DAL@NJD: Hischier trifft durch den Verkehr vorm Tor

NHL.com/de blickt auf bedeutende deutschsprachige Spieler zurück, die ihre Schlittschuhe für einzelne Franchises geschnürt haben. In dieser Folge die New Jersey Devils

Wer an die New Jersey Devils denkt, das Franchise, das 1974 unter dem Namen Kansas City Scouts gegründet wurde und ab 1976 für sechs Jahre in Denver beheimatet als Colorado Rockies am Spielbetrieb teilnahm, dem kommen wohl in erster Linie die beiden derzeitigen Schweizer Eishockeygrößen Nico Hischier und Mirco Müller in den Sinn, wenn es um deutschsprachige Akteure geht.
Doch die Organisation, die seit dem Umzug nach New Jersey zu Beginn der 80er-Jahre unter ihrem aktuellen Namen antritt und in den Jahren 1995, 2000 und 2003 den Stanley Cup gewann, war im Laufe der Jahre die sportliche Heimat für wesentlich mehr prominente Namen aus unseren Breiten.
Zum Beispiel waren vor einigen Jahren die Deutschen Karl Friesen, Uli Hiemer und Sascha Goc im Trikot der Devils aktiv. Die Flagge Österreichs hielt in der Geschichte des Teams Michael Grabner hoch, während die Fraktion der Schweizer neben Hischier und Müller durch Damien Brunner und Cory Schneider ergänzt wird.
Der mit Abstand prominenteste Name von diesen ist der von Hischier, dem ersten ausgewählten Spieler im NHL Draft 2017. Damit schrieb er Sportgeschichte, denn vor ihm war Nino Niederreiter, 2010 von den New York Islanders an Nummer 5 ausgewählt, der im Draft am höchsten gezogene Schweizer.
Auf dem 1999 in Brig geborenen Stürmer Hischier ruhen seit diesem Tag viele Hoffnungen in Bezug auf einen erfolgreichen Neuaufbau der Mannschaft.
In bisher 209 Einsätzen der regulären Saison brachte er es auf 51 Tore und 84 Assists. Hinzu kommen fünf Begegnungen in den Stanley Cup Playoffs 2018, in denen Hischier einen Treffer beisteuern konnte. Mit seinen 21 Jahren liegt der große Teil seiner Karriere noch vor ihm.

NJD@WSH: Hischier mit dem ersten Tor

Im sportlichen Schatten des Jungstars fristet Müller in New Jersey ein deutlich weniger beachtetes Dasein. Der 25-Jährige spielt seit der Saison 2017/18 in Newark. Seither wirkte er in 131 Spielen mit, in denen dem Verteidiger drei Tore gelangen. Hinzu kamen 19 Vorlagen. In den Playoffs 2018 lief er in drei Begegnungen auf, blieb dabei aber ohne Scorerpunkt. Gedraftet wurde er im Jahr 2013 von den San Jose Sharks, wo er auch die ersten drei Spielzeiten seiner NHL-Laufbahn aktiv war.
Über einen Schweizer Pass verfügt ebenfalls Torhüter Cory Schneider, dessen Urgroßvater Schneiders Erinnerung nach aus Reigoldswil stammt, wo er bis zu seiner Auswanderung nach Nordamerika im Jahre 1908 auch gewohnt hat.
Mit insgesamt 409 Spielen in der regulären Saison ist Schneider, der seit der Saison 2013/14 in New Jersey spielt, der erfahrenste Akteur aus der Riege der Eidgenossen. Zuvor stand er fünf Jahre lang in Diensten der Vancouver Canucks, die ihn im Jahr 2004 an der insgesamt 26. Stelle gedraftet hatten. Von seinen bisher 14 Playoff-Einsätzen verbuchte Schneider vier in Diensten der Devils. Seine Rolle als Stammkraft im Tor des Teams musste er zuletzt allerdings an Mackenzie Blackwood abgeben.

