072623 DE physical players split

Eishockey ist grundsätzlich ein körperbetonter Sport. Insbesondere in den Stanley Cup Playoffs erreicht diese physische Komponente in der NHL aber nochmal ein höheres Level. Zwar sind die wilden 1970er Jahre, in denen die als "Broad Street Bullies" in die Geschichte eingegangenen Philadelphia Flyers zwei Stanley Cups (1974 und 1975) gewinnen konnten, vorbei - doch auch im auf Schnelligkeit und Technik ausgelegten Eishockey der Neuzeit spielt die Physis weiterhin eine wichtige Rolle. Stürmer wie etwa Matthew Tkachuk, Brady Tkachuk und Sammy Blais oder Verteidiger wie Jacob Trouba, Brayden McNabb oder der Deutsche Moritz Seider leben von ihrem Körperspiel.

NHL.com/de hat die physischsten Spieler der Saison 2022/23 in einer Rangliste zusammengestellt und sich dabei an Zahlen wie Checks und Hits pro Spiel orientiert. Überraschend taucht keines der bereits genannten Spieler unter den Top 5 auf…

5. Matt Martin (New York Islanders)

Matt Martin von den New York Islanders war noch nie für sein Scoring bekannt, umso mehr aber für harte Checks, weshalb er bereits seit 15 Jahren in der NHL spielt. Der 1,91 Meter große und 100 Kilogramm schwere Stürmer teilte in der Saison 2022/23 insgesamt 295 Hits (Platz 5 ligaweit) in 81 Spielen aus und kam gemessen an seiner Spielzeit auf 19,6 Checks pro 60 Minuten (4. unter allen Spielern mit mindestens 200 Hits). In den späteren Stanley Cup Playoffs kamen noch einmal 24 Hits in sechs Partien hinzu (23,05 Checks/60 Minuten). Der Vertrag des 34-jährigen Kanadiers läuft noch bis 2024.

4. Keegan Kolesar (Vegas Golden Knights)

Bei den Vegas Golden Knights spielte Keegan Kolesar die Rolle des physisch-starken Flügelstürmers in der vierten Reihe. Der 26-jährige Kanadier bringt mit 1,88 Metern und 103 Kilogramm eine Menge Wucht mit und teilte 2022/23 ordentlich aus: In absoluten Zahlen fuhr er 279 Checks (7.) in 74 Spielen und 19,71 Hits pro 60 Minuten (3.). Wie hart ein Zusammenstoß mit Kolesar enden kann, musste etwa Matthew Tkachuk im Stanley Cup Finale schmerzhaft erfahren. In den Playoffs beeindruckte Kolesar 79 Checks die drittmeisten aller Teilnehmer aus (21,94 Hits/60 Minuten) und leistete damit einen wertvollen Beitrag zum Gewinn des Stanley Cups. Sein Vertrag in Las Vegas läuft noch bis 2025.

VGK@DAL, Sp6: Kolesar, Carrier im Zusammenspiel

3. Nicolas Deslauriers (Philadelphia Flyers)

Bekannt für seine Härte ist auch Nicolas Deslauriers von den Philadelphia Flyers. Der 32-jährige Frankokanadier kann sowohl im Sturm als auch in der Verteidigung eingesetzt werden und interpretiert beide Positionen mit viel Körperspiel. Bei 1,85 Metern Körpergröße bringt der Linksschütze 100 Kilogramm auf die Waage und weiß diese auch einzusetzen. Das belegen insgesamt 306 gefahrene Checks (3.) in 80 Spielen, bzw. 22,73 Hits/60 Minuten (2.). Er ist damit einer von vier Spielern, der die Schallmauer von 300 Checks durchbrechen konnte. Deslauriers schießt auch gerne über das Ziel hinaus, was 136 Strafminuten (die zweitmeisten hinter Patrick Maroon vom Tampa Bay Lightning) bestätigen. Der Angreifer steht noch bis 2026 bei den Flyers unter Vertrag.

DET@PHI: Deslauriers' Alleingang in Unterzahl

2. Radko Gudas (Florida Panthers, jetzt Anaheim Ducks)

Einer der gefürchtetsten Hitter der gesamten Liga ist Verteidiger Radko Gudas. Mit seinem Vollbart, 1,83 Metern und 94 Kilogramm ist der Rechtsschütze alleine optisch eine Erscheinung, kann seine Gegenspieler mit harten Checks regelrecht zermürben. Der 33-jährige Tscheche fuhr im Trikot der Florida Panthers mit 312 Hits in 72 Spielen die zweitmeisten Checks aller NHL-Spieler (14,97 Hits/60 Minuten). In den Playoffs fuhr keiner mehr Checks als er (91 in 21 Spielen; 15,28 Hits/60 Minuten). Zur neuen Saison wechselt Gudas von der Ost- an die Westküste und schnürt die Schlittschuhe demnächst für die Anaheim Ducks. Seine Physis lassen sich die Kalifornier im Schnitt vier Millionen US-Dollar pro Jahr kosten (Vertrag bis 2026).

Radko Gudas FA capsule

1. Luke Schenn (Toronto Maple Leafs, jetzt Nashville Predators)

Der heftigste Hitter in der Saison 2022/23 war Verteidiger Luke Schenn. Der 1,88 Meter große und 102 Kilogramm schwere Rechtsschütze begann die Spielzeit bei den Vancouver Canucks, wechselte später zu den Toronto Maple Leafs und läuft in der NHL fortan für die Nashville Predators auf. Auch dank seiner Physis gewann er mit den Tampa Bay Lightning in den Jahren 2020 und 2021 den Stanley Cup. Von seinem Körperspiel hat der 33-jährige Kanadier noch nichts eingebüßt: In der abgelaufenen Saison fuhr Schenn mehr Hits als jeder andere NHL-Profi. Obwohl er "nur" 70 Spiele absolvierte, teilte er 318 Checks aus (16,66 Hits/60 Minuten, 7.). In den Playoffs kamen noch einmal 54 Checks in elf Spielen für Toronto hinzu (16,87 Hits/60 Minuten).