Die Seattle Kraken werden in der Saison 2021/22 offiziell zum 32. Franchise der NHL. In den Tagen vor dem Expansion Draft am 21. Juli berichtet NHL.com/de ausführlich über das bevorstehende Event.
In dieser Ausgabe: Analyse der Klubs aus der Atlantic Division
Expansion-Draft-Analyse: Atlantic Division
Die Seattle Kraken können hier erfahrene Verteidiger, Stürmer für die erste Reihe und einen zweimaligen Stanley Cup-Sieger fürs Tor finden

Welche Spieler werden die Seattle Kraken von den Teams aus der Atlantic Division auswählen? Bei den Ottawa Senators könnte ein zweimaliger Stanley Cup-Sieger als Torwart zu haben sein. Und auch bei den Montreal Canadiens wäre ein interessanter Keeper zu haben. Die Tampa Bay Lightning werden hoffen, dass Seattle einen möglichst teuren Spieler abgreift, um dem Titelverteidiger bei den Schwierigkeiten mit dem Salary Cap zu helfen. In Toronto winkt ein Stürmer für die erste Reihe. Wenn Seattle noch Bedarf an erfahrenen Verteidigern hat, werden die Kraken wohl bei den Florida Panthers fündig. Solide Stürmer gibt es wohl bei den Ottawa Senators, Buffalo Sabres und den Detroit Red Wings.
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Boston Bruins (7-3-1)
Bei den Boston Bruins kommen die Stürmer Patrice Bergeron, Charlie Coyle und Brad Marchand automatisch auf die Liste aufgrund ihrer No-Movement-Klausel in den Verträgen. Auch David Pastrnak werden die Bruins schützen. Jake DeBrusk und Craig Smith sollten ihre Namen ebenfalls auf der Liste wiederfinden. Beim siebten Stürmer wird es dann aber spannend. Kandidaten dafür sind Nick Ritchie, der am 28. Juli Restricted Free Agent werden kann, Ondrej Kase und Trent Frederic.
Bei den Verteidigern werden die Bruins Brandon Carlo, der vor kurzem einen neuen Vertrag über sechs Jahre unterschrieben hat, und wahrscheinlich Matt Grzelcyk und Charlie McAvoy beschützen. Ein lohnendes Ziel für Seattle wäre damit Verteidiger Jeremy Lauzon, der in der vergangenen Saison in 41 Partien ein Tor und sieben Assists verbuchte.
Interessant ist die Situation bei den Torhütern. Sowohl Tuukka Rask als auch Jaroslav Halak können am 28. Juli Unrestricted Free Agents werden. Rask wird verletzungsbedingt frühestens Anfang 2022 wieder einsatzbereit sein. Jeremy Swayman darf nicht auf der Liste stehen. Also werden die Bruins wohl Dan Vladar vor dem Zugriff durch die Kraken schützen.

