Lundell, Bunting, Boldy

NHL.com/de präsentiert in der Rubrik Rookie Watch aktuelle Themen rund um die diesjährigen Rookies. In dieser Ausgabe: Rookies im Kampf um den Stanley Cup.

Zwei Wochen vor Ende der regulären Saison stehen bereits zwölf der 16 Teilnehmer an den Stanley Cup Playoffs fest. In der Eastern Conference ist das Teilnehmerfeld komplett bekannt, im Westen haben nur noch drei Teams, die aktuell außerhalb der Playoff-Ränge stehen, theoretisch die Chance noch ein Ticket zu lösen. Die Winnipeg Jets haben jedoch mit zehn Punkten Rückstand auf einen Playoff-Platz schlechte Karten, während sich die Vegas Golden Knights mit drei Punkten sowie die Vancouver Canucks mit vier Punkten Rückstand auf die Los Angeles Kings und einem Spiel in der Hinterhand, noch realistische Hoffnungen machen dürfen, die Kings zu überholen.
In den vergangenen zehn Playoffs spielten sich immer wieder Liganeulinge ins Rampenlicht. In diesem Zeitraum erzielten Rookies 84-mal das spielentscheidende Tor und trafen 21-mal in der Verlängerung. 17 Debütanten erzielten seit der Saison 2011/12 in einem Playoff-Jahr mindestens zehn Punkte, darunter Starspieler wie Cale Makar, Teuvo Teravainen, Kyle Connor, Quinn Hughes, Chris Kreider und nicht zuletzt Nathan MacKinnon. Jake Guentzel stellte 2017 mit 21 Punkten (13 Tore, 8 Assists) den Rekord für die meisten Punkte eines Rookies in einem Playoff-Jahr ein und hatte damit großen Anteil am fünften Titelgewinn in der Geschichte der Pittsburgh Penguins. Diese Zahlen und Beispiele zeigen, welche Rolle Rookies in der entscheidenden Phase spielen können. Auch der aktuelle Jahrgang hat einige Kandidaten, die das Potenzial zu solchen Leistungen haben.
Für einige der besten Rookies wird die Saison nach 82 Spielen beendet sein. Das Duo der Anaheim Ducks, Stürmer Trevor Zegras und Verteidiger Jamie Drysdale, gehören ebenso zu den Hochkarätern, die nicht an der Postseason teilnehmen werden, wie Stürmer Lucas Raymond und Verteidiger Moritz Seider von den Detroit Red Wings. Dawson Mercer (New Jersey Devils) und Cole Caufield und Rem Pitlick (beide Montreal Canadiens) sind ebenfalls unter den 15 besten Rookie-Scorern, werden aber nicht in der Postseason zu sehen sein.

WSH@TOR: Bunting trifft zum 1:0, Matthews' 100. Punkt

Doch es verbleiben zahlreiche Debütanten, die mit Spitzenleistungen dazu beitrugen, dass ihre Teams sich Hoffnungen auf den Cup machen dürfen. Allen voran ist Michael Bunting zu nennen. Der Außenstürmer der Toronto Maple Leafs überholte das Spitzentrio Zegras, Raymond und Seider und setzte sich an die Spitze der Scorerliste der Rookies. Mit 63 Punkten (23 Tore, 40 Assists) ist er der sechstbeste Scorer der Maple Leafs, die mit 3,86 Toren pro Spiel die drittbeste Offensive der Liga stellen. Trotz der starken teaminternen Konkurrenz, entwickelte sich Bunting im Laufe der Saison zu einem der wichtigsten Bestandteile der Torfabrik Toronto. Er gehört zu den wenigen Rookies, die durchaus in der Lage sein könnten, Guentzels Rekord in Gefahr zu bringen. Vorausgesetzt, die Maple Leafs bleiben länger im Rennen als die Jahre zuvor, wo stets in der 1. Runde Schluss war.
Die Florida Panthers, die zu den Favoriten auf den Cup gehören, haben ebenfalls einen Rookie mit gehöriger Durchschlagskraft. Center Anton Lundell wusste mit 43 Punkten (18 Tore, 25 Assists) in 60 Spielen sowohl als Torjäger, als auch als Vorbereiter zu überzeugen. Mit den Panthers hat er beste Chancen in den Playoffs weit zu kommen und dadurch eine Menge Punkte zu sammeln.
Die Minnesota Wild schicken den effektivsten Rookie ins Feld. Matt Boldy liegt mit 34 Punkten (14 Tore, 20 Assists) zwar nur auf Platz neun der Rookie-Scorerliste, das gelang ihm allerdings in nur 40 Spielen. Mit 0,85 Punkten pro Spiel hat er den besten Durchschnitt aller Rookies, die mehr als zwei Spiele bestritten. Sollten sich die Wild in den ersten beiden Runden durchsetzen können, könnte er in der überaus torgefährlichen Reihe mit Kevin Fiala und Frederick Gaudreau in der Lage sein, an den Punkterekord heranzukommen.

PHI@NSH: Jeannot fälscht Puck zur Führung ab

Das vielleicht am breitesten aufgestellte Rookie-Team stellen die Nashville Predators, von denen drei Neulinge unter den 15 punktbesten Rookies sind. Linksaußen Tanner Jeannot erzielte 41 Punkte (24 Tore, 17 Assists) und ist der beste Rookie-Torjäger der Liga. Center Philip Tomasino kommt auf 29 Punkte (11 Tore, 18 Assists) und Alexandre Carrier ist mit 28 Punkten (2 Tore, 26 Assists) der drittbeste Verteidiger hinter Seider und Drysdale.
Die Jagd nach Punkten mag spektakulär und aufregend sein, doch gerade in den Playoffs stehen oft die Akteure im Mittelpunkt, deren Aufgabe es ist, Tore zu verhindern. Fünf potenzielle Playoff-Teams haben einen Rookie-Torhüter, der in mehr als zehn Spielen startete. Stuart Skinner durfte bei den Edmonton Oilers zwölf Mal einspringen und kam dabei auf sechs Siege und sechs Niederlagen. Bei den Vegas Golden Knights kam Logan Thompson 13-mal zum Einsatz und lieferte eine durchaus ordentliche Bilanz von 8-5-0. Bei den Calgary Flames ist Dan Vladar der zweite Torhüter hinter Jacob Markstrom. Er verbuchte in 19 Spielen (15 Starts) eine Bilanz von 11-5-1.
Die größte Rolle im Tor spielen jedoch Spencer Knight von den Panthers und Jeremy Swayman von den Boston Bruins. Knight begann 25 der 75 Spiele der Panthers und kam in insgesamt 30 Einsätzen auf eine Ausbeute von 18-8-3. Swayman teilt sich den Posten bei den Bruins zu gleichen Teilen mit Linus Ullmark. In 37 Spielen verzeichnete er eine Statistik von 21-12-3 und dürfte nach der erfolgreichen Saison auch in den Playoffs ähnlich viel Eiszeit bekommen. Er und Knight könnten für ihre Teams zu Helden werden, wenn sie in den entscheidenden Situationen zu Höchstform auflaufen.