei den Jungadlern Mannheim weiter ausgebildet. Schon 2012 wagte Draisaitl den Sprung nach Nordamerika und lief zwei Jahre für die Prince Albert Raiders in der kanadischen Juniorenliga WHL auf. Im NHL Draft 2014 wählten die Oilers den Center in der 1. Runde an insgesamt 3. Stelle aus. Ein Glücksgriff: In seiner sechsten NHL-Saison bestieg Draisaitl den NHL-Thron und wurde neben der Hart Trophy, dem Ted Lindsay Award auch mit der Art Ross Trophy für den Top-Scorer der Hauptrunde gekrönt.

Er ist der erste Deutsche in der NHL-Geschichte, der diese renommierten Auszeichnungen erhielt und der zweite Deutsche nach Dirk Nowitzki (NBA 2007), der in einer der amerikanischen Profiligen zum wertvollsten Spieler einer Saison gewählt wurde.

"Das ist für mich natürlich großartig", erklärte Draisaitl. "Dirk ist natürlich jemand zu dem ich aufschaue, jemand den ich bewundere, wie er auftritt und was er erreicht hat, alles was man als Profisportler in Nordamerika erreichen kann. Deshalb war er schon immer jemand, den ich bewundert habe und es ist eine große Ehre für mich mit ihm in einem Atemzug genannt zu werden."
 

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