Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den St. Louis Blues und den Colorado Avalanche

Die Colorado Avalanche haben am Dienstag ein klares Zeichen an die Konkurrenz gesendet – und gleichzeitig deutlich gemacht, dass sie sich damit noch längst nicht zufriedengeben. Mit einem souveränen 3:1-Erfolg bei den St. Louis Blues sicherte sich das Team aus Denver im Enterprise Center nicht nur den Titel in der Central Division, sondern auch Platz eins in der Western Conference. Es ist ein weiterer Meilenstein in einer ohnehin starken Saison 2025/26 – und doch nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum großen Ziel.

Dominanz von Beginn an

Schon in den ersten Minuten in St. Louis wurde deutlich, in welche Richtung sich dieser Abend entwickeln würde. Colorado trat mit hoher Intensität auf, gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe und setzte die Gastgeber früh unter Druck. Das spiegelte sich auch in der Schussstatistik wider: 17:2 lautete das Verhältnis im ersten Drittel – ein Statement.

Blues-Coach Jim Montgomery zeigte sich entsprechend beeindruckt – und ernüchtert:

„Wir haben die bessere Version der Avs erwartet – und genau die haben wir bekommen. Jeder spricht über ihre Geschwindigkeit und Offensive, aber was wirklich beeindruckt, ist ihr Engagement in der Defensive.“

 Diese Balance zwischen Angriffswucht und defensiver Stabilität ist es, die Colorado in dieser Saison so gefährlich macht. Während sie offensiv zu den besten Teams der Liga zählen, stellen sie gleichzeitig eine der stärksten Defensiven – ein seltenes und wertvolles Gesamtpaket.

Nichushkin glänzt bei wichtigem Sieg

Im Mittelpunkt des Abends stand einmal mehr Valeri Nichushkin, der mit zwei Treffern maßgeblich zum Sieg beitrug. Bereits im ersten Drittel brachte er seine Mannschaft in Führung, als er einen Distanzschuss von Devon Toews vor dem Tor entscheidend abfälschte (17.). Kurz vor der Pause erhöhte Martin Necas nach starker Vorarbeit von Nathan MacKinnon auf 2:0 (20.).

Als Nichushkin dann zu Beginn des zweiten Drittels in Unterzahl auf 3:0 (22., SH) stellte, war die Partie praktisch entschieden. Besonders bemerkenswert: Der Angreifer war erst kurz zuvor nach einer Verletzung ins Lineup zurückgekehrt – und knüpfte nahtlos an seine starke Form an.

COL@STL: Nichushkin mit seinem zweiten Treffer des Tages

Im Tor überzeugte Scott Wedgewood mit 18 Paraden (94,7 Prozent Fangquote) und sicherte sich seinen 29. Saisonsieg. Auch wenn er im dritten Drittel nach einer Kollision kurz liegen blieb, konnte er weiterspielen – ein Sinnbild für die Widerstandsfähigkeit dieses Teams.

Historischer Erfolg mit klarer Perspektive

Mit dem Sieg fixierten die Avalanche nicht nur den Divisionssieg, sondern auch den Spitzenplatz im Westen. Es ist der 15. Divisionstitel der Franchise-Geschichte – nur die Boston Bruins (27), Montreal Canadiens (24) oder Detroit Red Wings (27), Chicago Blackhawks (16) und Philadelphia Flyers (16) haben noch mehr vorzuweisen.

Auch der fünfte Spitzenplatz in der Conference unterstreicht die Entwicklung der vergangenen Jahre. Erst 2022 hatte Colorado die Western Conference am Hauptrundenende angeführt – nun gelingt dieses Kunststück erneut.

Trainer Jared Bednar ordnete den Erfolg jedoch bewusst ein: „Wir sind noch nicht am Ziel. Unser Plan war es, die Division und die Conference anzuführen – das haben wir nun vorzeitig geschafft. Jetzt fehlt nicht mehr viel, um am Ende der regulären Saison auch die gesamte Liga anzuführen. Es wäre verrückt, das jetzt nicht anzustreben.“

Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Team. Der Fokus liegt nicht auf Zwischenfeiern, sondern auf dem großen Ganzen – dem bestmöglichen Ausgangspunkt für die Playoffs.

Heimrecht als entscheidender Faktor

Ein zentrales Thema bleibt dabei das Heimrecht, das sich die Avalanche mit ihrer starken Saison sichern wollen. Wedgewood betonte die Bedeutung dieses Vorteils eindringlich: „Du startest in die Saison mit dem Ziel, die Stanley Cup Playoffs zu erreichen. Aber wenn sich das Bild entwickelt, willst du mehr – die Division gewinnen, die Conference anführen. Heimrecht ist enorm wichtig, egal in welcher Runde.“

Gerade in langen Playoff-Serien kann dieser Faktor den Unterschied machen – weniger Reisen, vertraute Umgebung, die Unterstützung der eigenen Fans. Colorado hat sich in dieser Hinsicht eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet.

Dass der Weg dorthin nicht immer geradlinig verlief, verschweigt im Team niemand. „Wir hatten unsere Höhen und Tiefen“, gab Wedgewood zu. „Aber dieser starke Saisonstart hat uns Selbstvertrauen gegeben.“

Formschwankungen als letzte Baustelle

Trotz aller Erfolge sieht Bednar weiterhin Verbesserungspotenzial. Die jüngsten Leistungen schwankten – von einer deftigen Niederlage gegen Vancouver (6:8 am 1. April) bis hin zu überzeugenden Auftritten gegen Dallas (2:0 am 4. April) und nun erneut gegen St. Louis.

„Wir waren zuletzt etwas inkonstant“, erklärte der Coach. „Aber wir haben gezeigt, dass wir unser Spiel durchziehen können, wenn wir es wirklich wollen.“

Genau darin liegt die letzte Herausforderung vor den Playoffs: Konstanz. Es geht weniger darum, jedes Spiel perfekt zu bestreiten, sondern vielmehr darum, ein stabiles Fundament zu entwickeln, auf das sich das Team jederzeit verlassen kann.

Bednar formulierte es so: „Ich muss es nicht über 60 Minuten in jedem Spiel sehen. Aber oft genug, damit wir unser Ziel erreichen und jeder Vertrauen in unser Spiel hat.“

Der Blick richtet sich nach vorne

Mit noch fünf ausstehenden Spielen bleibt Colorado genügend Zeit, an den Feinheiten zu arbeiten. Gleichzeitig steht bereits fest, dass im Westen andere Teams nun den vermeintlich schwereren Weg gehen müssen: Durch den Divisionstitel der Avalanche treffen die Dallas Stars und die Minnesota Wild in der ersten Runde direkt aufeinander.

Für Colorado hingegen beginnt nun die gezielte Vorbereitung auf die entscheidende Phase der Saison. Die Botschaft ist klar: Der bisherige Erfolg ist verdient – aber eben nur ein Teil des Plans. Oder, wie Bednar es ausdrückte: „Es fühlt sich großartig an. Aber wir feiern noch keine Paraden.“

Die Avalanche haben sich die Pole Position gesichert. Jetzt geht es für sie darum, sie auch ins Ziel zu bringen.

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