Krueger_BUF_Podcast

Die reguläre Saison 2020/21 ist gerade einmal zwei Wochen alt und bereits jetzt hat man den Eindruck, als befänden sich die meisten Teams in einem vorgezogenem Playoff-Modus. Beinahe jeden Abend gibt es spannende und hochklassige Begegnungen zwischen alten Rivalen und eine Menge Emotionen auf dem Eis zu sehen. Die Neueinteilung der vier Divisionen und der Spielplan mit etlichen aufeinanderfolgenden Partien zwischen den gleichen Kontrahenten machen es möglich.

"Die Voraussetzungen für intensive Aufeinandertreffen sind allein schon durch die zahlreichen Back-to-Back-Spiele gegeben", bestätigte Trainer Jeremy Colliton von den Chicago Blackhawks gegenüber NHL.com/de. "Von daher werden wir sicherlich noch die eine oder andere Reiberei auf dem Eis erleben, vor allem je länger die Saison andauert. Aber das gehört dazu und kann sich am Ende sogar positiv auf die Leistung und das Spiel auswirken."

Jeremy Colliton 11.2

Coach John Hynes von den Nashville Predators ist überzeugt davon, dass die zwischen einzelnen Klubs bestehenden Rivalitäten in den nächsten Wochen verstärkt aufflackern werden. "Das liegt in der Natur der Sache, wenn man sich innerhalb kurzer Zeit öfter gegenübersteht. Es gibt diesmal ja nicht nur Back-to-Back-Spiele, wie man sie aus der jüngeren Vergangenheit schon kannte. Unter Umständen muss man dieses Jahr gegen die gleiche Mannschaft viermal innerhalb von zwei Wochen ran. Das ist im normalen NHL-Spielbetrieb bislang äußerst selten vorgekommen", sagte er zu NHL.com/de. "In diesem Fall vergisst man gewisse Dinge nicht so schnell. Ganz egal, ob sich um einen glanzvollen Sieg, eine bittere Niederlage oder einen Zwist zwischen einzelnen Spielern gehandelt hat. Das wird während der gesamten regulären Saison die Intensität des Spiels befeuern. Dessen bin ich mir absolut sicher."
Wenn im Mai das letzte Schlusssignal der Hauptrunde ertönt, wird es unter anderem zehnmal die "Battle of Alberta" zwischen den Edmonton Oilers und den Calgary Flames gegeben haben, neunmal das Traditionsduell zwischen den Toronto Maple Leafs und den Montreal Canadiens, achtmal die "Battle of Pennsylvania" zwischen den Philadelphia Flyers und den Pittsburgh Penguins, achtmal das Hudson-River-Duell zwischen den New Jersey Devils und den New York Rangers und achtmal den Original-Six-Klassiker zwischen den Chicago Blackhakws und den Detroit Red Wings.

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Darüber hinaus kommt es Konstellationen, die das Zeug haben, eine neue Rivalität zwischen NHL-Teams zu begründen. Einen wesentlichen Part könnten dabei die Buffalo Sabres spielen. Sie zählen zu den Klubs, die durch die Neueinteilung der Divisionen einen grundlegenden Tapetenwechsel erleben. Von ihren Gegnern aus der Atlantic Division sind in der MassMutual East Division nur die Boston Bruins übriggeblieben. Sonst geht es in dieser Spielzeit ausschließlich gegen die Washington Capitals, die Penguins, die Flyers, die Devils, die Rangers und die New York Islanders.
Sabres-Trainer Ralph Krueger lässt keinen Zweifel daran, dass seine Mannschaft gedenkt, der namhaften Konkurrenz einen der vier Playoff-Plätze wegzuschnappen. "Wir glauben fest daran, dass wir es unter die Top vier schaffen können. Das ist unser Ziel, auf das wir hinarbeiten. Aber es wird ein harter Kampf in dieser schweren Gruppe", ließ er gegenüber NHL.com/de verlauten. "Die Mannschaften verfügen alle über viel Erfahrung. Das bedeutet, dass man nie einen geruhsamen Abend hat, sondern immer seine beste Leistung abrufen muss. Man benötigt eine enorme mentale Stärke, um in dieser Division mitzuhalten. Ich denke, es wird sehr interessant für unser Team und wir werden dieses Jahr viel lernen."

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Dem neuen Modus kann Krueger einiges abgewinnen, wenngleich er nach seiner Einschätzung eine große Umstellung bedeutet. "Wir mussten in den letzten sechs Spielen viermal gegen Washington antreten. Das ist für alle eine neue Welt, auch für die Capitals", sagte er. Die Vorbereitung auf den Gegner werde mit der Zeit jedoch einfacher. "Wenn man alle sieben Kontrahenten einmal durchhat, weiß man, was einen erwartet und wie man sich taktisch einstellen muss."
Nach Ansicht von Devils-Trainer Lindy Ruff stellt die gesamte Saison ein Playoff-Szenario dar. "Gerade unsere jungen Spieler müssen lernen, mit dieser speziellen Situation und dem daraus resultierenden Druck umzugehen", betonte er. Es gelte von Spiel zu Spiel zu denken und den Kampf anzunehmen.