Das Beste der Colorado Avalanche

Ab Mitte September beginnen in der NHL die Training Camps zur Vorbereitung auf die Saison 2022/23. Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga genauer unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen.
In dieser Ausgabe: Colorado Avalanche

Die Colorado Avalanche hatten in den vergangenen Jahren stets einen erfahrenen Goalie zwischen den Pfosten stehen. Der Deutsche Philipp Grubauer hütete von 2018 bis 2021 das Tor, ehe er zu den neugegründeten Seattle Kraken wechselte. Vergangene Saison war Darcy Kuemper mit einer Save-Quote von 92,1 Prozent der sichere Rückhalt. Der 32-Jährige verabschiedete sich nach dem Gewinn des Stanley Cups zu den Washington Capitals und unterzeichnete dort einen Vertrag über fünf Jahre.
Somit endeten auch die Zeiten, in denen Colorado einen NHL-Routinier im Tor stehen hatte. Mit Pavel Francouz und dem Neuzugang Alexandar Georgiev befinden sich zwar zwei hochveranlagte Schlussleute im Kader. Auf allzu viel Erfahrung in der NHL blicken sie allerdings nicht zurück. Keiner von ihnen bestritt jemals mehr als 34 reguläre Saisonspiele in einer Spielzeit. Zusammengerechnet absolvierten sie insgesamt lediglich 186 Partien. Zum Vergleich: Grubauer alleine hat bis jetzt 269 Spiele auf dem Buckel, Kuemper sogar 299.
Somit stellt sich die logische Frage: Können Georgiev und Francouz für den sicheren Rückhalt sorgen, den ein Titelverteidiger und erneuter Titelaspirant dringend benötigt?

MacKinnons Top 5 Tore in 2021/22

Reguläre Saison 2021/22: 56-19-7, 1. Platz in der Central Division
Stanley Cup Playoffs 2022: Stanley Cup Champion (4:2 gegen Tampa Bay Lightning )
Trainer: Jared Bednar, 7. Saison
Top-Zugänge: G Alexandar Georgiev, D Brad Hunt, LW Charles Hudon
Top-Abgänge: G Darcy Kuemper, C Nico Sturm, LW Andre Burakovsky
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Georgiev ist der Neuzugang der Avalanche. Im Tausch für einen Drittrunden- und Fünftrunden-Pick für den NHL Draft 2022 und einen Drittrunden-Pick für den NHL Draft 2023 wechselte er zum amtierenden Champion. Bei den New York Rangers hatte er in fünf Spielzeiten 129 Partien absolviert und parierte 90,8 Prozent aller Schüsse. Der interne Konkurrenzkampf war hart: Erst hatte Georgiev in Henrik Lundqvist eine Franchise-Ikone vor sich, dann mit Igor Shesterkin den amtierenden Gewinner der Vezina Trophy.
Bei den Avalanche soll er den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. "Er war sofort begeistert", sagte Executive Vice President Joe Sakic zu der Verpflichtung. "Wenn er ein Starter war, hat er wirklich gut gespielt. Er wollte eine größere Chance. Nun hat er diese Gelegenheit. Er freut sich auf die Herausforderung. Mir gefällt auch, dass er Erfahrung auf einem großen Markt hat. Er spielte in New York und kann daher mit vielen Dingen umgehen."
Auch der Schlussmann selbst empfindet den Wechsel als eine große Gelegenheit. "Ich hatte gehofft, die Chance zu bekommen, für so ein besonderes Team zu spielen. Sie sind Meister und der Kern der Mannschaft wird noch eine Weile zusammenbleiben", erklärt er. "Das Team ist unfassbar. Sie haben den Stanley Cup gewonnen und das gleiche Ziel für die nächsten Jahre. Ich wollte einfach ein Teil dieser Gruppe sein. Ich fühlte die Unterstützung, die ich brauche, und eine Chance, von der ich immer geträumt habe. Es war ziemlich einfach für mich, die nächsten drei Jahre bei diesem Team sein zu wollen."

Sakic räumt dem Neuzugang offenbar gute Chancen ein, als Starter zu agieren. Georgiev verleiht dies ein gutes Gefühl: "Das ist ein großer Schub und genau das, was ich brauchte. In den letzten Spielzeiten hatte ich keine große Chance zu spielen. Nun zu hören, dass der Stanley Cup Champion an einen glaubt und auch daran, dass man deren Mann sein kann, ist alles, was ich jemals wollte. Ich glaube an mich. Es ist großartig zu hören, dass dieses Team Vertrauen in mich hat. Ich arbeite hart daran, um zu beweisen, dass sie richtig lagen."
Sein Torwart-Kollege Francouz spielt bereits seit der Saison 2018/2019 für die Avalanche, hat allerdings mit 57 NHL-Spielen weniger Partien bestritten als Georgiev. Der 32-Jährige Tscheche wechselte erst mit 28 Jahren nach Nordamerika. Zuvor hatte er in der KHL und in der 1. Liga seines Heimatlandes gespielt. Mit 92,1 Prozent gehaltener Schüsse hat er in der NHL eine gute Quote vorzuweisen. In den Playoffs der zurückliegenden Spielzeit hütete er in sieben Partien das Tor, blieb einmal ohne Gegentor und parierte 90,6 Prozent der Schüsse. Im 3. Spiel der Finalserie um den Stanley Cup gegen die Tampa Bay Lightning kam er für Kuemper in die Partie, konnte allerdings die 2:6-Niederlage nicht abwenden.
Gleichwohl bringt er die Erfahrung mit, die Georgiev noch fehlt. Er weiß, wie ein erfolgreicher Playoff-Lauf bis hin zum Titelgewinn funktioniert. Die Rangers gelangten vergangene Saison zwar immerhin bis in das Eastern Conference Finale, in dem sie Tampa Bay unterlagen, allerdings hatte Georgiev nur zwei Playoff-Spiele bestritten. Immerhin: Mit einer Save-Quote von 93,5 Prozent überzeugte er in der K.O.-Runde. Nun sollen Georgiev und Francouz gemeinsam für Stabilität sorgen.
"Ich freue mich darauf, mit ihm zusammenzuarbeiten und ein großartiges Tandem zu bilden", sagt Georgiev. Sakic glaubt an seine beiden Goalies: "Ich denke, sie werden ein großartiges Duo sein."

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