Das Beste der Vegas Golden Knights

Ab Mitte September beginnen in der NHL die Training Camps zur Vorbereitung auf die Saison 2022/23. Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga genauer unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen.

In dieser Ausgabe: Vegas Golden Knights
Über 500 Spiele verpassten die Spieler der Vegas Golden Knights in der Saison 2021/22 aufgrund von Verletzungen. Das führte zu einer chaotischen Saison, in der die Special Teams eine Enttäuschung waren und sowohl der Angriff als auch die Abwehr nicht die gewohnte Konstanz der vergangenen Jahre hatten. So verpasste die zweitjüngste Franchise der NHL in seiner fünften Spielzeit mit 94 Punkten zum ersten Mal die Stanley Cup Playoffs. Nun soll ein neuer Trainer eine Wiederholung dieses Misserfolgs verhindern, der zuverlässig wie kaum ein anderer den Weg in die Playoffs findet. General Manager Kelly McCrimmon heuerte bereits im Juni Bruce Cassidy für diesen Job an.
Reguläre Saison 2021/22: 43-31-8, 4. Platz in der Pacific Division
Stanley Cup Playoffs 2022: Nicht qualifiziert
Trainer: Bruce Cassidy, 1. Saison
Top-Zugänge: F Phil Kessel, F Sakari Manninen, G Adin Hill
Top-Abgänge: F Max Pacioretty, F Evgenii Dadonov, F Mattias Janmark, D Dylan Coghlan
"Die Golden Knights freuen sich, Bruce als Trainer für unser Team zu haben", gab McCrimmon bekannt. "Sein Erfolg in den vergangenen sechs Jahren in Boston ist extrem beeindruckend. Seine Teams hatten eine klare Identität und waren unter den besten der NHL, was Tore, Gegentore, Tordifferenz und Special Teams angeht. Das ist im Moment der richtige Trainer für uns."

Marchessaults Top 5 Tore in 2021/22

Cassidy war für 399 Spiele der regulären Saison Trainer der Bruins. In dieser Zeit konnten nur die Tampa Bay Lightning die 536 Punkte der Bruins um 22 Zähler überbieten. Acht Mannschaften erzielten mehr Tore pro Spiel (3,16) und kein Team kassierte weniger Gegentore pro Spiel (2,52). Das Powerplay (23,9 Prozent) und die Unterzahl (82,9 Prozent) liegen auf Platz drei. Unter Cassidy erreichte Boston immer die Playoffs und stand 2019 gegen die St. Louis Blues im Finale um den Stanley Cup.
Eine vielversprechende Verpflichtung also, die den Golden Knights helfen sollte, ihre Statistiken aufzubessern und einen Platz in den Playoffs anzuvisieren. Cassidy steht als guter Taktiker für eine strukturierte Spielweise mit starker Defensive, die besonders angesichts der Tatsache helfen sollte, dass Robin Lehner, der erste Torwart der Golden Knights, voraussichtlich für die gesamte Saison ausfallen wird. Statt ihm soll Logan Thompson zum ersten Mal in seiner Karriere als Nummer eins zwischen den Pfosten stehen. Umso wichtiger, dass Cassidys Plan aufgeht.
"Wir wollen Teams unter Druck setzen", betonte der neue Trainer. "Wir wollen Tore schießen, aber nicht auf Kosten einer riskanten Spielweise. Deshalb müssen wir gut Druck auf den Puck machen, gemeinsam arbeiten und den Puck gemeinsam erobern, um in den Angriff überzugehen und dort unsere Fähigkeiten zu nutzen. Wir haben eine hohe Qualität im ganzen Kader, das müssen wir nutzen, und das wissen die Spieler."
Viel von dieser Qualität ging vergangene Saison aufgrund der vielen Verletzungen verloren. Kapitän Mark Stone kam nur auf 37 Spiele, Starstürmer Jack Eichel trat 34 Mal an und Defensivspezialist Alec Martinez hatte nur 26 Einsätze. Trotzdem hatten die Golden Knights zehn Spieler mit mindestens 30 Punkten, genauso viele wie die Tampa Bay Lightning und die Colorado Avalanche, die am Ende im Finale aufeinander trafen.

Eichels Top 5 Tore in 2021/22

Trotz des breit aufgestellten Kaders ließen die Statistiken am Ende aber zu Wünschen übrig. Die Offensive lag mit 3,2 Toren pro Spiel im ligaweiten Vergleich immerhin noch auf Platz zwölf. 2,98 Gegentore pro Spiel bedeuteten allerdings den schlechtesten Wert der Franchise-Geschichte, genau wie die 77,4 Prozent Unterzahlquote. Das Powerplay belegte in der gesamten NHL mit 18,4 Prozent Rang 25.
Mit Evgenii Dadonov und Max Pacioretty verließen zwei wichtige Stürmer die Mannschaft, McCrimmon sorgte aber für Ersatz. Aus der KHL kam Sakari Manninen, der Finnland immerhin im WM-Finale zu Gold schoss und für Salavat Yulaev Ufa in 38 Spielen 19 Tore erzielte. Der zweite Neuzugang, Veteran Phil Kessel, erzielte in 1.204 Spielen 956 Punkte, 399 Tore und 557 Assists. In der abgelaufenen Spielzeit kam der 34-jährige Außenstürmer im Dienste der Arizona Coyotes, das zweitschlechteste Team der Saison, auf 52 Punkte (8 Tore, 44 Assists).
Unter Cassidys Führung sollte die Qualität im Kader ausreichen, um Thompson im Tor die nötige Rückendeckung zu geben, die Abwehr zu stärken und mit weniger Verletzungen auch die Offensive und die Special Teams wieder auf ein deutlich besseres Niveau zu heben.