Bis zum Start der NHL-Saison 2021/22 dauert es noch eine Weile. Um die Wartezeit zu verkürzen, präsentiert NHL.com/de eine Serie über die besten NHL-Spieler und -Manager des 21. Jahrhunderts.
In dieser Folge: Die zehn besten General Manager
Die besten General Manager des 21. Jahrhunderts
Stan Bowman nimmt in der Rangliste von NHL.com/de vor Lou Lamoriello und Jim Rutherford den Spitzenplatz ein

Die General Manager sind die großen Strippenzieher am Schreibtisch, an deren Entscheidungen nicht selten das gesamte Wohl und Wehe eines Klubs hängt. Zehn Vertreter der Branche haben sich zwischen 2001/02 und 2020/21 besonders hervorgetan.
1. Stan Bowman
Die Funktionärskarriere von Bowman bei den Chicago Blackhawks begann 2001. Nach einigen Jahren als Assistenz-GM und Director of Hockey Operations übernahm er am 14. Juli 2009 das Zepter des General Managers. Es war der Beginn einer großen Erfolgsstory. Bereits in seiner ersten Saison 2009/10 gewann Chicago den Stanley Cup. 2013 und 2015 wiederholten die Blackhawks den Triumph. Bowman und Trainer Joel Quenneville bildeten lange Zeit ein kongeniales Duo. Nach ihrem dritten gemeinsamen Triumph ging es jedoch langsam aber stetig abwärts. Im November 2018 sah sich der General Manager gezwungen, den Coach zu entlassen. Seitdem versucht er, die Blackhawks mit seinen Personalentscheidungen zurück in die Erfolgsspur zu bringen.
2. Lou Lamoriello
Es ist schon eine Weile her, dass die New Jersey Devils Jubelbilder mit dem Stanley Cup produzierten. Zuletzt war dies 2003 der Fall. Der General Manager damals hieß Lamoriello. Er hatte mit dem Klub schon 1995 und 2000 die Meisterschaft gefeiert. Nach 28 Jahren Funktionärstätigkeit quittierte er zum Saisonende 2014/15 den Dienst bei den Devils. Im Anschluss arbeitete er drei Jahre bei den Toronto Maple Leafs. 2018 zog es ihn zu den New York Islanders. Mit der Verpflichtung von Trainer Barry Trotz, der zuvor mit den Washington Capitals den Titel geholt hatte, landete er einen vielbeachteten Coup. In den vergangenen beiden Spielzeiten erreichten die Islanders jeweils die dritte Runde der Stanley Cup Playoffs. 2020 und 2021 wurde Lamoriello als General Manager des Jahres in der NHL ausgezeichnet.
3. Jim Rutherford
Rutherford war in seiner langjährigen Karriere als General Manager nicht nur sehr erfolgreich, sondern sorgte stets auch für Unterhaltungswert wegen der vielen Trades, die er einfädelte. 20 Jahre fungierte er als Präsident und Manager der Hartford Whalers/Carolina Hurricanes. In seine Ägide fielen 2002 der Finaleinzug und 2006 der Cupsieg der Hurricanes. 2014/15 suchte Rutherford nach einer neuen Herausforderung und fand sie bei den Pittsburgh Penguins. Dort benötigte er nicht lange, um den Traditionsklub wieder nach ganz oben zu bringen. 2016 und 2017 ging der Stanley Cup an die Penguins. Ebenfalls 2016 durfte sich Rutherford mit der Bezeichnung General Manager des Jahres schmücken.
4. Ken Holland
Die Erfolge der Detroit Red Wings in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts sind eng mit dem Namen Holland verbunden. Bei den Triumphzügen im Stanley Cup 2002 und 2008 stand er als General Manager in der Verantwortung, wie übrigens bereits zuvor bei der Meisterschaft 1998. Nach über 20 Jahren in seiner Funktion übernahm Holland im April 2019 den Posten des Senior Vice President bei den Red Wings. Wenige Wochen später wechselte der für sein Verhandlungsgeschick bewunderte Holland jedoch zu den Edmonton Oilers, wo er als General Manager die Nachfolge von Peter Chiarelli und der Interimslösung Keith Gretzky antrat.
