BUF 3, VGK 1

Er dürfte erwartet haben, dass er in seiner alten Heimat nicht von jedem Anwesenden freudig empfangen wird. Nachdem Jack Eichel seinen Weggang von den Buffalo Sabres mit forciert hatte und im November 2021 zu den Vegas Golden Knights getradet wurde, kehrte er nun am Donnerstag in das KeyBank Center von Buffalo zurück. Wann immer er den Puck hatte, hallten einige Buhrufe durch die Arena.

"Es war das Lauteste, was ich je an diesem Ort gehört habe, wirklich", sagte Eichel nach dem Spiel. Doch seine Rückkehr löste nicht nur negative Reaktionen aus. Einige Fans der Sabres dankten dem 25-Jährigen auch für die Leistungen, die der Nummer-2-Pick des Jahres 2015 für diese Mannschaft erbracht hatte. Schilder mit der Aufschrift "Willkommen zurück, Jack" befanden sich teilweise in direkter Näher von kritischen Schildern, auf denen stand "Danke für nichts, Eichel".
"Es gab viele Leute hier, die mich unterstützten, und es gab viele Leute, die mich ausbuhten. Sie müssen mich vermutlich ausbuhen, weil sie sich wünschen würden, ich wäre noch hier, ich weiß es nicht", sagte Eichel über die Reaktionen des Publikums. Das Franchise der Sabres hingegen scheint den ehemaligen Kapitän in positiver Erinnerung behalten zu haben. Es gab eine Video-Hommage zu sehen, in der die verschiedenen karitativen Bemühungen gelobt wurden, bei denen sich Eichel zum Beispiel für die Jugendlichen in der Stadt einsetzte.

VGK@BUF: Olofsson trifft aus dem Handgelenk

Der Center versuchte, sich von dem ganzen Drumherum nicht allzu sehr ablenken zu lassen. "Ich habe versucht, nicht hinzusehen. Ich werde es mir ein anderes Mal anschauen", sagte er. "In einer Spielsituation wollte ich nicht emotional werden. Aber ich schätze die Ehrung und es ist schön, dass einige Leute hier waren und mich angefeuert haben."
Gleichwohl hätte sich Eichel einen völlig anderen Spielverlauf gewünscht. Die Golden Knights hatten mit 31 Torschüssen zwar sieben Abschlüsse mehr als der Gegner, waren aber längst nicht so effektiv. Peyton Krebs gelang in der achten Spielminute der Führungstreffer für die Sabres. Nachdem der zweite Spielabschnitt torlos blieb, erzielte Ben Hutton in der 53. Minute den Ausgleich zum 1:1. Victor Olofsson brachte Buffalo in der 57. Minute allerdings erneut in Führung, als er im Powerplay traf. Für die endgültige Entscheidung sorgte Alex Tuch, der 36 Sekunden vor Spielende für den Endstand von 3:1 sorgte.
Es passte zu der Bedeutung dieses Spiels, das mit Tuch und Krebs gleich zwei Spieler für die Sabres trafen, die in den Trade von Eichel involviert und dadurch von Las Vegas nach Buffalo gewechselt waren. Im Tausch für Eichel und einen Drittrunden-Pick wechselten nämlich im Gegenzug ein Erstrunden-Pick, ein Zweitrunden-Pick sowie die beiden Spieler Tuch und Krebs nach Buffalo.
"Tuchy und ich spielen leidenschaftlich gerne in Buffalo", sagte Krebs nach dem Heimsieg. "Wir wollen unser Bestes für diese Organisation tun. Und das fühlte sich gut an."
Eichel hingegen machte kein Geheimnis daraus, dass dieses Spiel für ihn eine emotionale Belastung war: "Ich bin ziemlich froh, dass es vorbei ist. Es war keineswegs ein einfaches Spiel. Es ist sogar frustrierend. Wir wollten einen Sieg holen und das haben wir nicht getan."
Auch Peter DeBoer, der Trainer der Golden Knights, war mit dem Spielverlauf unzufrieden. Bereits während der ersten Drittelpause fand er in einem Interview mit ESPN kritische Worte. "Buffalo hat derzeit ein anderes emotionales Niveau als wir. Ich denke, das ist auch ein emotionales Spiel für einen unserer Spieler", sagte er in Anspielung auf Eichel und fügte hinzu: "Dieses Team und diese Stadt befinden sich derzeit auf einem anderen emotionalen Level als wir. Wir müssen unbedingt dorthin gelangen."
Doch der gewünschte Erfolg blieb aus. "Wir wissen, dass wir diese Spiele gewinnen müssen", sagte der Coach nach Spielende. "Wir hätten in Philly gewinnen können und wir hätten heute Abend gewinnen können. Wir müssen wieder gutes Eishockey spielen und einen Weg finden, um zu gewinnen."
Völlig anders war die Gefühlslage bei den Sabres, insbesondere bei Torwart Craig Anderson. Der 40-Jährige parierte 30 der 31 Schüsse und feierte seinen 300. Sieg in der NHL. Er ist erst der sechste US-amerikanische Torwart, dem dies gelang. Die Sabres würdigten dies, indem nach Spielende eine Videobotschaft abgespielt wurde, bei der verschiedene Wegbegleiter zu Wort kamen. Seine Teamkollegen von den Sabres blieben auf dem Eis, um diesen Moment gemeinsam mit ihrem Goalie zu erleben.
"Es ist ein großartiger Moment, den man einfach genießen kann", sagte ein gerührter Anderson danach. "Du weißt vorher nie, wie das Spiel verlaufen wird. Du weißt nicht, was die Nacht oder was die Zukunft bringt, aber du versuchst, so gut du kannst im Moment zu leben und alles aufzunehmen."