Bis zu dem Moment, in dem Lightning-Kapitän Steven Stamkos den Stanley Cup in die Höhe stemmte, vergingen 65 Tage, die jeder Spieler, Trainer, Funktionär und Betreuer in einer Bubble in den beiden Hub Cities Edmonton und Toronto verbringen musste. Fernab von Familie, Partnerinnen, Kindern, Freunden und Haustieren.
Oder in Zahlen ausgedrückt: 558 Spieler absolvierten mindestens ein Spiel während der Postseason 2020. In den Bubbles gab es insgesamt 130 Spiele, darunter deren 75 im Rogers Place in Edmonton und deren 55 in der Scotiabank Arena in Toronto. Den hungrigen Eishockey-Fans weltweit wurden 343 Stunden und 31 Minuten Eishockey geboten. Darunter einige Extra-Schichten mit 413:42 Minuten Overtime (fast sieben Stunden).
Kein Sprint, sondern ein Marathonlauf
Der Weg zum "Heiligen Gral" war also kein Sprint, sondern ein Marathonlauf. Noch nie dauerte eine Saison so lange: Als am 2. Oktober 2019 beim ersten Spiel der regulären Saison 2019/20 in der Begegnung Toronto Maple Leafs gegen Ottawa Senators (Endstand: 5:3) der Puck erstmals aufs Eis fiel, konnte noch keiner erahnen, dass der Stanley Cup Sieger nicht wie üblich Anfang Juni, sondern erst über drei Monate später Ende September gefunden werden würde. Vom Eröffnungsspiel bis zum allesentscheidenden Spiel 6 im Stanley Cup Finale zwischen Tampa Bay und den Dallas Stars (Endstand: 2:0) vergingen 363 Tage - also fast ein komplettes Kalenderjahr.
Besonders lange dürfte sich das für die Lightning angefühlt haben. 25 Spiele bestritt Tampa Bay in der Postseason. In den Playoffs mussten die Bolts insgesamt 221:14 Minuten in der Overtime "nachsitzen", was einen neuen NHL-Rekord bedeutet. Darunter auch das bislang viertlängste Spiel in der NHL-Geschichte, als Spiel 1 der ersten Runde gegen die Columbus Blue Jackets (Endstand: 3:2 n.5.V.) erst in der 151. Spielminute nach sechs Stunden und 14 Minuten und insgesamt 90:27 Minuten in der Overtime entschieden wurde. Insbesondere für Tampa war es also ein beispielloser Abnutzungskampf.