5. Julien BriseBois
Wie eng Freud und Leid in der NHL mitunter beieinanderliegen, erfuhr BriseBois gleich in seiner ersten Spielzeit als General Manager bei den Tampa Bay Lightning. Die Mannschaft legte eine überragende reguläre Saison 2018/19 hin und gewann mit 128 Punkten souverän die die Presidents' Trophy. In der Auftaktrunde der Postseason scheiterte der Topfavorit auf den Stanley Cup allerdings kläglich an den Columbus Blue Jackets. In dieser schwierigen Phase bewies BriseBois Nervenstärke. Er hielt an Trainer Jon Cooper und dem Kern der Mannschaft fest. Das zahlte sich aus. 2020 und 2021 sicherten sich die Lightning den 20 Kilo schweren Silberpokal. BriseBois ist seit 2010 für die Organisation von Tampa Bay tätig. Davor verdiente er sich seine Brötchen bei den Montreal Canadiens.
6. Steve Yzerman
Die Ernte, die BriseBois bei den Lightning einfuhr, wäre ohne den Sämann Yzerman sicherlich nicht möglich gewesen. Er hatte im Mai 2010 in Tampa das Kommando als General Manager übernommen. Im Laufe der Jahre stellte er eine Belegschaft zusammen, die vor allem durch ihr offensiv ausgerichtetes Eishockey von sich reden machte. 2015 hätte Yzerman beinahe selbst den Stanley Cup mit den Lightning geholt. Sie unterlagen aber im Finale den Blackhawks. In jenem Jahr wurde er zum General Manager des Jahres ernannt. Im September 2018 gab Yzerman den Stab an seinen damaligen Assistenten BriseBois weiter. Zunächst blieb er Tampa Bay als Berater erhalten, bevor er im April 2019 als General Manager an seine alte Wirkungsstätte zu den Detroit Red Wings zurückkehrte.
7. Dean Lombardi
Bei den San Jose Sharks erwarb sich Lombardi den Ruf eines mit allen Wassern gewaschenen Strategen mit Blick für junge Talente. Seine erfolgreichste Zeit hatte er bei den Los Angeles Kings, bei denen er 2006 als Präsident und General Manager einstieg. 2012 und 2014 holte die Mannschaft den Stanley Cup nach Kalifornien. Lange zehren konnte Lombardi davon allerdings nicht. Nachdem die Kings in der Saison 2016/17 einen Platz in den Playoffs verpasst hatten, musste er seinen Hut nehmen. Kein anderer General Manager war zuvor länger im Amt gewesen als der Geschasste.
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8. Doug Armstrong
Seit 2010 ist Doug Armstrong als General Manager für die sportliche Entwicklung der St. Louis Blues verantwortlich. In all diesen Jahren verpasste das Franchise nur zweimal die Playoffs. 2012 wurde er als General Manager des Jahres ausgezeichnet. Seinen größten Erfolg landete er sieben Jahre später. Zunächst hatte nichts darauf hingedeutet, dass die Blues 2019 den Stanley Cup gewinnen würden. Nach einem völlig verpatzten Start entließ Armstrong den Coach Mike Yeo und schenkte dessen Assistenten Craig Berube als Interimstrainer das Vertrauen. Der Rest der Geschichte ist bekannt. Erste Sporen als General Manager hatte sich Armstrong bei den Dallas Stars verdient.
9. Brian MacLellan
2018 war McLellan am Ziel seiner Träume. Nach dem Sieg in der Finalserie gegen die Vegas Golden Knights hielt er den Stanley Cup in den Händen. Den Sieg hatte man Washington zuvor schon häufig zugetraut, aber in der Endrunde konnte das Team oft nicht an die starken Leistungen aus der regulären Saison anknüpfen. 2016 und 2017 gewannen die Capitals die Presidents' Trophy, schieden aber jeweils in der zweiten Playoff-Runde aus. McLellan hatte seine Arbeit bei den Capitals zur Jahrtausendwende aufgenommen. Zunächst fungierte er überwiegend als Scout, danach von 2009 bis 2014 zusätzlich als Assistenz-GM. 2014 besetzte er selbst den Chefsessel.
10. George McPhee
Seine bemerkenswerteste Tat vollbrachte McPhee mit der Zusammenstellung des Kaders der Vegas Golden Knights für deren NHL-Premierensaison 2017/18. Das Team lehrte der Konkurrenz das Fürchten. Die Golden Knights legten eine bärenstarke reguläre Saison hin und holten in den Playoffs den Titel in der Western Conference. Erst im Stanley Cup Finale gegen die Capitals endete der Siegeszug und damit ausgerechnet gegen einen früheren Arbeitgeber von McPhee. Dessen Verdienste wurden mit der Ehrung zum General Manager des Jahres 2018 gewürdigt. Nach der Saison 2018/19 übergab McPhee sein Amt an Kelly McCrimmon. Er selbst übernahm die Position des President of Hockey Operations.

















