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Die Stanley Cup Playoffs 2020 sind Geschichte, doch sie bleiben aufgrund der Umstände historisch. Die Tampa Bay Lightning haben am Ende verdientermaßen im Rogers Place von Edmonton den Meistertitel gewonnen. NHL.com/de hat die zehn besten Momente der Postseason zusammengestellt und dabei besonders die deutschsprachigen Spieler in den Blick genommen.

10. Rieder setzt sich an die Spitze der Shorthander-Wertung
Die Szene aus Spiel 4 zwischen den Dallas Stars und den Calgary Flames in der ersten Playoff-Runde war symptomatisch für Tobias Rieder in dieser Postseason: Gedankenschnell spurtete der Stürmer der Flames im Penalty Killing in die gegnerische Zone und chippte den Puck auf Pass von Derek Ryan ins Netz. Der Treffer zum 4:3 für Calgary war sein dritter Shorthander in der Endrunde. Kein anderer Spieler traf nach dem Re-Start der NHL öfter in Unterzahl als der Landshuter. Er stellte damit sogar einen Rekord von Wayne Gretzky ein.
9. Greiss gelingt Shutout beim Showdown gegen Philadelphia
Video: NYI@PHI, Sp7: Griess führt mit Shutout Isles ins ECF
Mit einem Gala-Auftritt hat Torhüter Thomas Greiss seinen New York Islanders zum Einzug ins Eastern Conference Finale verholfen. Beim Showdown der zweiten Playoff-Runde gegen die Philadelphia Flyers war er nicht zu bezwingen. Mit 16 Paraden sicherte sich der Füssener beim 4:0-Erfolg in Spiel 7 seinen ersten und einzigen Shutout in der Endrunde. Leider war er ansonsten weitgehend nur Zuschauer hinter Starter Semyon Varlamov.
8. Raffl erster Torschütze der Flyers in der Postseason
Einen optimalen Start in die Platzierungsrunde der Eastern Conference erwischten Michael Raffl und die Philadelphia Flyers. In der ersten Partie bezwangen sie die Boston Bruins mit 4:1. Raffl zeichnete für die 1:0-Führung und somit das Premierentor seines Teams in der Postseason verantwortlich. Mit der Rückhand setzte er die Scheibe aus dem Slot in die Maschen. Später gelang ihm noch ein Assist. Trotz der zwei Scorerpunkte wird der Kärntner diese Partie auch in schmerzhafter Erinnerung behalten. Nachdem er sich in einen Gegenspieler verhakt hatte, krachte er in die Bande und schied verletzt aus.
7. Grabner erzielt sehenswerten Game-Winner
Eine bemerkenswerte Postseason spielte Michael Grabner von den Arizona Coyotes. Gleich im ersten Spiel der Qualifikationsserie gegen die Nashville Predators gelang ihm in Unterzahl der Game-Winner. Nach einem Alleingang legte er sich den Puck auf die Rückhand und setzte ihn gekonnt zum 4:1 unter die Latte. Der Villacher musste in der regulären Saison häufiger mit einem Platz auf der Tribüne vorliebnehmen. Nach dem Re-Start zählte er wieder zu den Stammspielern bei den Coyotes.
6. Kiviranta krönt märchenhaften Abend mit einem Hattrick
7:24 Minuten der Verlängerung im entscheidenden Spiel 7 der zweiten Playoff-Runde zwischen den Dallas Stars und den Colorado Avalanche waren vorüber, als Joel Kiviranta seinen märchenhaften Abend die Krone aufsetzte. Der Angreifer der Stars erzielte das Siegtor zum 5:4 und machte damit zugleich seinen ersten Hattrick in seiner noch jungen NHL-Laufbahn perfekt. Der Rookie war in dieser Begegnung nur deshalb zum Einsatz gekommen, weil sein Teamkollege Andrew Cogliano verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stand.
