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Während in der NHL die reguläre Saison 2019/20 seit dem 12. März aufgrund der Bedenken im Zusammenhang mit dem Coronavirus pausiert, liefert NHL.com/de weiterhin eigene Storys. Heute haben wir den Film Slap Shot (dt. Schlappschuss) mit aktuellen NHL-Spielern neu besetzt.

Wer kennt nicht dieses Werk von Regisseur George Roy Hill? Es ist nicht die Rede von "Der Clou", für den ihm 1974 der Oscar überreicht wurde, sondern von "Slap Shot", der Mutter aller Eishockeyfilme, wenn nicht sogar aller Sportfilme. Auch außerhalb der Eishockey-Gemeinde erreichte Slap Shot Kultstatus. Der Film aus dem Jahre 1977 persifliert das Sportbusiness in einer unterklassigen nordamerikanischen Eishockeyliga zur Zeit der Stahlkrise in den 1970er Jahren. Ja, Slap Shot gilt als Komödie, doch das was Hill auf Zelluloid festgehalten hat, ist kein dummer Klamauk mit flachen Witzen, sondern spielt vor dem Hintergrund sozioökonomischer Umwälzungen, handelt von Ausschweifungen und Dekadenz. Ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit einer Menge Humor und derben Sprüchen lässt er einen in die Eishockeywelt und das Geschäft mit dem Sport von vor fast einem halben Jahrhundert blicken.
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Die Protagonisten von damals sind doch schon in die Jahre gekommen oder wie Paul Newman, der den alternden Spielertrainer Reggie Dunlop spielte, bereits verstorben. Wer von den aktuellen NHL-Spielern wäre prädestiniert nach einem erneuten Casting mitzuwirken?
Die männlichen Hauptrollen
Reggie Dunlop (Paul Newman), Spielertrainer der Charlestown Chiefs: Für diese Rolle kommt nur ein Mann mit viel Erfahrung in Frage.
Der 43-jährige Zdeno Chara wäre als ältester Spieler der Liga durchaus ein heißer Kandidat gewesen. Doch kurzerhand hat sich der nur drei Jahre jüngere Joe Thornton von den San Jose Sharks dazu entschieden, seinen Bart abzurasieren, womit er die Casting Directors überzeugte und kein Weg mehr an ihm vorbeiführte.

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Ned Braden (Michael Ontkean), talentiertester Spieler des Teams: Braden ist gar nicht damit einverstanden, dass sich die Mannschaft zu einer Prügeltruppe entwickeln soll. Er hat noch eine große Karriere vor sich und würde gerne weiterhin sauberes Eishockey spielen.
Ein Stürmer, im Alter von Anfang bis Mitte 20, der weiß wie man am Fließband punktet, wäre die Idealbesetzung. Ein adrettes Äußeres ist ebenfalls von Vorteil. Connor McDavid und Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers waren nach der Vorausscheidung die verbliebenen Kandidaten. Letztendlich durften die weiblichen Jury-Mitglieder entscheiden. Ihre Wahl fiel auf den 24-jährigen Kölner.
Jeff, Steve, Jack Hanson (Jeff, Steve Carlson, Dave Hanson), die Reihe: Wenn diese drei Jungs auf das Eis geschickt werden, "sieht es aus, wie ein bewegliches Kunstwerk". Brüder sollte man schon sein, um diese Rolle zu bekommen.
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Es bewarben sich die Benn- (Jamie, Jordie), Staal- (Eric, Jordan, Marc), Stone- (Mark, Michael), Strome- (Dylan, Ryan), Subban- (P.K., Malcolm), Tanev- (Brandon, Chris) und Tkachuk-Brüder (Brady, Matthew). Nachdem die Entscheidung bereits auf die Staals gefallen war, da sie eben zu dritt sind, wollte sich P.K. Subban damit nicht abfinden und brachte seinen gedrafteten Bruder Jordan ins Gespräch, musste sich aber dem Argument beugen, dass sein anderer Bruder Malcolm ein Torwart ist. Die P.K. daraufhin angebotene Nebenrolle als Ogie Ogilthorpe in der Schlusssequenz lehnte er dankend ab mit der Begründung, dass er zu selten am Bullypunkt steht.
Denis Lemieux(Yvon Barrette), frankokanadischer Torwart der Chiefs: Ihm steckt das Torwartspiel von Kindesbeinen an im Blut und er ist ein langjähriger Profi.
Der Vorbedingung, in der kanadischen Provinz Quebec geboren zu sein, entsprachen sechs Torhüter. Antoine Bibeau, Louis Domingue und Sam Montembeault wurden als zu jung und unerfahren empfunden, Corey Crawford hatte kaum noch einen französischen Akzent und Marc-Andre Fleury war zu glatt rasiert. Somit erfüllte Jonathan Bernier von den Detroit Red Wings am ehesten die Kriterien. Zudem hatte er in dieser Saison öfters als ihm lieb war die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt, wenn man ein Spiel verliert.

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Killer Carlson (Jerry Houser), ein lieber Kerl, der zur Kampfmaschine mutiert: Carlson lässt sich von Dunlops Konzept, über Härte den Erfolg zu finden, als Erster begeistern und geht fortan, ohne Rücksicht auf Blessuren, keinem Fight aus dem Weg.
Ein durchschlagendes Argument, warum er der ideale Mann für diese Besetzung sei, brachte ein 30-jähriger Verteidiger der Washington Capitals vor: "Ich heiße Carlson, John Carlson." Mit dem Trick versuchten es auch Gabriel Carlsson und Lucas Carlsson, doch sie hatten ein 's' zu viel.
Johnny Upton (Allan Nicholls), der Kapitän der Chiefs: Seinen berühmtesten Auftritt hat Upton in der Szene, bei der die Spieler der Chiefs für eine Modenschau engagiert werden und auf den Laufsteg müssen. Upton ist darüber wenig amüsiert und kündigt eine Protestaktion an (am besten selber ansehen).
P.K. Subban hörte was von Modenschau, bewarb sich als Einziger für diese Rolle und wurde doch noch beim Casting berücksichtigt.