BUF-Sabres

Ab Mitte September beginnen in der NHL die Trainingscamps zur Vorbereitung auf die Saison 2021/22. Vom 16. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 jedes Team der Liga genauer unter die Lupe. Die Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen der Klubs.
In dieser Ausgabe: Buffalo Sabres

In der Offseason konnten die Sabres bisher nicht ihren Kader nennenswert verstärken. Im Gegenteil! Mit Verteidiger Rasmus Ristolainen, der immerhin durchschnittlich 22:17 Minuten Eiszeit in 49 Spielen bekam, Stürmer Sam Reinhart, der die Sabres mit 25 Toren und 40 Scorerpunkten teamintern anführte und zu den Florida Panthers transferiert wurde, sowie Torhüter Linus Ullmark, der mit 91,7 Prozent Fangquote in 20 Saisoneinsätzen für Stabilität im Abwehrbereich sorgte, verließen mehrere prominente Führungsspieler den Klub. Zudem muss zukünftig auch auf Verteidiger Jake McCabe verzichtet werden, der das Team in Richtung Chicago Blackhawks verließ.
Um zukünftig vom ungeliebten Tabellenende der Liga mit Macht in Richtung Stanley Cup Playoffplätze zu marschieren, bräuchte Buffalo noch einige wirkungsvolle Verstärkungen. Die gab es bisher nicht. Zudem droht dem Team, Gerüchten zufolge, in Kürze sogar noch der Abgang von Kapitän Jack Eichel.
Die sprichwörtliche Flinte ins Korn schmeißen wollen sie bei den Sabres trotzdem nicht. Sie werden auch in ihrer komplizierten Situation alles für eine unterhaltsame und sportlich möglichst hochklassige Saison 2021/22 geben.
Die Schlüsselspieler
Der Kader der Sabres kommt traditionell eher über die Geschlossenheit. Überragende Einzelkönner sucht man darin auch aktuell (noch) weitestgehend vergeblich. Nach dem Abgang von Reinhart ist Flügelstürmer Victor Olofson mit 32 Scorerpunkten der erfolgreichste Angreifer der vergangenen Spielzeit, der im Kader verblieben ist. Nicht gerade ein Top-Wert im ligaweiten Vergleich. Ihm folgen Rasmus Dahlin (23) und Casey Mittelstadt (22).

BUF@NJD: Olofsson trifft als erster im Powerplay

Da auch das Torhütergespann mit Veteran Craig Anderson an der Spitze in Zukunft ein komplett Neues sein wird, bleibt abzuwarten, wer sich hier als neuer Anführer herauskristallisieren kann. Wichtig für die mittelfristige Zukunft des Klubs dürfte die weitere Entwicklung von Owen Power sein, den die Sabres beim NHL Draft 2021 an Nummer eins ausgewählt haben. Ob er direkt weiterhelfen kann, ist zweifelhaft. Power hatte bereits vor dem Draft gesagt, er würde es in Betracht ziehen in der kommenden Saison erneut für das Team der Universität von Michigan zu spielen, wo er bisher aktiv war.
Vielversprechende Talente
Torhüter Ukko-Pekka Luukkonen gilt als Buffalos zukünftiger Torwart Nummer 1. Er wurde in der zweiten Runde (Nr. 54) des NHL Draft 2017 ausgewählt. Der 22-Jährige gab in der vergangenen Saison sein NHL-Debüt und erzielte in vier Einsätzen eine Bilanz von 1-3-0 mit einem GAA von 3,88 und einer Fangquote von 90,6 Prozent. Mit Veteran Anderson an der Seite kann er sich in der kommenden Saison weiterentwickeln und Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln, ohne dass gleich zu viel Druck auf ihm lastet.
Hoffnungen liegen in Buffalo auch auf dem Namen Mattias Samuelsson. Der 21-jährige Verteidiger war die Nummer 32 beim NHL Draft 2018. In der vergangenen Saison gab er sein Liga-Debüt und kam in zwölf Spielen auf zwei Assists. Auch von ihm erwarten sie bei den Sabres eine Fortsetzung seiner positiven Entwicklung auf allerhöchstem Niveau.
Rieders Zukunft unklar
Der 28 Jahre alte Tobias Rieder stand 2020/21 in 44 Spielen für Buffalo auf dem Eis und brachte es dabei auf sieben Punkte (fünf Tore, zwei Assists). Rieder gehörte nicht zu den Großverdienern in der Liga. Sein Einjahresvertrag in Buffalo hatte einen Wert von 700.000 US-Dollar. Der Linksaußen ist als Unrestricted Free Agent auf dem Markt. Bisher ist eine Weiterbeschäftigung in Buffalo für den Deutschen also möglich.

BUF@NJD: Rieder schießt ins Tordreieck ein

Stärken
Bei einer Mannschaft, die im Vorjahr mit 37 Zählern aus 56 Begegnungen mit sechs Punkten Rückstand auf den Vorletzten (Anaheim Ducks, 43 Pkt.) abgeschlagen am Tabellenende abschloss, fällt es schwer ausgeprägte Stärken zu benennen. Positiv in Erinnerung blieb von der Spielzeit 2020/21, dass sie trotz aller Probleme nie aufsteckten, bis zum Schluss der Saison um jeden einzelnen Sieg kämpften und mit aller ihr zur Verfügung stehenden Macht versuchten, das Blatt zu wenden. Dass dies nicht wirklich gelang, lag auch am zu schwach besetzten Kader, der mit dem eng getakteten Spielplan einer verkürzten Runde unter Corona-Bedingungen nie wirklich gut zurechtkam. Ein Blick in die Statistiken sieht die Sabres sowohl in den Bereichen der erzielten Tore (138 ligaweit auf Rang 28) als bei den Gegentoren (mit 199 auf dem vorletzten Rang) weit hinten platziert.
Entwicklungspotenzial
Raum für Verbesserungen gibt es in Buffalo folglich reichlich und in allen Mannschaftsbereichen. Insbesondere in der zuletzt wenig überzeugenden Offensive und bei Auswärtsauftritten (Rang 31 mit nur sieben Siegen in 28 Spielen) muss es zukünftig wieder aufwärtsgehen, wenn das Team in Richtung Ligamittelfeld kommen will. Hierzu bedarf es einiger durchschlagskräftiger Angreifer. Im aktuellen Kader ist keiner zu finden, sodass es schwer fällt hier an eine rasche und nachhaltige Trendwende zu glauben.
Playoff-Chancen
Realistisch gesehen gibt es auch in der kommenden Spielzeit keine Chancen auf eine Playoff-Qualifikation für die Sabres. Zu groß war der Abstand zu den erhofften Rängen in der Tabelle der Vorsaison, zu unspektakulär verlief die bisherige Offseason. Ein Fünkchen Hoffnung bleibt allerdings immer: In einer so ausgeglichen besetzten Liga wie der NHL weiß man nie, was passiert, wenn im Oktober der Puck zum ersten Mal fällt. Um an eine Teilnahme an der K.o.-Phase im kommenden Frühjahr zu glauben, muss man allerdings ein ausgewiesener Sabres-Fan sein.