In der Angriffszone entwickelte Boston den Zug zum Tor, der ihnen in der letzten Zeit fehlte. Nach vier Niederlagen aus fünf Partien (1-4-0) wollten die Bruins die Scheibe im Notfall über die Linie arbeiten, wenn sich keine andere Option anbot. Leidvolle Erfahrung mit den kompromisslosen Gästen musste Rangers-Torwart Alexandar Georgiev machen. Der Schlussmann hatte einen Cut über dem linken Auge erlitten, nachdem Nick Ritchie in der sechsten Spielminute auf ihn fiel. Nur wenig später fiel der erste Gegentreffer und Georgiev ließ sich in der Kabine behandeln. Zum Beginn des zweiten Drittels stand er wieder zwischen den Pfosten.
Nach der formschwachen Fünf-Spiele-Phase war der Sieg für Boston besonders wichtig. In der engen MassMutual East Division rückten ihnen die Verfolger immer enger auf die Pelle. Die Top-Fünf trennen nach dem Spieltag am Sonntag nur fünf Punkte und die danach folgenden Rangers hätten den Abstand auf Boston mit einem zweiten Sieg hintereinander auf fünf Punkte verkürzen können.
In dieser Drucksituation eine Leistung wie diese abrufen zu können zeigt, wie gefestigt die Mannschaft aus Boston ist. "Wenn du anfängst zu verlieren, dann kann es etwas unangenehm werden und Teams können sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln", erklärte Bruce Cassidy, der Trainer der Bruins, die Gefahren einer schwachen Phase. "Ich war immer der Meinung, dass diese Mannschaft bei Widrigkeiten eher zusammenkommt, als auseinanderdriftet." Diese Geschlossenheit zeigte sich auch gegen die Rangers, die mit 43 Checks zermürbt wurden. Nur drei Akteure gingen ohne Hit in der Statistik nach dem Match in die Kabine.
"Das war Bruins-Hockey", freute sich Coyle nach dem Spiel über die starke Partie. "Es ist hart gegen uns zu spielen. Wenn wir so spielen, dann werden wir häufiger das Resultat erhalten, dass wir uns vorstellen, als nicht."
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Boston ließ sich von den Rangers nicht aus dem Konzept bringen und setzte seine Spielweise konsequent durch. "Ich bin der Meinung, dass wir vom ersten bis zum allerletzten Wechsel genau gleich gespielt haben, egal wer auf dem Eis stand. Das ist es, was mir heute an unserer Spielweise gefallen hat und was unsere Identität ist", beschrieb Cassidy das Erfolgsrezept. "Wir spielen hart. Wir spielen physisch. Wir beschützen unser Tor und gehen in den Bereich vor ihrem."
Mit bestem Beispiel für die Identität der Bruins gingen die Top-Spieler von Anfang an voran. Brad Marchand und Patrice Bergeron setzten im ersten Wechsel der Partie harte Checks gegen die Verteidiger der Rangers. "Sie sind die Anführer dieser Mannschaft, also müssen sie in vielen Bereichen die Standards setzen", lobte Cassidy seine Veteranen. Der Trainer beschrieb, dass durch den Einsatz der Anführer ein Effekt entsteht, durch den die anderen Akteure voll mitziehen. Genau das ist gegen die Rangers eingetreten und war der Schlüssel zum Erfolg und das Zeichen eines Top-Teams mit einem Auge auf den Stanley Cup.