Lange wird man den erfolgreichsten Torschützen und Scorer in der Geschichte der PENNY DEL allerdings nicht mehr auf dem Spielfeld bewundern können. Am Sonntag hatte der Kapitän der Ice Tigers seinen Rücktritt zum Ende dieser Saison angekündigt. Es sei an der Zeit, die Schlittschuhe an den berühmten Nagel zu hängen, teilte er auf Twitter mit. "Ich weiß jetzt schon, dass mir jede Sekunde mit meinen Jungs in der Kabine, auf dem Eis und selbst im Bus fehlen wird. Dieser Sport hat mein Leben geprägt und mich Dinge erleben lassen, die ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen konnte", ließ er in der Nachricht verlauten.
Noch sei es aber nicht an der Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen, meinte Reimer. Vielmehr wolle er vor seinem Karriereende mit den Ice Tigers ein weiteres Mal die Playoffs erreichen. "Diesen Traum zu leben, ist das große Ziel, für das wir bis zum letzten Spiel alles geben werden", führte der 40 Jahre alte Angreifer in seinem Tweet aus.
In der zurückliegenden Saison löste er Daniel Kreutzer als Rekordscorer der DEL-Geschichte ab. Nach 1051 Spielen (Hauptrunde und Playoffs) sind für Reimer nunmehr 844 Punkte (390 Tore, 454 Assists) verzeichnet.
Der gebürtige Mindelheimer ist seit fast 20 Jahren in der obersten deutschen Spielklasse am Puck. Sein DEL-Debüt absolvierte er am 23. Dezember 2003 im Trikot der Düsseldorfer EG. Seit seinem Wechsel von Düsseldorf nach Nürnberg im Sommer 2012 ist er Kapitän der Ice Tigers. Er führt die Bestenliste des Klubs in den Kategorien Spiele (573), Tore (234), Assists (280) und Scorerpunkte (514) an.
Reimer zählt zum Kreis von nur acht Akteuren, die 1000 Spiele oder mehr in der DEL auf dem Buckel haben. Dreimal wurde er zum Spieler des Jahres gewählt. Das gelang außer ihm niemand.
Dass die Verantwortlichen bei den Ice Tigers aufgrund der imposanten Leistungsnachweise traurig über Reimers nahenden Rücktritt sind, versteht sich von selbst. "Patrick wird eine riesengroße Lücke hinterlassen, nicht nur in Nürnberg, sondern auch in der DEL und im gesamten deutschen Eishockey", sagte Sportdirektor Stefan Ustorf. "Nicht nur sportlich, sondern vor allem menschlich ist er immer ein Vorbild gewesen. Für den Rest dieser Saison werden wir alles tun, um dafür zu sorgen, dass Patrick einen gebührenden Abschied bekommt."
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Die Nürnberger kündigten an, die Rückennummer 17 von Reimer künftig nicht mehr zu vergeben. In der kommenden Saison soll ein Banner mit dem Trikot bei einer Zeremonie unters Hallendach gezogen werden.
PENNY-DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke würdigte ebenfalls die Verdienste des Ausnahmestürmers. "Patrick Reimer ist ohne Frage ein Gesicht des deutschen Eishockeys der letzten Jahrzehnte. Vor allem seine Führungsqualitäten auf sowie außerhalb des Eises machen ihn so einzigartig und beliebt. Die Erfolge, die er errungen hat, sprechen für sich. Ich hoffe, dass Reimi den Rest der Saison genießt und dem deutschen Eishockey danach verbunden bleibt. Dazu wünsche ich ihm alles Gute und vor allem natürlich Gesundheit", hieß es in der Stellungnahme des Liga-Managers zur Rücktrittsankündigung.
Bei der deutschen Nationalmannschaft gehörte Reimer über viele Jahre hinweg genauso zu den Stützen wie in seinen beiden DEL-Vereinen. Den größten Erfolg mit der DEB-Auswahl feierte er mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2018 in Südkorea. Fünfmal nahm er für Deutschland an einer Weltmeisterschaft teil.