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Die Colorado Avalanche legen die Messlatte für ihre Konkurrenten hoch. Während sich die anderen Titelaspiranten jüngst immer wieder Ausrutscher leisteten, sammeln die Avalanche in schöner Regelmäßigkeit Punkte.

Besonders beeindruckt die Art und Weise, wie das Team von Trainer Jared Bednar auf den jeweils anstehenden Gegner eingestellt wird. Und verläuft das Spiel einmal nicht so wie ursprünglich geplant, dann gelingt es den Avalanche nahezu perfekt, sich den veränderten Bedingungen anzupassen. Heraus springt für sie am Ende fast immer etwas Zählbares.
Knapp einen Monat ist es her, dass die Avalanche zuletzt eine Partie in der regulären Spielzeit verloren haben. Am 8. März unterlagen sie den Arizona Coyotes mit 2:3. Seitdem punkteten sie in 14 aufeinanderfolgenden Partien und übernahmen die Tabellenführung in der Honda West Division.

STL@COL: Makars Schuss wird zur Führung abgefälscht

Die Avalanche sammelten mit einer Bilanz von 12-0-2 zuletzt 26 Punkte, und damit fünf mehr als das zweitbeste Team in diesem Zeitraum, die Pittsburgh Penguins (10-3-1). Sie fuhren in den vergangenen vier Wochen mindestens sieben Punkte mehr ein als ihre Divisionsrivalen. Den Divisionszweiten, die Vegas Golden Knights (8-5-1), hängten sie sogar um neun Punkte ab.
Die Avalanche schossen in den Partien während ihrer Punkteserie ligaweit im Durchschnitt die meisten Tore (4,43), kassierten die wenigsten Gegentore (1,71) und auch ihre Special Teams ließen mit dem drittbesten Unterzahlspiel (89,4 Prozent) und dem achtbesten Powerplay (22,9 Prozent) nur wenige Wünsche offen.
Wie imposant die Durchschnittswerte der Avalanche auch sind, noch beeindruckender waren ihre Auftritte in der Einzelbetrachtung. Denn erst in dieser wird ersichtlich, wie variabel dieses Team agieren kann. In sieben der 14 Partien erzielten sie mindestens fünf Tore, darunter waren Kantersiege gegen die Coyotes mit 9:3 am 31. März, gegen die Anaheim Ducks mit 8:4 am 16. März und gegen die Minnesota Wild mit 6:0 am 20. März, aber auch Partien, bei denen sie bis zum Ertönen der Schlusssirene, um ihren Sieg bangen mussten.
Wie am Samstagabend, als sie sich zuhause zum zweiten Mal in Folge gegen die kriselnden St. Louis Blues durchsetzen konnten. Wer ein Torfeuerwerk der Hausherren erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die Blues machten den Avalanche das Leben schwer und am Ende sprang ein denkbar knapper 2:1-Erfolg heraus. Erst 41 Sekunden vor Spielende brachte Cale Makar den doppelten Punktgewinn der Avalanche unter Dach und Fach.

Cale Makar Goal Celebrate St. Louis Blues

"St. Louis kam raus und sie waren bereit zu spielen, sie zeigten früh viel Engagement. Wir haben ein paar Minuten gebraucht. Erst zur Mitte des ersten Drittels haben wir begonnen, etwas besser ins Spiel zu finden. Es war ein enges Checking-Spiel, es gab nicht viel Platz zum Bewegen. Solch eine Partie haben wir schon lange nicht mehr bestritten und ich denke, unsere Jungs sind gut damit umgegangen", analysierte Bednar im Anschluss.
Wenn ein hochmotivierter Gegner hinten nicht viel zulässt, dann ist es umso wichtiger selbst in keine Konter zu laufen, und einen Mann im Tor stehen zu haben, auf den man sich verlassen kann. Dieser Mann heißt Philipp Grubauer. Der Rosenheimer wehrte 27 Torschüsse der Blues ab.
"Es fühlte sich fast wie ein Playoff-Spiel an", meinte Grubauer, und hatte auch für Blues-Schlussmann Ville Husso ein Lob übrig. "Eine ziemlich gute Leistung von ihrem Torwart, wir haben alles richtig gemacht, Pucks geschossen, Strafen überstanden. Solche Spiele machen extrem viel Spaß. Ich hätte nichts dagegen, wenn die Playoffs morgen beginnen würden, aber wir werden sehen, was in den nächsten Wochen passieren wird. Wir haben uns gut gefühlt, als wir ins dritte Drittel gegangen sind, denn wir wissen alle, was zu tun ist, wir haben genug Spiele gespielt. Solche Spiele müssen wir weiterhin managen, denn sie sind wie Playoff-Spiel und wir dürfen keine Gegenangriffe, keine 2-gegen-1-Situationen zulassen oder dumme Strafen kassieren. Ich denke, wir haben einen ziemlich guten Job gemacht."

Nathan MacKinnon St. Louis Blues Solo Shot Third Jersey

Grubauer weist mittlerweile einen persönlichen Punkte-Streak von zwölf Spielen (11-0-1) mit einer Fangquote von 95,0 Prozent, einem Gegentrefferschnitt von 1,19 und zwei Shutouts auf. Sollte der gebürtige Rosenheimer auch bei seinem nächsten Einsatz mit den Avalanche nicht verlieren, würde er den Franchise-Punkterekord von keinen Geringeren als Patrick Roy in der Saison 1996/97 und von Peter Budaj in 2006/07 einstellen.
och steht nicht fest, ob der deutsche Torwart am Montag erneut im Kasten stehen wird, wenn die Avalanche im Xcel Energy Center von St. Paul bei den Wild antreten (8 p.m. ET; BSN+, BSWI+, ALT, NHL.TV; Di. 2:00 Uhr MESZ).
Unabhängig davon erhofft sich Bednar, dass seine Mannschaft weiterhin konzentriert bleibt.
"Wir befinden uns in einem Kampf, in einem Rennen, bei dem wir versuchen, uns in die bestmögliche Position für die Playoffs zu bringen, indem wir den Heimvorteil bekommen. Und unsere Jungs nehmen sich das zu Herzen. Sie gehen jeden Abend mit der richtigen Einstellung in eine Partie und haben den Wunsch, zu gewinnen. Ich erwarte, dass sich das auf dem restlichen Weg fortsetzt", so Bednar.