Der ultimative Emotions-Boost bei einem NHL-Spiel sind natürlich die Tore. Das geht den Spielern nicht anders. Entsprechend passieren unmittelbar nach einem Treffer oft sehenswerte Momente in Form von kreativen Torjubeln. NHL.com/de stellt die besten fünf Goal Cellies der Saison 2021/22 vor…
Die fünf besten Torjubel 2021/22
Backstroms Äpfel, Dowds Abbruch und viele Emotionen im Stanley Cup Finale

© Eliot J. Schechter/Getty Images
Rang 5: Ein Abgebrochener Torjubel von Dowd
FLA@WSH, Sp6: Dowd stoppt Jubel, haut ihn rein
Einen solchen Torjubel sieht man nicht alle Tage: Nic Dowd von den Washington Capitals führte im Heimspiel gegen die Florida Panthers eine ganz neue Celly-Kategorie ein: einen abgebrochenen Jubel. Mitspieler Garnet Hathaway passte den Puck von hinter dem Tor in den Slot, von wo Dowd das innere Gestänge des rechten Winkels traf. Tor? Kein Tor? Der Stürmer ging bereits auf ein Knie runter und wollte für den Jubel seinen Schläger wie einen Pfeil im Köcher durch den Handschuh rutschen lassen. Doch der Puck sprang ihm wieder vor die Füße. Dowd schaltete schnell, brach seinen Jubel ab und ging auf Nummer Sicher, indem er hinterher hechtete und im Fallen per Tunnel ins Tor traf. Nach dieser kuriosen Szene blieb dann keine Zeit mehr, um noch einmal kreativ zu werden. Dowd verschwand einfach in einer roten Spielertraube, konnte sein Grinsen aber nicht zurückhalten.
Rang 4: Ein Regen aus Äpfeln für Backstrom
Video: WSH@EDM: Backstrom erreicht Meilenstein bei Oshie PPG
Für Chaos auf dem Eis und einen einzigartigen Jubel sorgte Nicklas Backstrom von den Washington Capitals im Heimspiel gegen die New Jersey Devils. Anthony Mantha spitzelte den Puck aus der Luft in Richtung Backstrom. Der Schwede kontrollierte die Scheibe mit dem Schlittschuh und traf dann mit einem verdeckten Handgelenkschuss aus halblinker Position präzise ins rechte Eck. Backstrom riss sofort beide Arme nach oben - in diesem Moment hatte er seinen 1000. NHL-Scorerpunkt markiert. Die Capitals Fans feierten das mit einem Regen aus Plastik-Äpfeln, die schnell die Eisfläche bedeckten. Der Apfel steht für Assist, was eine Spezialität von Backstrom ist: Von seinen 1011 Punkten waren 747 Vorlagen (264-747-1011). Der 34-Jährige gilt als einer der besten Saucer-Pass-Spieler (angelupfte Pässe) der Welt. Auf den Äpfeln stand zudem sein Spitzname "Niky", eine Silhouette von ihm sowie die Anzahl von 1000 Scorerpunkten. Backstrom selbst biss symbolisch in einen von "Niky's Apples" und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. In Folge herrschte ein wenig Chaos auf dem Eis, denn hunderte von Plastikäpfeln mussten wieder von der Spielfläche verschwinden. Immerhin: Alle Spieler, darunter auch Washingtons Kapitän Alex Ovechkin, halfen beim Aufräumen.
Rang 3: Der scheinbar erlösende erste Treffer für Sturm
Video: COL@TBL, Sp4: Cogliano trifft nach Sturm Vorarbeit
In Spiel 4 des Stanley Cup Finals 2022 in der Amalie Arena in Tampa kam es zu einer hochemotionalen Szene für Nico Sturm von den Colorado Avalanche. Der Stürmer hatte einen Abpraller vor dem Tor mit der Rückhand noch einmal scharf gemacht und sah, wie der Puck ins Tor fiel. Der Augsburger ging daraufhin auf ein Knie runter, machte mit dem rechten Arm gleich mehrfach die Säge und schrie seine Freude lauthals heraus. Es war der Treffer zum so wichtigen 2:2-Ausgleich - es wäre auch Sturms erstes Tor im Trikot der Avalanche gewesen. Allerdings wurde hatte die Scheibe noch die Hose von Mitspieler Andrew Cogliano berührt, sodass ihm der Treffer zugeschrieben wurde. Sturm war das jedoch herzlich egal: "Das ist mir völlig egal, wem das Tor zugeschrieben wird. Am wichtigsten war, dass der Puck im Kasten war. Ich habe irgendwie versucht, die Scheibe aufs Tor zu bekommen. Es war natürlich ein wichtiges Tor für uns", erklärte Sturm damals.
Rang 2: Too Many Men? Kadri explodiert beim Comeback
Video: COL@TBL, Sp4: Kadri überwindet Vasilevskiy zum OT-Sie
Im selben Spiel (Stanley Cup Finale, Game 4) kochten die Emotionen gleich noch einmal hoch: In der Verlängerung nämlich gelang den Colorado Avalanche der Siegtreffer bei den Tampa Bay Lightning zur 3:1-Serienführung. In der Hauptrolle war ausgerechnet Stürmer Nazem Kadri, der in diesem Spiel überhaupt erst sein Comeback nach Verletzungspause gegeben hatte. Er empfing einen langen Pass von Artturi Lehkonen, bog in hohem Tempo von rechts in die Mitte ab und traf unter dem Arm von Lightning-Torwart Andrei Vasilevskiy hindurch in den linken Winkel. Doch ein Torjubel blieb zunächst aus, stattdessen sah Kadri selbst aus wie ein lebendiges Fragezeichen. Warum? Der Puck war innerhalb des Tores auf dem Gestänge liegen geblieben und hatte so für Verwirrung gesorgt. Aufgrund der Reaktion seiner Mitspieler, die auf der Bank aufsprangen und ihre Arme nach oben rissen, reagierte Kadri dann selbst mit der Becker-Faust, bevor er von einer Jubel-Lawine in Weiß und Rot überrollt wurde. Notiz am Rande: Tampa Bay hatte sich in dieser Szene über zu viele Spieler auf dem Eis beschwert. Nach dem Gewinn des Stanley Cups tauchte Kadri in Anlehnung an diese Szene mit einem T-Shirt vom Torjubel und dem Slogen "Too many men" bei den Feierlichkeiten auf.
Rang 1: Das Cup Clinching Goal von Lehkonen
Video: COL@TBL, Sp6: Lehkonen schlenzt an Vasilveskiy vorbei
In Spiel 5 des Stanley Cup Finals 2022 war es die 32. Spielminute, als Colorados Stürmer Arturri Lehkonen das Cup-Clinching-Goal erzielte und damit auch für den Cup-Clinching-Torjubel sorgte. Eher zufällig wurde der Puck in den Lauf von Lehkonen gelenkt, der Finne zögerte nicht lange und traf zum 2:1. Daraufhin breitete der 27-Jährige seine Arme aus, schrie seine Freude heraus, drehte in die Rundung ab und lief in die ausgestreckten Arme von Nummer-1-Center Nathan MacKinnon. Eine Jubeltraube aber entwickelte sich kurioserweise nicht, denn während die Lightning protestierten, teilte Tampas Patrick Maroon einen Stockschlag gegen Josh Manson aus, weshalb es zu einer Rudelbildung kam. Was die Avalanche zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Es war das letzte Tor, was zum Gewinn des Stanley Cup fehlen sollte. Lehkonen machte sich mit seinem Treffer und dem anschließenden Jubel also unsterblich.

















