041823 Reinbacher

Das Hauptaugenmerk wird im Upper Deck NHL Draft 2023 am 28. und 29. Juni auf den Stürmern liegen. Das bedeutet aber nicht, dass keine Verteidiger mit dem Potenzial zukünftig zu echten Starspielern zu reifen vorhanden sind.

Angeführt wird der Jahrgang von David Reinbacher. Der Österreicher ist die Nummer eins unter den Abwehrspielern und könnte womöglich bereits mit dem fünften Pick, zumindest aber innerhalb der Top Ten gedraftet werden. Aus der Schweiz haben Rodwin Dionicio und Eric Schneller Chancen in den späteren Runden, und aus Deutschland schaffte es Norwin Panocha auf die Liste der Scouts.

NHL.com/de präsentiert hier die Top Ten der Verteidiger im NHL Draft 2023:

1. David Reinbacher (EHC Kloten, National League)

Die Scouts sind sich einig, dass Reinbacher der beste Abwehrspieler des diesjährigen Drafts ist. Mit 1,89 Meter und 85 Kilogramm hat er eine gute Größe und setzt seine rundum gut entwickelten Fähigkeiten in der Defensive mit Reife und Instinkt ein. Seine verantwortungsbewusste Spielweise und die Kombination aus hartem Körpereinsatz und feiner Technik brachten ihm bereits Vergleiche mit Moritz Seider ein.

Reinbacher zog es schon mit 14 Jahren in die Schweiz, wo er später in der Saison 2021/22 dem EHC Kloten zum Aufstieg in die National League verhalf. Dort wurde er in der abgelaufenen Saison zum Schlüsselspieler und erzielte 22 Punkte (3 Tore, 19 Assists) in 46 Spielen. Roman Josi ist der einzige Verteidiger, der das im Alter von 18 Jahren mit 24 Punkten (7 Tore, 17 Assists) überbieten konnte.

David Reinbacher

2. Axel Sandin Pellikka (Skelleftea AIK, SHL)

Um die Nummer zwei hinter Reinbacher gibt es ebenfalls wenige Diskussionen. Der Schwede Axel Sandin Pellikka ist ein weiteres Spitzentalent. Trainer und Scouts loben ihn vor allem für seine Puckbeherrschung und seine Fähigkeit die Scheibe zu verteilen und damit das Umschaltspiel einzuleiten.

Sandin Pellikka verbrachte die Mehrheit der Saison bei der U20 von Skelleftea. Dort sammelte er in 31 Begegnungen 36 Zähler (16 Tore, 20 Assists). Mit dieser Ausbeute verdiente er sich Einsätze in der SHL, wo er in 22 Partien weitere fünf Punkte (2 Tore, 3 Assists) holte.

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3. Tom Willander (Rögle BK, SHL)

Die traditionell defensivstarken Schweden haben mit Tom Willander ein weiteres Eisen im Feuer. Er spielte ebenfalls hauptsächlich für die U20 von Rögle, durfte aber zwei Mal SHL-Luft schnuppern. In Schwedens bester Nachwuchsliga gelangen ihm 25 Punkte (4 Tore, 21 Assists) in 39 Spielen.

Willander fällt durch sein starkes Skating auf. In der Abwehr bringt er durch gutes Positionsspiel Ruhe, nutzt dann aber seine Schnelligkeit um den Gegenstoß einzuleiten und so für Gefahr in der Offensive zu sorgen.

4. Lukas Dragicevic (Tri-City Americans, WHL)

Lukas Dragicevic ist vielleicht der beste Offensivverteidiger der Draft-Klasse. Er hat einen starken Torinstinkt und paart diesen mit gutem Skating und Sicherheit am Puck. Dadurch war er in der abgelaufenen Saison mit 75 Punkten (15 Tore, 60 Assists) der viertbeste Verteidiger der Western Hockey League. In sechs Playoff-Spielen legte er vier Assists nach. Mit der kanadischen U18-Nationalmannschaft holte er bei der WM Bronze und steuerte in sieben Spielen zwei Tore und zwei Assists bei.

5. Mikhail Gulyaev (Avangard Omsk, KHL)

Der Russe Mikhail Gulyaev ist im Vergleich zu anderen Kandidaten zwar relativ klein (1,79 Meter, 77 Kilogramm), macht diesen Nachteil aber durch seine unglaubliche Schnelligkeit und Aggressivität wieder wett. Er attackiert den Gegner früh und schaltet sich gerne in den Angriff ein. In der russischen Nachwuchsliga MHL erzielte er 25 Punkte (2 Tore, 23 Assists) in 23 Spielen. In der zweiten Liga VHL lieferte er vier Assists in zwölf Spielen und in der KHL gelang ihm für Omsk in 13 Partien ein Assist.

6. Theo Lindstein (Brynäs IF, SHL)

Das schwedische Trio in den Top Ten wird durch Theo Lindstein abgeschlossen. Er trat 14 Mal für die U20 von Brynäs an und verzeichnete dabei sieben Punkte (2 Tore, 5 Assists). In 32 Spielen für das SHL-Team gelangen ihm ein Tor und ein Assist. Lindstein ist ein Allrounder, der gutes Abwehrspiel durch starkes Skating mit Offensivpotenzial verbindet.

7. Jakub Dvorak (Byli Tigri Liberec, Extraliga)

Der wohl reinste Defensivspezialist unter den Verteidigern ist der Tscheche Jakub Dvorak. In seiner Heimat spielte er für die Byli Tigri Liberec, wo er sich als Abwehrhüne (1,95 Meter, 95 Kilogramm) Respekt verdiente. Es gibt schnellere Skater mit mehr Torgefahr unter den Verteidigern dieses Jahrgangs, doch Dvorak ist durch seine Fähigkeit das Körperspiel vor dem Tor und an der Bande zu dominieren, ohne Strafen zu kassieren, ein verlässlicher Stabilisator.

8. Oliver Bonk (London Knights, OHL)

Als Sohn des ehemaligen NHL-Centers Radek Bonk, wurde Oliver Bonk das Talent in die Wiege gelegt. Er überzeugte diese Saison als gut abgerundeter Verteidiger, der in der Abwehr verlässlich ist, aber trotzdem stark zur Offensive beiträgt. In 67 OHL-Spielen gelangen ihm 40 Punkte (10 Tore, 30 Assists).

Oliver Bonk

9. Etienne Morin (Moncton Wildcats, QMJHL)

Etienne Morin erwies sich in dieser Saison in der QMJHL als vielversprechender Offensivverteidiger. Mit 72 Punkten und 21 Toren war er der drittbeste Scorer und beste Torschütze unter den Verteidigern der Liga. In den Playoffs zeigte er als punktbester Verteidiger mit 17 Zählern und 15 Assists auch seine Qualitäten als Vorbereiter.

10. Dmitriy Simashev (Lokomotiv Yaroslavl, KHL)

Lokomotiv Yaroslavl wurde seinem Ruf als Talentschmiede einmal mehr gerecht, indem die Organisation Dmitry Simashev ausbildete. Er könnte zu einem Spitzenverteidiger werden und verdiente sich in der abgelaufenen Spielzeit bereits 18 KHL-Einsätze. In der Nachwuchsliga MHL erzielte er in 33 Partien zwölf Punkte (1 Tor, 11 Assists). Trotz seiner beeindruckenden Statur (1,94 Meter, 91 Kilogramm) ist Simashev ein überraschend schneller und wendiger Skater, was es ihm in der Abwehr erlaubt mit jedem Gegner mitzuhalten und dann schnell umzuschalten.