Beim 3:2 gegen die Toronto Maple Leafs am Montag stellte Nurse dies einmal mehr unter Beweis. Nurse war es nämlich, der nach einer Vorarbeit von Draisaitl und McDavid den Siegtreffer in der Verlängerung erzielte. Der Triumph gegen den Tabellenführer der Scotia North Division bringt die Oilers den Stanley Cup Playoffs einen weiteren Schritt näher.
"Als Team wussten wir, zu was wir fähig sind. Und wir wussten, dass wir heute hier gewinnen können", sagte Nurse. "Das war für uns ein großer Sieg, auf den wir im weiteren Saisonverlauf aufbauen können."
Der 26-Jährige erzielte dadurch sein 12. Saisontor. Damit ist er derzeit der torgefährlichste Verteidiger der gesamten NHL. Aaron Ekblad von den Florida Panthers und Jeff Petry von den Montreal Canadiens stehen bei jeweils elf Treffern. Sollte Nurse auch nach Saisonende noch die Torschützenliste der Verteidiger anführen, wäre der Kanadier erst der zweite Spieler in der Geschichte der Oilers, der dies vollbracht hat. Vorher schaffte das im Trikot von Edmonton lediglich Paul Coffey, der allerdings gleich viel Mal diese Rangliste anführte, zuletzt in der Saison 1985/86.
Ebenfalls beachtlich: Nurse erzielte bereits zum dritten Mal in seiner Karriere ein Tor in der Overtime. De einzige Verteidiger in der Geschichte der Oilers, dem dies vor ihm gelang, war Eric Brewer.
"Er hat sich sein Selbstvertrauen verdient", sagt Edmonton-Trainer Dave Tippett über Nurse. "Um ein wirklich guter Spieler in dieser Liga zu sein, muss man viele Dinge richtig machen. Man muss sehr viel Arbeit einbringen und hoffen, dass daraufhin die entsprechenden Ergebnisse folgen. Ich kann gar nicht genug von ihm erzählen. Ich sehe, was sich hinter den Kulissen abspielt und welche Arbeit er leistet. Es ist einfach schön anzusehen, dass sich das in den Ergebnissen widerspiegelt."
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Der Kanadier ist in den Profisport praktisch hineingewachsen. Der ehemalige NFL-Quarterback Donovan McNabb, der bei den Philadelphia Eagles seine erfolgreichste Zeit hatte und sogar im Super Bowl stand, heiratete die Tante von Nurse und wurde somit praktisch zu seinem Onkel. Nurse hatte stets einen engen Draht zu McNabb und dessen Teamkameraden, war oftmals auch bei Trainingseinheiten dabei. "Ich fühlte mich wie der kleine Bruder all dieser Spieler", erinnert sich Nurse. "Das waren alles athletische Freaks. Laufen, Springen, Krafttraining, ich war noch nie zuvor von so vielen Athleten umgeben, die so explosiv und körperlich begabt waren."
Nurse wusste zwar, dass er selbst kein Footballspieler werden möchte. Sein Ziel bestand aber darin, diese Mentalität auf das Eishockey zu übertragen. "Ich dachte, wenn ich diese Art von Mentalität und diese Art von Arbeitsmoral annehmen könne, dann könnte ich das vielleicht für meine Karriere in der NHL nutzen." Zumal sein berühmter Onkel nicht der einzige Athlet in der Familie gewesen ist, an dem er sich orientieren konnte.
Sein Vater Richard war ebenfalls ein professioneller Footballspieler und ist in der Canadian Football League als Passempfänger aktiv gewesen. Dies färbte offenbar auf die gesamte Familie ab. Kia Nurse, die jüngere Schwester von Darnell, war am College eine erfolgreiche Basketballspielerin. Und dann wäre da auch noch seine Cousine Sarah Nurse, die sich genauso wie Darnell für Eishockey entschied und bei den Olympischen Winterspielen 2018 mit Kanada die Silbermedaille gewann.
Darnell Nurse wurde beim NHL Draft 2013 in der 1. Runde an Position 7 von den Oilers ausgewählt. Bereits damals war bekannt, dass der Verteidiger ein hohes Maß an Professionalität mitbringt. "Darnell interessiert uns aufgrund seiner harten Trainingsarbeit, seiner Sportlergene und seinen körperlichen Eigenschaften", sagte damals der General Manager Craig MacTavish und prognostizierte: "Eines Tages wird er der Leader in unserer Defensive sein."