Claude Giroux geht erstmals nach 1000 Spielen von den Philadelphia Flyers weg und schließt sich den Florida Panthers an. Die Panthers haben sicher alle Elemente, um im Race der Stanley Cup Playoffs weit zu kommen. Ich kenne deren Trainer Andrew Brunette sehr gut, denn ich habe mit ihm in Colorado zusammengespielt. Von dem her würde ich es ihnen gönnen, dass sie erfolgreich sind. Vielleicht kommt es ja auch zur Neuauflage des Stanley Cup Finale 1996 zwischen Florida und den Colorado Avalanche, allerdings wollte Florida sicher ein besseres Ergebnis als 0:4 damals erreichen. Es wäre eine tolle Geschichte.
Die Avalanche haben auch einige gute Trades vollzogen, die sie womöglich noch weiterbringen, als sie es ohnehin schon sind. Ich habe schon mehrmals an dieser Stelle geschrieben, dass ich denke, dass GM Joe Sakic genau weiß, was er tut und warum er solche Leute wie Artturi Lehkonen, Andrew Cogliano und Nico Sturm holt. Auf der Torhüterposition hat er sich schließlich entschlossen, doch nichts zu tun. Ich denke, hier waren die letzten Wochen ausschlaggebend, wo Darcy Kuemper und Pavel Francouz gezeigt haben, dass auf sie Verlass ist. Vielleicht war ihm aber der Preis für gewisse Torhüter am Markt zu hoch. Diese Entscheidung ist für mich auf jeden Fall nachvollziehbar.
Sehr aktiv waren auch die führenden Teams der Metropolitan Division. Dort geht es ja sehr knapp zu und es wird sicher ein spannendes Rennen werden, wer sich durchsetzt. Die Gruppe ist äußerst umkämpft und es wird sehr aufregend werden. Hier werden dann spätestens in den ersten Runden der Playoffs schon von alleine die Diskussionen entstehen, welche Trades vom Montag sich letztendlich ausgezahlt haben und welche nicht.
In der Schweiz haben die Playoffs bereits begonnen und in Deutschland wird es Anfang April der Fall sein. Dass die NHL dieses Mal später losgeht, wird für die Fans ein besonderes Erlebnis sein. Dann sind in Europa die Playoffs schon fast am Ende, wenn sie in Nordamerika anfangen. Es ist sehr schwer vorauszusehen, was passieren wird, von daher bin ich bei der Nennung von Favoriten vorsichtig. Aber ich freue mich schon unheimlich darauf, dass ich es in diesem Jahr noch intensiver verfolgen kann.
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Aus Schweizer Sicht liegen die Hoffnungen mal wieder auf Nino Niederreiter mit den Carolina Hurricanes und natürlich Roman Josi mit den Nashville Predators. Letzterer leistet wieder unglaubliches, vor allem in den vergangenen Wochen. 25 Punkte in elf Spielen, die er erreicht hat, ist für einen Verteidiger eine Wahnsinnszahl und wäre schon für einen Stürmer herausragend. Es war nicht zu erwarten, dass er den Schweizer Saisonrekord von Timo Meier (66 Punkte in 2018/19) würde knacken können, doch jetzt ist er mit 78 Punkten aus 62 Spielen sogar schon weit darüber hinaus und ein Bereich an die 100 Punkte sollte für ihn im Bereich des Möglichen sein. Es sieht so aus, dass er auch mit seinen jetzt 31 Jahren stetig besser wird und wie von einem anderen Planeten spielt. Das macht einfach Freude das zu sehen.
Niederreiter wäre es natürlich zu gönnen, wenn er den nächsten Schritt machen und nach einem Conference Finale mit Carolina vor drei Jahren auch mal in das Stanley Cup Finale einziehen könnte. Sein Vertrag mit den Hurricanes läuft aus und ich hoffe, dass er dortbleiben kann, auch wenn er mit seinen Qualitäten sicher jederzeit woanders unterkommen wird. Es scheint so, als ob die Hurricanes das richtige Team für ihn sind, nachdem es in seiner NHL-Karriere nicht immer einfach für ihn war.
Die Montreal Canadiens haben sich für die kommenden Drafts ordentlich aufgestellt. Sie haben derzeit alleine 14 Züge im NHL Draft 2022, davon jeweils zwei in den ersten beiden Runden. In gleicher Häufigkeit sind so früh die Anaheim Ducks auch dran. Die Detroit Red Wings haben insgesamt zehn Züge und die Buffalo Sabres alleine drei in der ersten Runde. Das heißt die unteren Teams haben sich gut aufgestellt, um ihren Rebuild voranzutreiben. Das ist einer der Vorteile, warum es in der NHL auf Dauer ein spannender Wettbewerb ist.