Die Carolina Hurricanes eilen von Erfolg zu Erfolg. Der 4:1-Heimsieg gegen die Tampa Bay Lightning am Dienstag war bereits der fünfte Sieg in Folge bzw. der sechste Erfolg innerhalb der letzten sieben Spiele. „Das ist eine besondere Truppe“, lobte Trainer Rod Brind'Amour. „Unser Torwart hat wirklich gut gespielt. 'Kooch' war wie Dynamit. Wir haben nicht viele Chancen zugelassen. Und wenn doch, dann war er zur Stelle. Das hat den Unterschied im Spiel ausgemacht.“

Tatsächlich war Goalie Pyotr Kochetkov mit seinen 23 Saves im Lenovo Center ein wichtiger Schlüssel zum Sieg. Ebenfalls entscheidend war das gewohnt starke Unterzahlspiel. Die Hurricanes kassierten früh eine Strafe und wurden von den Lightning während des Großteils des Powerplays eingekesselt. Carolina musste die ersten 1:44 Minuten in der eigenen Zone verteidigen. Dann allerdings gewannen sie den Puck und schalteten über Sebastian Aho schnell um, sodass Seth Jarvis in Unterzahl das 1:0 für die Hurricanes erzielte.

Starke Defensive, überragendes Penalty Killing

Die Hurricanes sind ohnehin eines der defensivstärksten Teams der NHL. Der Gegentorschnitt von 2,68 ist der sechstbeste in der Liga. Das Penalty Killing von 84,2 Prozent ist sogar das zweitbeste in der NHL. Lediglich die Dallas Stars haben mit 84,5 Prozent noch einen minimal besseren Wert. Die Besonderheit der Hurricanes ist allerdings, dass sie in Unterzahl auch eine gewisse Torgefahr ausstrahlen. Der Treffer von Jarvis war bereits der neunte Shorthander der Saison 2024/25. Lediglich die New York Rangers (13), Florida Panthers (12) und Tampa Bay Lightning (10) trafen in Unterzahl noch häufiger.

„Wir wissen, wie es auf der anderen Seite im Powerplay zugeht“, sagte Jarvis. „Wenn du einen Abpraller bekommst, wenn du einen dieser 50:50-Puck ergatterst, führt das zu diesen Chancen.“ Ohnehin entwickelt sich Jarvis zu einem Spezialisten für das Unterzahlspiel. Er schoss nun bereits sein viertes Tor mit einem Mann weniger auf dem Eis in dieser Saison und steht gleichauf mit Chris Kreider (New York Rangers) und Anthony Cirelli (Tampa Bay) auf Platz zwei der NHL-Bestenliste. Lediglich Sam Reinhard (Florida Panthers) hat noch einen Unterzahl-Treffer mehr erzielt.

TBL@CAR: Roslovic baut die Führung mit seinem 100. NHL-Treffer aus

Aho ist der drittbeste finnische Unterzahlspieler

Vorlagengeber Aho verbuchte seinen sechsten Unterzahl-Punkt in dieser Saison und liegt gleichauf mit Reinhart, Cirelli und Jake Evans (Montreal Canadiens) auf Platz zwei der Liga-Bestenliste. Vor ihnen steht lediglich Brandon Hagel (Tampa Bay) mit acht Punkten. Ebenfalls bemerkenswert: Aho überholte Saku Koivu (29) und hat unter allen finnischen NHL-Spielern der Geschichte nun die drittmeisten Unterzahlpunkte verbucht. Nur Jari Kurri (82) und Esa Tikkanen (40) stehen in diesem Ranking noch vor ihm.

Im Spiel gegen Tampa Bay erwies sich das Unterzahl-Tor als Dosenöffner. Im zweiten Drittel bauten Jordan Martinook sowie Jack Roslovic die Führung aus. Im Schlussdrittel gelang zwar Gage Goncalves gut 15 Minuten vor Spielende der Anschlusstreffer zum 1:3. Doch keine zwei Minuten später stellte Sean Walker mit seinem Treffer zum Endstand die Drei-Tore-Führung wieder her.

„Im ersten Drittel haben sie eigentlich einen guten Job gemacht und hatten viele Chancen“, zollte Jarvis dem Gegner aus Florida Respekt. „Aber Kotschetkow hat wieder einmal sehr gut gespielt. Ich denke, nach dem ersten Drittel haben wir es besser geschafft, ihr Spiel zu begrenzen. Sie sind natürlich ein fantastisches Team. Aber wir haben einen guten Job gemacht und sie größtenteils gestoppt. Wir hatten ein paar Jungs, die ihre Chancen genutzt haben. Das hat das Spiel für uns entschieden.“

Die Balance stimmt bei den Hurricanes

Victor Hedman, der Kapitän der Lightning, sprach mit Hochachtung von der Leistung der Hurricanes: „Sie sind ein gutes Team und wenn du ihnen Chancen gibst, nutzen sie diese.“ Die Hurricanes zeichnet nicht zuletzt eine sehr gute Balance aus. Auf der einen Seite geben sie pro Spiel im Durchschnitt 31,7 Torschüsse ab. Dies ist der dritthöchste Wert der Liga. Dies geht allerdings nicht zulasten der Defensive. Pro Spiel lassen die Hurricanes im Schnitt nur 25,0 Torschüsse zu. Dies ist der niedrigste Wert der gesamten NHL.

Die Hurricanes stehen mit 82 Punkten aus 65 Spielen auf Platz zwei der Metropolitan Division. Der Vorsprung auf die Nicht-Playoff-Plätze beträgt stolze 14 Punkte. In der breiten Öffentlichkeit mögen die Hurricanes nicht so im Fokus stehen wie zum Beispiel die Florida Panthers, die Toronto Maple Leafs oder die Vegas Golden Knights. Die Fakten allerdings lassen vermuten, dass auch Carolina in dieser Saison alles zuzutrauen ist.

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