5. Point trifft in der fünften Verlängerung
Video: CBJ@TBL, Sp1: Points Overtime-Siegtor
Die Spieler der Tampa Bay Lightning und der Columbus Blue Jackets gingen in Spiel 1 ihrer Erstrundenserie bereits auf dem Zahnfleisch, als sich Brayden Point ein Herz fasste. Mit einem Handgelenkschuss fast von der blauen Linie jagte der Lightning-Angreifer den Puck in der fünften Verlängerung zum 3:2 in die Maschen. Damit versetzte er sich und seine Mannschaftskollegen nach 150:27 Spielminuten in einen kollektiven Jubelrausch. Er beendete das viertlängste Spiel in der NHL-Geschichte.
4. Stamkos feiert langersehntes Comeback
Auf diesen Augenblick hatte Steven Stamkos lange hingearbeitet: In Spiel 3 gegen die Stars feierte der Kapitän der Lightning sein Comeback nach mehrmonatiger Verletzungspause. Im März musste er sich einer Rumpfmuskel-OP unterziehen und kurz vor Beginn des Trainingscamps zog er sich eine Verletzung im unteren Körperbereich zu. Dass Stamkos sein Handwerk nicht verlernt hatte, stellte er nach nicht einmal sieben Minuten unter Beweis. Nachdem der Center den Puck auf der rechten Seite erobert hatte, steuerte er entschlossen aufs Stars-Gehäuse zu und versenkte ihn zum 2:0 im Netz. Das Comeback währte jedoch nur 2:47 Minuten. Nach fünf Wechseln ging es für Stamkos nicht mehr weiter.
3. Perry macht das Finale noch einmal spannend und Pavelski schreibt Geschichte
Video: DAL@TBL, Sp5: Perry trifft in 2OT mit zweitem Tor
Nicht nur die Lightning wissen, wie man Spiele in der Verlängerung entscheidet, sondern auch die Stars. Mit seinem Treffer zum 3:2 in der zweiten Verlängerung in Spiel 5 machte Corey Perry das Stanley Cup Finale noch einmal spannend. Nach einem geblockten Schuss von John Klingberg stocherte er die Scheibe im Gewühl über die Linie und verschob die Siegesfeierlichkeiten im Lager der Lightning um zwei Tage. Zuvor hatte sich Teamkollege Joe Pavelski mit dem 61. Playoff-Treffer seiner Karriere, dem Ausgleich zum 2:2, zum erfolgreichsten in den USA geborenen Spieler in dieser Kategorie gemacht.
2. Dumba hält bewegende Rede gegen Rassismus
Eine bewegende Zeremonie gab es vor dem Auftaktmatch der Qualifikationsserie zwischen den Edmonton Oilers und den Chicago Blackhawks im Rogers Place. In einer emotionalen Rede sprach sich Mathew Dumba im Namen der NHL und der Hockey Diversity Alliance gegen Rassismus und für Gerechtigkeit aus. Bei der US-Nationalhymne kniete sich der Verteidiger der Minnesota Wild nieder. Die Spieler beider Mannschaften umringten ihn. Torhüter Malcolm Subban von den Blackhawks und Darnell Nurse von den Oilers legten Dumba eine Hand auf die Schulter. Im späteren Verlauf der Playoffs wurden zwei Spieltage aus Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA kurzfristig abgesagt. Ebenfalls einmalig.
1. Der Lightning-Kapitän stemmt den Stanley Cup in die Höhe
Eingerahmt von den Spielern der Lightning übergab NHL-Commissioner Gary Bettman den Stanley Cup an Kapitän Stamkos, der ihn freudestrahlend in die Höhe stemmte. Wenige Minuten zuvor hatte sich Tampa Bay mit 2:0 in Spiel 6 der Finalserie gegen die Stars durchgesetzt und den entscheidenden vierten Sieg geholt. Die Siegerehrung bildete den krönenden Abschluss einer NHL-Saison, die wegen der speziellen Umstände in die Geschichte eingehen wird. Zwei zentrale Spielorte und keine Zuschauer in den Arenen hatte es zuvor in einer Postseason noch nie gegeben.