Kreider in win over ANA

Die New York Rangers haben ihren Fans an einem speziellen Abend viele Gründe zum Feiern gegeben. Beim 5:1-Heimsieg gegen die Anaheim Ducks am Freitagabend (Ortszeit) erlebten die Anhänger im Madison Square Garden einige historische Meilensteine. Und eine Premiere. Viel Zeit zum Feiern und Genießen bleibt Spielern und Offiziellen allerdings nicht.

In der NHL ist es guter Brauch, dass die Spieler die Pucks, mit denen sie besondere Tore geschossen haben, mit nach Hause nehmen dürfen. Bevor die Hartgummischeiben aber womöglich in spezielle Kästchen kommen, in denen sie gezeigt werden, kleben die Materialwarte ein Stück Tape an die Seite und notieren kurz darauf, warum man ausgerechnet diesen Puck mit nach Hause nimmt. In dieser Hinsicht waren die Zeugwarte der Rangers beim Spiel gegen die Ducks gut beschäftigt. Gleich drei Pucks durften sie bearbeiten.

Kreider sticht heraus

ANA@NYR: Aus dem Handgelekt trifft Kreider zum Ausgleich

Zwei Scheiben hatte Chris Kreider auf dem Weg nach Hause in seiner Tasche. Die Rangers hatten Kreider 2009 im NHL-Draft in der ersten Runde an 19. Stelle gezogen. In der Saison 2012/2013 absolvierte er seine ersten NHL-Spiele im Trikot der Rangers, und seit der darauffolgenden Spielzeit gehört er zum Stamm des Teams. Da er auch noch mit einem guten paar Händen gesegnet ist, hat er im Lauf der Zeit jede Menge Tore und Vorlagen gesammelt. Es war zu erwarten, dass er irgendwann ein paar Meilensteine knackt und sich in den ewigen Bestenlisten des Traditionsteams weit nach vorne schiebt. 

Gegen die Ducks war so ein Abend, an dem er gleich in mehreren Kategorien punktete. Kreider traf gegen Anaheim doppelt. Sein erster Treffer – das 1:1 (18.) – war zum einen sein 280. Tor in der NHL, womit er mit Rangers-Legende Adam Graves zunächst gleichzog an Position drei der ewigen Torjägerliste des Teams. Es war aber auch gleichzeitig Kreiders 500. Scorerpunkt. Im zweiten Drittel zog er dann mit einem Überzahltor an Graves vorbei (37.). Gleichzeitig zog er mit Graves in einer anderen Kategorie gleich, denn es war sein 100. Treffer im Powerplay, was ihm Platz vier in der ewigen Bestenliste des Teams beschert.

Bis zu den nächsten Plätzen ist noch ein bisschen Luft. Rod Gilbert hat in der Geschichte der Rangers die meisten Tore geschossen (406). Jean Ratelle (336) folgt auf Platz zwei. In Überzahl könnte allerdings noch in dieser Spielzeit etwas gehen. Da liegt er hinter Camille Henry (116), Gilbert (108) und Brian Leetch (106) auf Platz vier.

Lob der Kollegen

Entsprechend gab es von den Kollegen auch viel Lob nach der Partie. „Er ist ja schon eine Weile beim Team. Er hat wichtige Tore in wichtigen Spielen geschossen. Es ist sehr beeindruckend, wenn man sich seine Karriere anschaut, mit welcher Konstanz er Tore schießt. Es sieht bei ihm manchmal so leicht aus“, sagte Rangers-Verteidiger Adam Fox. 

Torwart Jonathan Quick (29 Saves) freute sich für den Mitspieler: „Einige dieser Rekorde bei den Original Six-Teams stehen ja schon eine ganze Weile. Er gibt jeden Tag alles, arbeitet sehr hart, und dafür ist er jetzt belohnt worden. Chris geht mit gutem Beispiel voran. Er ist der Erste in der Umkleidekabine und der Letzte, der die Anlage verlässt.“

„Das ist sehr cool. Speziell für ihn, und auch noch mit einer Organisation wie den Rangers, wo schon so viele große Namen gespielt haben“, meinte auch Mika Zibanejad. Das sei sehr beeindruckend. Er sei sehr professionell, denke wahrscheinlich jetzt schon ans nächste Spiel. „Aber aus Chris werdet Ihr wahrscheinlich nicht viel rausbekommen“, sagte der Schwede in Richtung der Journalisten und lachte. Womit er recht hatte. Immerhin: Kreider sprach von einem ganz speziellen Spiel für ihn. 

„Das ist ein ganz besonderer Moment. Es ist fantastisch, was er geleistet hat, seit er hier in New York ist“, betonte Rangers-Coach Peter Laviolette. Ihn beeindrucke vor allem die Regelmäßigkeit, mit der sein Schützling Tore schieße und Punkte produziere.

Überzahltor beeindruckt

ANA@NYR: Kreider fälscht zum zweiten Tor des Spiels ab

Zibanejad leistete beim 1:1 von Kreider die Vorarbeit. Für mehr Gesprächsstoff sorgte nach der Schlusssirene allerdings Kreiders zweites Tor. Dabei fälschte er eine Vorlage von Artemi Panarin geschickt in die Maschen ab. Das sah leicht aus, war es aber nicht, glaubt man den Protagonisten. „Er arbeitet jeden Tag an diesen Dingen. Das hat nichts mit Glück zu tun“, betonte Zibanejad. Ähnlich formulierte es auch Fox: „Das war kein Zufall. Er übt das im Training.“ Der Übungsleiter schloss sich dem Lob an: „Da braucht man schon viel Fingerspitzengefühl dafür. Aber Chris ist einer der Besten so nah am Tor dran.“

Für die Rangers war der Sieg auch wichtig, um nach der 3:7-Heimklatsche gegen die Toronto Maple Leafs wieder Selbstvertrauen zu tanken, denn am Samstag (7 p.m. ET; NHL.tv, Sky; So. 1 Uhr MEZ) steht mit der Partie bei den Boston Bruins gleich die nächste Partie auf dem Plan. Die Bruins führen die Atlantic Division an, die Rangers stehen in der Metropolitan Division auf Platz eins.

Edstroms erstes Tor

Drei Sekunden vor dem Ende der Partie war erneut großer Jubel angesagt, und auch der Materialwart durfte noch mal Tape und Stift in die Hand nehmen. Adam Edstrom gelang in seinem ersten NHL-Spiel auch gleich sein erstes Tor. Es war das 5:1. Der Schwede war erst kurz vor der Partie vom AHL-Team Hartford Wolf Pack nach Manhattan beordert worden und ersetzte den kränkelnden Nick Bonino. 

Edstrom hatte am Ende in 9:39 Minuten Eiszeit neben seinem Treffer noch zwei Hits ausgeteilt und insgesamt dreimal aufs Tor geschossen. Laviolette war mit der Vorstellung des jungen Schweden zufrieden: „Er hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Er ist kurzfristig eingesprungen und hat eine starke Partie abgeliefert.“ Ob das allerdings dafür reichte, um auch das Ticket für den Flieger nach Boston zu lösen, da wollte sich der Coach noch nicht in die Karten schauen lassen.

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