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Das Tagebuch von Marco Rossi zum NHL Draft 2020

Der talentierte Stürmer aus Ottawa schreibt über seine Ausbildung in Österreich und die Erwartungen für diese Saison

von Marco Rossi / Exklusiv für NHL.com

Mit einem monatlichen Tagebucheintrag wird Marco Rossi von den Ottawa 67´s aus der Ontario Hockey League (OHL) exklusiv für NHL.com seinen Weg bis zum NHL Draft 2020 in Montreal schildern. Der 18 Jahre alte Center ist im Vorab-Ranking des NHL Central Scouting bei den Skatern mit der Bestnote A bewertet worden. In der laufenden Spielzeit verbuchte er bislang neun Punkte (vier Tore, fünf Vorlagen) für sein Team.

Im ersten Eintrag geht es um seine Eishockey-Ausbildung in Österreich und der Schweiz und seine Erwartungen für die zweite OHL-Saison.

 

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Hallo Eishockey-Fans,

zunächst einmal möchte ich euch erzählen, wie alles begonnen hat. Als ich drei Jahre alt war, habe ich mit dem Eishockey angefangen. Mein Vater Michael war 20 Jahre lang Profi in Österreich. Von daher lag es nahe, dass auch ich irgendwann zum Schläger und den Schlittschuhen greifen würde.

Ich bin im österreichischen Feldkirch geboren. Der Ort liegt etwa 80 Kilometer östlich der Schweizer Metropole Zürich. Mein Vater spielte die meiste Zeit seiner Karriere für die VEU Feldkirch und gewann mit dem Klub einige Meistertitel in der Liga. In Österreich gibt es nicht allzu viele Eishockey-Spielfelder. Zusammengerechnet sind es vielleicht um die 40. Allein fünf davon befinden in meiner Heimatstadt.

Mein Vater hat mir eingetrichtert, dass ich ein guter Teamplayer sein muss. Manche Eltern versprechen ihren Kindern einen Restaurantbesuch, wenn sie ein Tor schießen. Mein Papa war da anders. Er hat gesagt, dass es viel wichtiger ist, an die Mannschaft zu denken und nicht so sehr an sich selbst. Spiele lieber einen gescheiten Pass und sei mit Leidenschaft bei der Sache, lautete sein Ratschlag.

Ich habe in Österreich gespielt, bis ich 10 Jahre alt war. Danach bin ich in die Schweiz gewechselt. Das war nicht weiter dramatisch, da die Grenze nur 15 Minuten und damit einen Katzensprung entfernt lag. Drei Jahre später ging ich dann nach Zürich. Das war eine ganz andere Hausnummer und ziemlich stressig, weil wir jeden Tag extra dorthin fahren mussten. Ich bin um 6 Uhr morgens aufgestanden und nach der Schule zum Training. Das bedeutete jedes Mal eine Fahrt von anderthalb Stunden hin und wieder zurück. Wir sind selten vor Mitternacht nach Hause gekommen. Aber mein Vater hat sich nie beschwert.

Meine Mutter hat auch viele Opfer für mich gebracht. Ich verdanke meinen Eltern eine ganze Menge. Ich habe zwei ältere Schwestern, Estelle und Marielle, die beide Tennis spielen. Mein Vater und ich sind die einzigen Eishockey-Spieler in unserer Familie. 

Was mein Spiel betrifft, sehe ich mich als Zwei-Wege-Stürmer. Ich gehe mit viel Eifer aufs Eis und will immer gewinnen.

Tagsüber habe ich regelmäßig die NHL-Highlights angeschaut, weil ich wegen des Zeitunterschieds keine Live-Übertragungen verfolgen konnte. Ich hatte eigentlich nie ein Lieblingsteam, dafür aber mit Pavel Datsyuk einen absoluten Lieblingsspieler. Ich fand es toll, wie er in der Offensive und der Defensive gespielt hat.

Die aktuelle Saison in der OHL hat gut für mich begonnen. Ich spiele immer und habe viel Spaß dabei. Ich möchte mich nicht unter Druck setzen, sondern einfach versuchen, jeden Tag ein Stück besser zu werden. Die ersten beiden Einsätze letztes Jahr in meiner Rookie-Saison waren eine gewaltige Umstellung für mich, da das Eis in Nordamerika kleiner ist und die Aktionen viel schneller ablaufen. Aber nach ein paar Matches hatte ich mich daran gewöhnt und jetzt ist es überhaupt kein Problem mehr für mich.

Mir gefällt das Team, das wir diese Saison in Ottawa haben. Es ist ganz anders im Vergleich mit dem vom letzten Jahr. Jetzt sind viel mehr junge Spieler dabei. Aber das passt schon. Die Gruppe ist großartig. Ich glaube, dass wir dieses Jahr den Titel gewinnen können. In der vorigen Saison haben wir die Finalserie in der OHL in sechs Spielen gegen Guelph verloren. Unser Ziel ist es daher, diesmal den Spieß umzudrehen.

Als 15-jähriger Jungprofi bei den GKC Lions, dem Farmteam der ZSC Lions aus Zürich, habe ich gelernt, wie wichtig die Bullys sind. Ich hatte mit den Ex-Profis Ryan Hayes und Pascal Pelletier hervorragende Lehrmeister.

In Ottawa spiele ich im Moment als Center in einer Reihe mit Austen Keating und Graeme Clarke. Wir reden viel miteinander bei jedem Wechsel. Soweit läuft alles prima.

Danke für das Interesse an meinem Tagebucheintrag für diesen Monat.

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