Besonders machte diesen Sieg der Canadiens auch die Tatsache, dass Trainer Dominique Ducharme, nachdem er wenige Stunden vor der Begegnung am Abend positiv auf COVID-19 getestet wurde, diesmal nicht an der Bande stehen durfte. Luke Richardson gab in Abwesenheit seines Chefs vor 3.500 Fans im Bell Centre sein Debüt als Hauptverantwortlicher in der NHL.
"Das war ein komischer Tag heute", befand er hinterher. "Als ich im Laufe des Morgens mitbekommen habe, dass ich heute die Verantwortung hinter der Bande hätte, da habe ich mich sofort an die Arbeit gemacht. Am Ende war der Ablauf gar nicht so viel anders als sonst. Mit dem Ausgang sind wir natürlich sehr glücklich. Der Sieg war auch für 'Dom', der sich sicherlich auch sehr gefreut haben dürfte."
Ganz ohne Ducharme lief der Tag auch nicht ab, wie Weber schilderte: "Der Coach war uns noch vor dem Spiel per Computer zugeschaltet und hat ein paar Sachen gesagt. Das hat uns geholfen, auch wenn 'Luke' es gut gemacht hat uns wir uns sehr wohl mit ihm in der Rolle gefühlt haben."
Dass die Stimmung im Lager der Canadiens hinterher so gut war, war lange Zeit nicht zu erwarten. "Das war wirklich ein verrücktes Spiel", fand auch Andersen. "Natürlich wollten wir besser starten. Price hat uns anfangs im Spiel gehalten. Zum Glück haben wir es im dritten Drittel noch hinbekommen das Spiel auszugleichen. Und am Ende waren wir die Glücklicheren, das muss man zugeben."
Matchwinner Price gab sich nach dem Spiel bescheiden, sprach statt von der eigenen Glanzleistung lieber vom Großen und Ganzen und der Situation, in der sich seine Mannschaft aktuell befindet. "Wir mussten im Laufe der Saison ja schon viele Rückschläge meistern. Dass der Coach heute nicht mit dabei sein konnte, passt da ins Bild. Aber wir bewältigen solche Situationen immer. Das ist eine besondere Mannschaft hier, mit viel Charakter. Das hat man auch heute wieder gesehen."
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Etwas Extra-Lob für den Keeper gab es dafür noch vom kurzfristigen Ersatzcoach. Dieser befand in Bezug auf den Galaauftritt des Torhüters: "Carey hat schon in den gesamten Playoffs hervorragend gehalten. Seine Leistung heute hat mich daher nicht überrascht. Es ist gut einen Torhüter wie ihn im eigenen Tor zu wissen", gab Richardson zu Protokoll.
Dieses Wissen dürfte den Canadiens auch am Sonntag zusätzliche Sicherheit verleihen, wenn es in Spiel 4 der Serie gegen die Golden Knights (8 p.m. ET; NHL.tv, DAZN; Mo. 2 Uhr MESZ) darum gehen wird den Vorsprung vor den eigenen Fans in Montreal weiter auszubauen, bevor es dann im Anschluss zu Spiel 5 der Serie zurück nach Nevada gehen wird.