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Am kommenden Samstag, den 1. Juli 2023, beginnt in der NHL die heiße Wechselfrist. Alle vertragslosen Spieler können dann mit neuen Teams verhandeln und neue Kontrakte abschließen. Die sogenannten UFAs (unrestricted Free Agents) sind hierbei besonders begehrt, da sie keinerlei Beschränkungen bei einem Wechsel unterliegen. NHL.com/de blickt auf die zehn besten Akteure, die auf dem freien Markt verfügbar sind.

1. Dimitry Orlov

Die Boston Bruins sicherten sich in der vergangenen Saison die Dienste des russischen Verteidigers, der zuvor in der NHL nur für die Washington Capitals aktiv war. Boston erhoffte sich dadurch einen weiteren Schub und noch größere Chancen auf den Titel. Der Playoff-Lauf der in der Hauptrunde dominanten Bruins endete jedoch schon in der ersten Runde.

Orlov ist einer der Verteidiger, die viel Eiszeit nehmen, sowohl in der eigenen als auch in der gegnerischen Zone überzeugen können und so in jedem NHL-Team eine Top-Vier-Rolle einnehmen kann. Mit 31-Jahren dürfte Orlov auf der Suche nach einem gut dotierte, langfristigen Vertrag sein. Eine Verlängerung in Boston ist nicht ausgeschlossen, doch die Bruins dürften sich den Cap Hit des Verteidigers genau überlegen.

Wo auch immer Orlov landet, mit 31 Jahren und 709 NHL-Spielen dürfte er jeder Franchise gut zu Gesicht stehen.

Orlov UFA closeup

Wie auch Orlov wurde Ryan O'Reilly in der Vorsaison zur Trade Deadline an einen Titelanwärter abgegeben. Die St. Louis Blues erhielten von den Toronto Maple Leafs die für den Neuaufbau wichtigen Draftpicks und Toronto wollte mit O'Reilly einen Angriff auf den Titel starten.

Der Center wusste mit elf Punkten (4 Tore, 7 Vorlagen) in der Hauptrunde, für Toronto, zu überzeugen und stellte auch in den Playoffs eine klare Verstärkung dar (11 Spiele, 3 Tore, 6 Vorlagen). Eine Verlängerung bei den Maple Leafs scheint, aufgrund deren Cap-Situation, nahezu ausgeschlossen. Als Top-Center unter den UFAs dürfte O'Reilly von vielen Teams begehrt und entsprechend teuer sein.

Eine weitere Deadline-Day-Verstärkung der Bruins findet sich mit Tyler Bertuzzi unter den Top UFAs. Der Angreifer konnte sich mit den Detroit Red Wings nicht auf eine Verlängerung einigen und wurde als kurzfristige Verstärkung an die Bruins abgegeben. Dort war er besonders in den Playoffs (7 Spiele, 5 Tore, 5 Vorlagen) sehr produktiv und konnte sich für ein weiteres Engagement empfehlen. Mit erst 28 Jahren ist Bertuzzi im perfekten Eishockey und seine harte Spielweise würde optimal zu den Bruins passen.

Der vermutlich lange Vertrag und die entsprechend hohen Gehaltsforderungen könnten jedoch dafür sorgen, dass sich die Wege von Bertuzzi und Boston nach nur wenigen Spielen trennen.

Unter normalen Umständen wäre Patrick Kane vermutlich auf dem ersten Rang der UFAs gelandet, doch eine Hüft-Operation könnte den Angreifer bis November oder länger außer Gefecht setzen. Gleichwohl sind die Leistungen des 34-jährigen so stark, dass sich auch mit diesem Fragezeichen einige Mannschaften finden dürften, die ihn unter Vertrag nehmen wollen.

Für die New York Rangers, die Kane als Verstärkung zur Trade-Deadline von den Chicago Blackhawks verpflichteten dürften die Konditionen nur schwer zu erfüllen sein. Kane müsste erhebliche Gehaltseinbußen hinnehmen und New York müsste schwere Entscheidungen bei den anstehenden Verlängerungen von K'Andre Miller und Alexis Lafreniere treffen. Ein unwahrscheinliches Szenario.

NYR@NJD, Sp2: Kane haut die Scheibe rein

Neben Kane sicherten sich die Rangers auch die Dienste von Vladimir Tarasenko zum Deadline Day. Ein weiterer Rechtsaußen, der nur als kurzfristige Verstärkung nach New York wechselte. Der 31-jährige dürfte auf einen großen und langen Vertrag hoffen. Seine 270 Tore und 304 Vorlagen in 675 NHL-Spielen dürften dabei ein gutes Argument sein.

