Zwei Spiele vor dem Ende der regulären Saison 2023/24 gelang Connor McDavid eine der größten individuellen Leistungen in der NHL der vergangenen 30 Jahre. Bei einem 9:2-Heimsieg der Edmonton Oilers gegen die San Jose Sharks erreichte er am Montag die Marke von 100 Assists in einer Saison.

„Es ist für uns auch aufregend, Teil davon zu sein und ihn jeden Tag zu sehen“, freute sich Oilers-Stürmer Ryan Nugent-Hopkins für seinen Mitspieler. „Es sind nicht nur die Spiele, er dominiert auch jedes Training und treibt uns dazu an besser zu werden und härter zu arbeiten. Das sieht man dann im Spiel.“

McDavid sorgt für Blitzstart

Der Kapitän der Oilers leitete die Dominanz seiner Mannschaft bereits in der ersten Minute ein. Nach nur 53 Sekunden kam er nach einem schönen Steilpass von Verteidiger Darnell Nurse mit viel Geschwindigkeit ins Drittel der Sharks. Als er versuchte Zach Hyman in der Mitte zu bedienen, prallte sein Pass vom Schlittschuh des Sharks-Verteidigers Marc-Edouard Vlasic zum 1:0 ins Tor.

Noch im ersten Spielabschnitt bauten Adam Henrique (5.), Warren Foegele (11.) und Dylan Holloway (20.) die Führung aus. Danil Gushchin (22.) lieferte im zweiten Drittel mit seinem zweiten NHL-Tor ein kurzes Lebenszeichen der Sharks, doch Edmonton sorgte noch im zweiten Spielabschnitt mit fünf weiteren Treffern für klare Verhältnisse. Foegele (25.), Corey Perry (31.), Cody Ceci (34.), Evan Bouchard (34.) und Hyman waren für die Tore verantwortlich.

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Vierter Spieler mit 100 Assists

Bei Hymans Tor zum 9:1 gelang McDavid der große Meilenstein. Der Oilers-Kapitän servierte seinem Kollegen die Scheibe direkt vor dem Torhüter der Sharks und Hyman lenkte den Puck zu seinem 54. Saisontor über die Linie. Für McDavid war das der 100. Assist der Saison 2023/24.

„Das war wahrscheinlich sein schwierigster Meilenstein“, erklärte Nugent-Hopkins. „Man kann nicht mehr wirklich darüber überrascht sein, was er Jahr für Jahr erreicht, aber es ist eine unglaubliche Leistung. Man hätte wohl nicht gedacht, dass das heute noch möglich ist, aber er überrascht einen immer wieder.“

Es war das 14. Mal, dass ein Spieler diesen Wert erreichte. Allerdings war für elf dieser Saisons Wayne Gretzky verantwortlich. Ansonsten schafften das nur Mario Lemieux (114 Assists in der Saison 1988/89) und Bobby Orr (102 Assists, 1970/71). Damit reihte sich McDavid direkt hinter den beiden legendärsten Stürmern und dem wohl besten Offensivverteidiger der NHL-Geschichte ein. Zuletzt gelangen Gretzky in der Saison 1990/91 100 Assists.

„Das bedeutet mir viel“, gab McDavid zu. „Das sind drei der besten Spieler aller Zeiten. Etwas mit ihnen zu teilen bedeutet mir einiges. Ich bin einfach nur dankbar für meine Mitspieler und unsere Mitarbeiter und Trainer hier in Edmonton... Wir hatten keine leichte Saison, aber alle haben gekämpft und wir haben uns vor der wichtigsten Phase der Spielzeit in eine gute Position gebracht.“

Die Marke von 100 Assists schien für den Oilers-Stürmer zuletzt in Gefahr, denn er hatte die vergangenen drei Spiele aufgrund einer Verletzung verpasst. Bei seiner Rückkehr war von Beschwerden jedoch nichts mehr zu sehen.

Auf den Spuren von Gretzky und Lemieux

Mit einem Tor und einem Assist erhöhte McDavid sein Punktekonto in dieser Saison auf 132 Zähler (32 Tore, 100 Assists) in 75 Spielen. Hätte er nicht fünf Spiele verpasst, würde er wohl mit Nikita Kucherov um den ersten Platz in der Scorerliste konkurrieren. Der Stürmer der Tampa Bay Lightning führt die Liga mit 142 Punkten (43 Tore, 99 Assists) an. Ansonsten liegt nur noch Nathan MacKinnon mit 138 Zählern (51 Tore, 87 Assists) vor dem Oilers-Stürmer. Kucherov hat noch ein Spiel, um mit einer weiteren Vorlage ebenfalls 100 Assists zu erreichen.

Dank seines Zwei-Punkte-Spiels ordnete sich McDavid noch in einem anderen Bereich in exklusiver Gesellschaft ein. In seinem 643. NHL-Spiel gelang ihm sein 300. Spiel mit mehr als einem Punkt. Schneller erreichten diesen Wert nur Gretzky (452 Spiele) und Lemieux (524).

850 für Draisaitl

Nicht nur McDavid erreichte in diesem Spiel einen Meilenstein, auch der gebürtige Kölner Leon Draisaitl durfte eine runde Zahl feiern. Mit zwei Assists zu den beiden Toren von Foegele kommt der 28-jährige Center auf 850 Punkte (347 Tore, 503 Assists) in 718 NHL-Spielen.

Die Chance für weitere historische Leistungen wird es für die beiden ab 20. April in den Stanley Cup Playoffs 2024 geben. Sie bestritten jeweils erst 49 Playoff-Spiele, sind aber unter den effizientesten Scorern in der K.o.-Phase zu finden. Unter allen Spielern, die wenigstens zehn Partien in der Post-Season bestritten, erreichten nur Gretzky (1,84) und Lemieux (1,61) mehr Punkte pro Spiel. Draisaitl steht mit 77 Punkten (31 Tore, 46 Assists) bei 1,57 Zählern pro Einsatz, McDavid mit 75 Punkten (29 Tore, 46 Assists) bei 1,53.

In der Saison 2021/22 erreichten sie mit den Oilers das Western Conference Finale. Damals erzielte Draisaitl 32 Punkte (7 Tore, 25 Assists), McDavid 33 Punkte (10 Tore, 23 Assists) in 16 Spielen. Sollte ihnen in den anstehenden Playoffs eine ähnliche Leistung glücken, würden sie beide die Marke von 100 Punkten knacken.

Edmonton liegt zwei Spiele vor dem Ende der regulären Saison mit 104 Punkten (49-25-6) auf dem zweiten Platz der Pacific Division. Theoretisch sind die Vancouver Canucks drei Punkte vor ihnen auf dem ersten Platz noch in Reichweite, wahrscheinlich wird es aber beim zweiten Platz bleiben. In der ersten Runde würden die Oilers dann entweder auf die Los Angeles Kings treffen, die mit 97 Punkten auf dem dritten Platz rangieren, oder auf die Vegas Golden Knights, die nur einen Punkt hinter den Kings liegen.

Die Oilers treten am Mittwoch (10 p.m. ET; Sky Sport, NHL.tv; Do. 4 Uhr MESZ) noch bei den Arizona Coyotes an und schließen ihre Saison dann am Donnerstag (9:30 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 3:30 Uhr MESZ) bei den Colorado Avalanche ab.

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