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Boston droht in eine ernste Krise zu geraten

Es läuft nicht rund bei den Bruins, und in den kommenden Tagen stehen große Herausforderungen ins Haus

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Freier Autor

Es läuft derzeit einfach nicht rund bei den Boston Bruins (21-7-8). Am Donnerstag unterlag das Team im heimischen TD Garden den New York Islanders mit 2:3 nach Penaltyschießen. Es war der erste Erfolg für die Islanders gegen die Bruins nach zuvor sieben sieglosen Aufeinandertreffen (0-6-1) am Stück.

Nun wäre das einzeln betrachtet nicht weiter dramatisch, wenn sich durch diese knappe Niederlage gegen ein anderes Topteam der Liga die Bilanz der Bruins aus den vergangenen acht Spielen nicht auf 1-4-3 verschlechtert hätte und die kommenden Aufgaben zudem die Gefahr in sich bergen würden, dass sie in eine nennenswerte Krise zu schlittern drohen. 

Selbst wenn das Traditionsteam in der Atlantic Division mit 50 Zählern noch immer deutlich an der Spitze liegt, über zehn Punkte beträgt ihr Vorsprung auf die Montreal Canadiens (17-12-6, 40 Zähler), lieferte das Gesehene durchaus Gründe, sich Sorgen zu machen. 

Ein Grübeln bereitet den Beteiligten zugleich die Tatsache, dass erstmals seit 2015 vier Heimspiele in Serie verloren gingen (3:4 n.V. gegen die Chicago Blackhawks, 1:4 gegen die Colorado Avalanche, 3:4 n.V. gegen die Los Angeles Kings und 2:3 n.P. gegen die Islanders). 

Doch nicht nur, dass Siege derzeit rar geworden sind, auch etliche Einzelstatistiken geben der Organisation aus Boston vermehrt Anlass zur Sorge. So lag der Durchschnitt an erzielten Toren für die Bruins in dieser Spanne lediglich bei 2,38, der Gegentorschnitt betrug hingegen 3,38. 

Das Powerplay enttäuschte dabei mit einer mageren Erfolgsquote von lediglich 13,3 Prozent. Ihr Unterzahlspiel rangierte hingegen bei 73,6 Prozent. Das sind nicht gerade Werte, die einem Mitfavoriten auf den Stanley Cup gerecht werden und für die anstehenden Herausforderungen neuen Auftrieb verleihen. 

Dem Meister der Eastern Conference aus dem Vorjahr, der im Stanley Cup Finale 2019 den St. Louis Blues mit 3:4 in sieben Spielen unterlag, drohen unruhige Tage, unmittelbar vor den herausfordernden Partien gegen die ebenfalls hoch gehandelten Teams der Nashville Predators und Washington Capitals.

Nach einer acht Spiele umfassenden Siegesserie gelang es den Bruins in den vergangenen Tagen zu selten, den Ansprüchen eines Top-Kaders der Liga gerecht zu werden. 

Gegen die Islanders sicherte Torey Krug mit seinem Treffer zum 2:2 in der achten Minute des dritten Drittels bei einem 5-gegen-3- Überzahlspiel immerhin noch einen Punkt.

"Zumindest haben wir im dritten Abschnitt zu unserem Spiel gefunden, schafften es dann vermehrt die Zweikämpfe zu gewinnen, konnten mehr Torschüsse abgeben und die Angriffe besser fahren. Diese Leistung braucht es in dieser Liga", nannte Trainer Bruce Cassidy das Positive nach der abermaligen Enttäuschung vor den eigenen Fans. "In den ersten beiden Dritteln war es einfach nicht genug. Nachdem wir das in der zweiten Drittelpause klar angesprochen hatten, wurde es dann besser."

 

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Anders Bjork brachte Boston gegen die Islanders in der zweiten Spielminute mit 1:0 in Führung. Doch Sicherheit verlieh das den Gastgebern nicht. Ganz im Gegenteil. Johnny Boychuk und Mathew Barzal drehten das Spiel in der Folgezeit zu Gunsten der Gäste, so dass den Bruins in der zweiten Drittelpause die unangenehme Analyse ihres Coaches ins Haus stand.

Torhüter Tuukka Rask wurde in diesem Spiel gar nicht so sehr gefordert. Für ihn standen am Ende des Abends gerade einmal 19 Paraden auf dem Statistikbogen. Bitter aus seiner Sicht: Ihm gelang kein einziger Sieg in seinen vergangenen fünf Einsätzen von Beginn an (0-2-3).
Trotz der sich in den letzten Spielen immer deutlicher abzeichnenden sportlichen Krise, gab sich Center David Krejci nach dem abermaligen Rückschlag unverzagt: "Wir wissen, wie man in dieser Liga Spiele gewinnt. Wir müssen immer wieder realisieren, dass Teams, die zu uns in den TD Garden kommen, stets ihre Bestleistung abrufen. Das ist uns im Grunde klar. Heute waren wir einfach nicht bereit entsprechend dagegenzuhalten."

Die nächste Möglichkeit zu beweisen, dass sie es grundsätzlich deutlich besser können als zuletzt gezeigt, bietet sich für Boston am Samstag, wenn die Predators in der Stadt sind und ihrerseits prüfen wollen, ob sie ebenfalls mit dem Finalisten des Vorjahres mithalten und Punkte aus dem TD Garden entführen können (So. 1 Uhr MEZ; NHL.tv).

Der Druck auf die Bruins wird in diesem Duell mit Sicherheit nicht geringer sein als in ihren jüngsten Auftritten vor heimischer Kulisse.

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