Blues win over NJD

Es gibt so Abende, da läuft einfach nicht viel zusammen. Frei nach dem Motto: Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu. Bei den New Jersey Devils kam im Spiel bei den St. Louis Blues am Freitagabend (Ortszeit) das Pech mit der Verletzung ihres Superstars zuerst. Kein Glück hatten sie dann noch später in der Partie. Die Devils verloren 1:4 im Enterprise Center und damit zum ersten Mal in der noch jungen Saison auf fremdem Eis. Das konnte auch ein Akira Schmid in deutlich besserer Form als zuletzt nicht verhindern.

Schlüsselszene im ersten Drittel

Die große Schrecksekunde für die New Jersey Devils kam schon relativ früh, etwa nach knapp neun Minuten in der Partie. Jack Hughes setzte sich gewohnt dynamisch gegen die beiden Blues-Verteidiger Justin Faulk und Torey Krug durch. Mit seinem Schuss scheiterte er im Anschluss an Jordan Binnington im Tor. Beim Versuch, seinen eigenen Rebound unter Kontrolle zu bekommen, strauchelte Hughes und krachte mit dem Körper in die Bande. Der beste Scorer der Devils (fünf Tore, 15 Assists) spielte seinen nächsten Wechsel zwar noch, doch dann musste er in die Kabine. Was genau er hat und ob er länger ausfällt, muss noch geklärt werden. „Er wird am Samstag untersucht. Dann werden wir weitersehen“, meinte Devils-Coach Lindy Ruff. 

Da stand es noch 0:0. Aber selbstverständlich hatte der Verlust des Schlüsselspielers einen Effekt auf die Mannschaft. „Wir haben ein paar Minuten gebraucht, um uns wieder zu finden“, sagte Ruff. „Ich muss zugeben, dass wir danach ein bisschen aus der Spur waren, als das passiert ist“, gestand Devils-Stürmer Curtis Lazar. Wenn man dann sehe, dass er nicht zurückkomme, müsse man weitermachen. „Dann ist der nächste gefragt. Wir haben viel Talent in unserer Mannschaft. Das wird jetzt früh getestet. Aber ich habe vollstes Vertrauen in die Mannschaft.“ Lazar war an diesem Abend der einzige Spieler der Devils, der Binnington überwand. Es war der Anschlusstreffer zum 1:2 (37.). Es war sein erster Saisontreffer, weshalb er sich nach der Partie wenigstens ein bisschen ob seines persönlichen Erfolgserlebnisses freute. „Ich glaube, ich hatte schon in den vorherigen Spielen ein paar gute Gelegenheiten. Ich hoffe, dass das jetzt ein Zeichen ist, dass weiter gute Dinge für mich passieren. Es ist immer gut, wenn der Puck ins Netz geht. Aber ein Sieg wäre schöner gewesen.“

Viele Schüsse auf beiden Seiten

Beide Teams geizten in dieser Partie nicht mit Offensive. Die Blues hatten mit 35 Schüssen auf das Tor des Schweizers Schmid einen mehr als die Gäste auf dem Konto. Doch die Blues hatten diesmal etwas mehr Schussglück. Nach einem torlosen ersten Drittel, in dem Schmid schon zweimal in höchster Not gegen Brandon Saad gerettet hatte, gingen die Gastgeber in der 28. Minute in Führung. Sammy Blais spielte mit einem schönen Flippass Jake Neighbours frei. Und der konnte sich alleine vor Schmid die Ecke aussuchen.

NJD@STL: Neighbours verwandelt Alleingang

Knapp zwei Minuten später feierte Kevin Hayes sein erstes Erfolgserlebnis im Trikot der Blues. Am 27. Juni hatten die Blues in einem Trade mit den Philadelphia Flyers nach Missouri geholt. In seinen ersten acht Partien war er bislang lediglich auf zwei Vorlagen gekommen. Doch jetzt scheint der Knoten beim Angreifer geplatzt zu sein. „Es war schön, zu sehen, dass einer rein geht“, meinte er knapp. 

Hayes reaktionsschnell

Hayes erwies sich bei dem Treffer als sehr reaktionsschnell vor dem Tor, verwertete den Abpraller geschickt und war dabei auch im Kopf schneller bei der Sache als die Verteidigung der Devils. Aus seiner Sicht war das generell in diesem Spiel einer der entscheidenden Faktoren: „Wir haben die Zweikämpfe in der Nähe des Tores gewonnen“, befand er. Er selbst sei definitiv erleichtert nach seinem Tor. Bisher habe es in dieser Saison nicht so gut geklappt. „Ich habe dran gearbeitet, aber es ist natürlich schön, wenn tatsächlich einer rein geht. Das fühlt sich gut an.“

NJD@STL: Hayes verdoppelt Blues-Führung

Zwischen den Pfosten der Devils zeigte sich Schmid im Vergleich zu den vorangegangenen Einsätzen stark verbessert. „Er hat ein paar wichtige Paraden gezeigt und uns damit im Spiel gehalten“, sagte Ruff. Für die anderen beiden Eidgenossen im Team der Devils, Timo Meier und Jonas Siegenthaler, lief diesmal nicht viel zusammen. Sie blieben beide ohne Scorerpunkt. 

Binnington überzeugt

Auf der anderen Seite aber war Binnington etwas glücklicher. „Es war ein sehr umkämpftes Spiel. Wir haben uns gegenseitig vertraut und auch an das System geglaubt“, sagte der Keeper der Blues. Ihm habe vor allem die Aggressivität gefallen, mit der seine Vorderleute zu Werke gegangen seien. Binningtons Leistung fand auch Anerkennung beim Trainer der Gäste: „Er hat ein paar tolle Saves gezeigt. Wir hatten die Chancen, wieder zurück ins Spiel zu kommen. Aber wir haben sie nicht genutzt“, haderte Ruff. 

Craig Berube, dem Coach der Blues, hatte vor allem das Forechecking seines Teams gefallen. Man habe den Gegner gut unter Druck gesetzt und damit auch verhindert, dass die Devils ihr Tempospiel hätten aufziehen können. Die Blues bauten mit dem Erfolg ihre gute Bilanz gegen die Devils aus. 15-2-1 lautet diese über die vergangenen 18 Partien. 10-1-0 sogar, wenn man nur die Heimspiele betrachtet. 

Hayes durfte indes das gute Gefühl eines Tores gleich noch mal erleben. Knapp anderthalb Minuten vor dem Ende sorgte er mit einem Schuss ins leere Devils-Tor für die Vorentscheidung. Bei diesem Treffer bekam Binnington noch einen Assist gutgeschrieben. Für den Endstand sorgte Robert Thomas neun Sekunden vor dem Ende. 

Die Devils, die am Tag zuvor noch zum Start der vier Spiele dauernden Auswärtstour noch 5:3 bei den Minnesota Wild gewonnen hatten, müssen in den nächsten Partien noch etwas zulegen. „Wir können die Spiele nicht 5:4 oder 5:3 gewinnen“, meinte Devils-Verteidiger Kevin Bahl. „Wir müssen sie 2:1 oder 1:0 gewinnen. Wir müssen insgesamt besser werden“, befand er. In den sechs Spielen zuvor hatten die Devils immer vier Tore oder mehr geschossen. Am Sonntag geht es für die Devils weiter mit einem Auswärtsspiel bei den Chicago Blackhawks.

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