Für die Rangers ist eine Weiterverpflichtung des Stürmers noch unwahrscheinlicher als die von Kane. Entsprechend dürfte der Kampf um Tarasenko, einen der besten verfügbaren Flügelspieler, sehr heiß werden.

Vor den Playoffs wäre Adin Hill vermutlich nicht einmal im erweiterten Kreis der Top UFAs genannt worden. Der Torhüter der Vegas Golden Knights wechselte eigentlich nur als Absicherung von den San Jose Sharks nach Vegas. Durch die Verletzung von Laurent Brossoit und den langfristigen Ausfall von Robin Lehner musste der 27-Jährige in den Playoffs in die Rolle des Nummer-Eins-Torhüters wachsen.

Hill wurde zum entscheidenden Faktor für die Golden Knights und stand nach 16 Partien, 93,2 Prozent parierten Schüssen und einem Gegentorschnitt von 2,17 als Stanley Cup Champion auf dem Eis. Einige Glanzparaden sicherten dabei den Weg zum Titel, so dass Vegas alle Hebel in Bewegung setzen, wird den Torhüter in der Glücksspielmetropole zu halten.

Besonders aufgrund der geringen Anzahl an verfügbaren Torhütern dürfte Hill auf einen Zahltag hoffen.

Ein Wandervogel der Liga ist als UFA auf dem Sprung und könnte seine siebte Station in der NHL ansteuern. Der Angreifer war bereits für die Arizona Coyotes, Montreal Canadiens, Columbus Blue Jackets, Carolina Hurricanes, Chicago Blackhawks und Dallas Stars aktiv. Seine 512 Punkte und 581 NHL-Spiele sind ein Argument für viele Teams die auf der Suche nach einem soliden Angreifer für die zweite Reihe sind.

Ein Top-Kandidat für die Verpflichtung von Domi könnten die Blackhawks sein, die Domi in der abgelaufenen Saison zu den Stars tauschten. Mit dem Nummer-Eins-Pick und vielen Talenten könnte Domi eine Führungsrolle einnehmen und den Aufbau mit anführen.

Der Erfolg der Golden Knights dürfte nicht nur für Interesse an Hill sorgen. Ein weiterer Gewinner des Teamerfolgs ist Ivan Barbashev. Der Angreifer, der zuvor sieben Spielzeiten bei den St. Louis Blues startete kam kurz vor der Deadline nach Las Vegas. In einer tief besetzten Mannschaft wusste er zu überzeugen und punktete sowohl in der Hauptrunde (16 Zähler, 23 Spiele), als auch in den Playoffs (18 Zähler, 22 Spiele) mehr als solide.

Mit 27 Jahren ist Barbashev im besten Alter und hat noch Potenzial für mehr. Sowohl für den Angreifer als auch für die Golden Knights war die Zusammenarbeit durchweg positiv. Eine Verlängerung wäre denkbar, dürfte aber von den Angeboten auf dem freien Markt abhängig sein.

FLA@VGK, Sp5: Barbashev haut ihn rein

Rechtsschießende Verteidiger sind ein rar gesätes Gut und entsprechend begehrt. Matt Dumba, im perfekten Defender-Alter von 28 Jahren, bringt zusätzlich noch offensives Potential, körperliche Spielweise und Führungsqualitäten mit.

Die Kombination dieser Eigenschaften dürfte den Preis für Dumba auf eine Höhe schrauben, die sich die Minnesota Wild, für die er seit 2013/14 aufläuft, nicht leisten können. Nahezu jedes andere Team mit Bedarf für einen Offensivverteidiger dürfte Interesse anmelden.

Den 37-jährigen Angreifer der Bruins nicht zu nennen, käme einer Majestätsbeleidigung gleich. Patrice Bergeron ist auch im gehobenen Eishockey-Alter noch über jeden Zweifel erhaben. 2022/23 punktete er in 78 Spielen 58-Mal (27 Tore, 31 Vorlagen) und führte Boston als Kapitän zur besten Saison aller Zeiten.

Besonders beim Erstrunden-Aus in den Playoffs wurde die Bedeutung von Bergeron für die Bruins deutlich. Der Veteran verpasste aufgrund eines Bandscheibenvorfalls vier der sieben Duelle mit den Florida Panthers. Wie die Serie mit einem fitten Bergeron geendet wäre, bleibt offen.

Sollte Bergeron auch 2023/24 in die NHL zurückkehren, wäre alles außer einem Vertrag mit den Bruins eine Überraschung. Es scheint, als ob der Angreifer nach dem frühen Ausscheiden noch eine Rechnung offen hat.