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"Totgesagte leben länger" sagte schon Cesare Maccari im Jahr 1888. Derart martialisch ist dieses Zitat vielleicht nicht auf die NHL umzulegen, doch auch hier gibt es "Bounce Back"- oder "Breakout"-Spieler, die nach einem eher enttäuschenden Jahr eine überraschend starke Saison 2022/23 haben folgen lassen. NHL.com/de hat eine Rangliste der besten fünf Senkrechtstarter zusammengestellt, darunter zwei Happy Ends mit renommierten Auszeichnungen.

5. Jaden Schwartz (Seattle Kraken)

SEA@COL: Schwartz und McCann in 22 Sekunden

Als die Seattle Kraken beim Expansion Draft 2021 den Stanley Cup Champion Jaden Schwartz von den St. Louis Blues gezogen hatten, war der Stürmer als einer der ultimativen Torjäger fest eingeplant. In der Debüt-Saison 2021/22 kam Schwartz aber nur auf 37 Spiele, acht Tore und 23 Scorerpunkte (8-15-23) für Seattle. Im Folgejahr fand der 31-jährige Kanadier seinen Torriecher wieder und steigerte seine Statistiken nahezu in allen Bereichen: Der 1,79 Meter große Linksschütze kam in 71 Spielen auf 21 Tore und 40 Scorerpunkte (21-19-40). In den späteren Stanley Cup Playoffs 2023 war Schwartz sogar zweitbester Torjäger (fünf Treffer) und drittbester Scorer (5-5-10). Bei den Kraken steht er noch bis 2026 unter Vertrag und könnte seine Produktivität zur neuen Saison erneut steigern.

4. Kaapo Kakko (New York Rangers)

TBL@NYR: Kakko baut Rangers-Führung aus

Die New York Rangers hatten sich viel von Kaapo Kakko verprochen, als sie ihn beim Draft 2019 als Second-Overall-Pick auswählten. Seit seiner Debüt-Saison (66 Spiele, 10-13-23) blieb der Flügelstürmer aber doch weit hinter den Erwartungen zurück, fehlte oft verletzt und verzeichnete in den folgenden zwei Jahren kaum Punkte (2020/21: 9-8-17 in 48 Spielen; 2021/22: 7-11-18 in 43 Spielen). Doch die Saison 2022/23 sollte endlich zum Breakout-Jahr des 22-jährigen Finnen werden: Der 1,90 Meter große Blondschopf hob seine Scoring-Ausbeute von 18 auf 40 (18-22-40) und spielte seine erste volle 82-Spiele-Saison. In den Playoffs ließ der physisch-starke Linksschütze noch einmal zwei Punkte (1-1-2) in sieben Partien folgen. Die kommende Spielzeit wird eine wichtige für Kakko, immerhin gilt es, sich für einen neuen Vertrag zu empfehlen. Sein aktueller Kontrakt läuft 2024 aus.

3. Dougie Hamilton (New Jersey Devils)

NJD@NYR, Sp3: Hamilton haut ihn zum OT-Sieg rein

Seit Jahren zählt Dougie Hamilton zu den besten Zwei-Wege-Verteidigern in der NHL. Seit der Spielzeit 2021/22 schnürt der 1,97 Meter große Rechtsschütze seine Schlittschuhe für die New Jersey Devils, doch blieb er in Newark zunächst in den Startlöchern hängen: Gerade einmal 30 Punkte (9-21-30) in 62 Spielen bedeuteten seine punktemäßig schlechteste Saison seit acht Jahren (2013/14: 7-18-25 in 72 Spielen für die Boston Bruins). In der Folgesaison 2022/23 war der 30-jährige Kanadier wieder ganz der Alte und zeigte sich super-produktiv: Hamilton sammelte in 82 Spielen satte 74 Punkte (22-52-74) und war damit zweitbester Assistgeber sowie drittbester Scorer bei den Devils. In den Stanley Cup Playoffs ließ New Jerseys Abwehrchef und Assistenzkapitän noch einmal vier Punkte (1-3-4) in zwölf Partien folgen. Hamiltons Vertrag läuft noch bis 2028.

2. Jack Eichel (Vegas Golden Knights)

VGK@EDM, Sp3: Eichel zu Golden Knights 3-Tore-Führung

Einen märchenhaften Aufstieg erlebte Jack Eichel bei den Golden Knights: Vor der Saison 2021/22 wurde er nach Streitigkeiten über die geeignete Operationsmethode seiner Nackenverletzung von den Buffalo Sabres nach Vegas transferiert. Nach überstandener OP gab der Königstransfer erst Mitte Februar sein Comeback. In 34 Spielen sammelte der Mittelstürmer 25 Punkte (14-11-25), am Ende verpassten die Golden Knights erstmals in ihrer Franchise-Geschichte die Playoffs. Ein Jahr später aber sollte sich der Eichel-Deal voll auszahlen: Der 26-jährige US-Amerikaner schloss die reguläre Saison als Top-Scorer seiner Mannschaft ab und zeigte sich mit 66 Punkten (27-39-66) in 67 Spielen überaus produktiv. Das sollte sich auch in den Stanley Cup Playoffs nicht ändern, in denen der 1,88 Meter große Rechtsschütze als zweitbester Scorer (22 Spiele, 6-20-26) einen großen Anteil am Gewinn des Stanley Cup haben sollte. Vom Reha-Patienten zum Stanley Cup Champion - Eichel schrieb eine der schönsten Bounce-Back-Geschichten dieses Jahres. Eichel steht bei Vegas noch bis 2026 unter Vertrag.

1. Erik Karlsson (San Jose Sharks)

SJS@WSH: Karlsson bringt Sharks im 3. 3:1 in Front

Toppen kann die "From Zero To Hero"-Erzählung (deutsch: "Von null auf hundert") nur Erik Karlsson von den San Jose Sharks. Seit dem Trade von den Ottawa Senators galt der Offensivverteidiger bei den Sharks als großes Missverständnis und wurde von vielen Fans bereits als Fehleinkauf abgestempelt. Der 1,82 Meter große Rechtsschütze wurde immer wieder von Verletzungen gebremst und schloss in seinen ersten vier Jahren in San Jose mit 45, 40, 22 und 35 Punkten ab. Mit einem durchschnittlichen Jahressalär von 11,5 Millionen US-Dollar bis 2027 galt der Schwede gar als untradebar. Was dann folgte, war eine nicht für möglich gehaltene Leistungsexplosion: Nach 35 Punkten (10-25-35) in 50 Spielen in 2021/22 ließ Karlsson unfassbare 101 Punkte (25-76-101) in 82 Spielen folgen. Der 33-Jährige war damit Top-Torjäger, Top-Vorbereiter und Top-Scorer unter allen NHL-Verteidigern - und das wohlgemerkt beim viertschlechtesten Team der Liga. Verdientermaßen wurde Karlsson bei den NHL Awards 2023 in Nashville mit der Norris Trophy für den besten Verteidiger der Saison ausgezeichnet. An Trade-Angeboten mangelt es den Sharks in diesem Sommer nicht - es gilt als wahrscheinlich, dass der Senkrechtstarter des Jahres in der nächsten Saison ein anderes NHL-Trikot trägt und zu einem Klub wechseln wird, der reelle Chancen hat, den Stanley Cup zu gewinnen.