Corey Schneider

Die Riege der Schweizer in New Jersey komplettiert der 1986 in Zürich geborene Brunner. In den Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 stand der Flügelstürmer in 77 Begegnungen der regulären Saison für New Jersey auf dem Eis. Dabei steuerte er 13 Tore bei. Zuvor stand er ein Jahr in den Diensten der Detroit Red Wings, die ihn nach Nordamerika geholt hatten.
Aus der Riege der Österreicher vertritt Routinier Grabner sein Land. Der 32-jährige Villacher ist aktuell bei den Arizona Coyotes aktiv, verbrachte in der Spielzeit 2017/18 jedoch einige Zeit in New Jersey. Kurz vor der NHL Trade Deadline 2018 von den New York Rangers auf die andere Flussseite des Hudson Rivers transferiert, war die Zeit im Trikot de Devils für Grabner allerdings im Rückblick keine allzu erfolgreiche Zeit.
In 21 Saisonspielen gelangen ihm, nach zuvor 25 Treffern in 59 Saisoneinsätzen für die Rangers, lediglich zwei Tore und drei Vorlagen. Hinzu kamen zwei Spiele in den Playoffs, in denen er punktlos blieb. Im darauffolgenden Sommer erfolgte der Wechsel nach Arizona.

Die Fahne Deutschlands wird ein paar Seiten weiter hinten im Geschichtsbuch der Organisation prominent repräsentiert. Mit Friesen, Goc und Hiemer bilden drei Urgesteine des Eishockeys aus diesem Land die NHL-Fraktion.
Torhüter Friesen, im Jahre 1958 in Winnipeg geboren, spielte 1986/87 vier Begegnungen in Reihen der Devils. Zwei Mal stand er dabei von Beginn an zwischen den Pfosten. Gewinnen konnte er keine der Begegnungen und hinterließ mit einer Fangquote von lediglich 80 Prozent in seiner kurzen Zeit in der NHL auch keinen dauerhaften Eindruck auf der großen Bühne. Dies gelang dem ehemaligen Nationaltorhüter der DEB-Auswahl vor allem in späteren Jahren in Deutschland, als er in Rosenheim und München zur Torhüterlegende wurde. Friesen nahm im Laufe seiner aktiven Zeit an den Eishockey-Weltmeisterschaften von 1981, 1982, 1983, 1985, 1987, 1989 sowie an den Olympischen Winterspielen von 1984, 1988 und 1992 teil. Seine Zeit bei den Devils verlief hingegen unspektakulär.
Der 1979 geborene Verteidiger Goc, der ältere Bruder des späteren NHL-Stürmers Marcel Goc, brachte es in der Spielzeit 2000/01 auf elf und in 2001/02 auf weitere zwei Spiele für die Organisation. Es folgten neun Spiele für die Tampa Bay Lightning gegen Ende der Saison 2001/02. Einen Treffer oder einen Assist weist die Ligastatistik für Goc nicht aus. Der Sechstrundendraftpick der Devils aus dem Jahr 1997 vermochte in Laufe seiner Karriere in erster Linie in Deutschland zu überzeugen, wo er unter anderem für Mannheim, Hannover und Schwenningen seine Schlittschuhe schnürte.
Hiemer, 1962 in Füssen geboren, war der erste Aktive aus Deutschland, dem der Durchbruch in der NHL gelang. Er kam in den drei Jahren von 1984 bis 1987 in Nordamerika auf 143 Spiele für die Devils, mit 19 Toren und 54 Assists. Im AHL Farmteam aus Maine durfte er seinerzeit 41 Spiele absolvieren. Dort gelangen ihm neun Tore und fünf Vorlagen. Ein Playoff-Spiel war dem beinharten Verteidiger aufgrund der stets verpassten Qualifikation nicht vergönnt. Der Drittrundendraftpick der Rockies aus dem Jahre 1981 (Nummer 48) ist bis heute der einzige deutsche Verteidiger, dem in der NHL ein Hattrick gelang (am 31. Oktober 1984 gegen die Pittsburgh Penguins). Die Rolle als echter NHL-Pionier seines Heimatlandes, die kann ihm durch diese Statistiken niemand nehmen. Zur bis heute unvergessenen Eishockeylegende Deutschlands wurde er jedoch erst im weiteren Karriereverlauf in Düsseldorf.