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Der große Traum ist für Leon Draisaitl und die Edmonton Oilers zumindest für diese Saison zu Ende. Eine starke Saison der Oilers und eine historische Saison für Draisaitl endete am Freitag mit einer 3:2-Niederlage gegen die Chicago Blackhawks, die die Best-of-5-Serie mit 3:1 gewannen und in die nächste Runde einzogen.

"Wir hatten zu viele kleine Fehler", bemühte sich ein sichtlich niedergeschlagener Draisaitl nach dem Spiel um eine Erklärung für das Ausscheiden gegen die Außenseiter aus Chicago. "Das fängt bei unserer Reihe an, wir haben zu viele kleine Fehler gemacht, die man sich zu diesem Zeitpunkt der Saison nicht leisten kann. Wir haben nie unser volles Potenzial erreicht und wenn du das nicht schaffst, schlägst du in dieser Liga niemanden."

Dabei gingen die Oilers nach einer extrem guten Saison als klare Favoriten in die Serie. Nach der regulären Saison lagen sie mit 83 Punkten aus 71 Spielen (37-25-9) drei Punkte hinter den Vegas Golden Knights auf dem zweiten Platz der Pacific Division. Zwei Punkte mehr hätten gereicht, um den Dallas Stars Platz vier der Conference zu nehmen und sich unter dem speziellen Modus der Stanley Cup Qualifikation sicher für die Playoffs zu qualifizieren.

EDM@CHI, Sp4: Toews, Kubalik zur Führung

Die Oilers hatten vor allem ihren Superstars Connor McDavid und Leon Draisaitl, der die bisher beste Leistung seiner jungen Karriere zeigte, viel zu verdanken. Mit 110 Punkten (43 Tore, 67 Assists) sicherte sich der Kölner die Art Ross Trophy als bester Scorer der Liga vor McDavid, der mit 97 Punkten (34 Tore, 63 Assists) Platz zwei belegte.

Außerdem steht Draisaitl im Finale um die begehrte Hart Trophy, die an den wertvollsten Spieler der Saison verliehen wird und den Ted Lindsay Award, bei dem die NHLPA den herausragenden Spieler der Saison wählt.

Dank Draisaitls Leistungen war die Saison der Oilers erst zum zweiten Mal seit 2006 nicht schon nach der regulären Saison beendet gewesen. Mit den beiden besten Scorern der Liga, dem besten Powerplay (29,5 Prozent) und der zweitbesten Unterzahl (84,4 Prozent) waren die Erwartungen in Edmonton groß, denn in der Qualifikation wartete mit den Chicago Blackhawks das letzte Team der Western Conference, das sich in eine Best-of-5-Serie gerettet hatte.

Am Ende bezahlte die junge Mannschaft aber Lehrgeld an das erfahrene Team aus Chicago, das von den dreifachen Stanley-Cup-Champions Patrick Kane, Jonathan Toews, Duncan Keith und Brent Seabrook angeführt wird. Toews erwies sich als besonders harter Gegner, er erzielte in vier Spielen vier Tore und drei Assists, lieferte beim ersten Sieg der Blackhawks das entscheidende Tor und bereitete den Siegtreffer in Spiel 4 vor.

Den Oilers gelang nur ein Sieg in Spiel 2. Trotz dem unerwartet frühen Ende für die Oilers, gab es in dieser Saison viele positive Schritte der Mannschaft zu sehen, auch wenn davon nach dem Spiel niemand bei den Oilers etwas hören wollte.

"Wir haben gute Schritte gemacht, aber am Ende spielt man, um den Stanley Cup zu gewinnen und wir sitzen hier nach der Qualifikation, sind nicht mal in den Playoffs, nicht unter den besten 16", ließ Verteidiger Darnell Nurse nach der Partie seinem Frust freien Lauf. Da ist niemand glücklich."

Diese Saison sollte es nicht für den großen Wurf reichen, doch die positive Entwicklung in Edmonton ist nicht abzustreiten. Noch vor wenigen Jahren schien es ausgeschlossen, dass die Oilers zu den Spitzenteams ihrer Conference, oder auch Division gehören könnten, doch nun darf man sie nicht mehr unterschätzen. Draisaitl und McDavid gehören bereits zu den besten Spielern und die Oilers haben weitere junge Talente, wie Kailer Yamamoto, Evan Bouchard, oder Ethan Bear, die sich in den nächsten Jahren mit etwas mehr Erfahrung noch steigern können.

Es lohnt sich dieses Team in den kommenden Jahren im Auge zu behalten, denn die Oilers haben in dieser Saison großes Potenzial gezeigt und auf dem Grundstein, der mit McDavid und Draisaitl gelegt ist, kann sich ein ernstzunehmender Kandidat für einen langen Lauf in den Playoffs bis hin zum Stanley Cup aufbauen.