© Jonathan Kozub/Getty Images
Buffalo Sabres (7-3-1)
Zahlreiche offene Vertragsfragen machen es bei den Buffalo Sabres schwierig, eine Vorhersage zu treffen. Hinzu kommt, dass kein Spieler der Sabres eine No-Movement-Klausel hat, die ihn automatisch auf die Liste spült. Jeff Skinner wäre der einzige gewesen. Er hat jedoch darauf verzichtet. Doch ob sich die Kraken einen Spieler holen, der den Salary Cap mit neun Millionen US-Dollar pro Jahr belastet und in der Offensive in den vergangenen Jahren nicht gerade Bäume ausgerissen hat? Der ehemalige 40-Tore-Mann traf in der vergangenen Spielzeit nur noch siebenmal.
Also werden die Stürmer auf der Liste angeführt von Jack Eichel, auch wenn es um diesen immer wieder Tradegerüchte gibt. Victor Olofsson, Tage Thompson und Anders Bjork sind weitere Kandidaten. Bekommen Sam Reinhart und Casey Mittelstadt (beide können am 28. Juli Restricted Free Agents werden) rechtzeitig neue Arbeitspapiere, werden auch sie geschützt. Das gäbe Seattle die Möglichkeit, einen erfahrenen Stürmer wie Kyle Okposo unter Vertrag zu nehmen. Allerdings waren in der vergangenen Saison zwei Tore und elf Vorlagen in 35 Spielen zu wenig für einen Stürmer, der schon ein paar Mal die 20-Tore-Marke geknackt hat und mit sechs Millionen US-Dollar jährlich den Salary Cap belastet.
Auch in der Abwehr hängt viel davon ab, ob die Sabres noch den einen oder anderen Spieler vor dem 28. Juli unter Vertrag nehmen können. Rasmus Ristolainen hat noch einen Kontrakt und wird auf jeden Fall auf der Liste stehen. Mit Rasmus Dahlin und Henri Jokiharju könnten zwei potenzielle Restricted Free Agents den Weg auf die Liste finden. Der einzige Keeper, bei dem es sich lohnt, ihn zu beschützen, ist Linus Ullmark - ein potenzieller Unrestricted Free Agent.
Detroit Red Wings (7-3-1)
Es ist eine relativ komfortable Ausgangsposition, die die Detroit Red Wings vor dem Expansion Draft haben. Sie werden wohl niemanden an die Kraken verlieren, der beim Neuaufbau von Bedeutung gewesen wäre. Allerdings sind, wie bei einigen anderen Teams, auch in Detroit etliche Spieler dabei, die am 28. Juli Restricted oder Unrestricted Free Agents werden könnten. Die schwierigste Entscheidung wird für General Manager Steve Yzerman wohl sein, welchen Torhüter er beschützt. Thomas Greiss ist schon 35 und hat noch ein Jahr Vertrag. Auch Kaden Fulcher ist noch ein Jahr lang an die Red Wings gebunden. Allerdings ist er erst 22. Die Red Wings werden wohl das Risiko eingehen und Greiss nicht auf die Liste setzen.
In der Abwehr wird der jüngst von den New York Islanders im Tausch für Richard Panik geholte Nick Leddy geschützt. Zu ihm könnten sich Filip Hronek, Troy Stecher, Gustav Lindstrom oder Christian Djoos gesellen. Im Sturm stehen für die nächste Saison Kapitän Dylan Larkin, Frans Nielsen, Robby Fabbri, Vladislav Namestnikov und Filip Zadina unter Vertrag. Doch nicht alle werden sich wohl unter den sieben geschützten Stürmern wiederfinden. Denn Tyler Bertuzzi, Michael Rasmussen, Evgeny Svechnikov und Jakub Vrana sind für die Zukunft der Franchise eher von Bedeutung als etwa Namestnikov. Er könnte ebenso ein Kandidat für Seattle sein wie einer der erfahreneren Verteidiger, zum Beispiel Stecher.

© Eliot J. Schechter/Getty Images
Florida Panthers (7-3-1)
Die Panthers haben in den vergangenen Tagen schon deutlich gemacht, in welche Richtung es bei ihnen geht. Verteidiger Keith Yandle wurde aus seinem Vertrag herausgekauft. Er hatte eine No-Movement-Klausel und wäre deshalb zwingend auf der Liste mit geschützten Spielern gelandet. Diesen Platz bekommt jetzt Gustav Forsling, der einen neuen Vertrag über drei Jahre erhalten hat. Die anderen beiden Verteidiger sind Aaron Ekblad und MacKenzie Weegar. Das gibt den Kraken die Möglichkeit, zum Beispiel bei erfahrenen Defendern wie Radko Gudas oder Anton Stralman zuzuschlagen.
Ebenfalls eine No-Movement-Klausel haben Torwart Sergei Bobrovsky und Stürmer Jonathan Huberdeau. Aleksander Barkov, Anthony Duclair (mit einem frischen Drei-Jahres-Vertrag in der Tasche), Patric Hornqvist, Frank Vatrano und Carter Verhaeghe wären weitere Kandidaten. Das gilt auch für Sam Bennett, der nach seinem Wechsel zur Trading Deadline von Calgary nach Florida gut eingeschlagen hat. Er kann allerdings am 28. Juli Restricted Free Agent werden.
Montreal Canadiens (7-3-1)
Kapitän Shea Weber wird wohl die komplette nächste Saison verletzungsbedingt verpassen. Ihn müssen die Canadiens also nicht auf die Liste setzen. Mit Joel Edmundson, Jeff Petry (No-Movement-Klausel) und Ben Chiarot könnten sie den Kern der Verteidigung halten, der in der vergangenen Saison mit dafür gesorgt hat, dass Montreal bis ins Stanley Cup Finale vorstieß. Brett Kulak wäre somit ein Kandidat, auf den Seattle ein Auge werfen könnte.
Im Tor ist die Wahl einfach, da Carey Price ebenfalls eine No-Movement-Klausel im Vertrag hat. Jake Allen wäre für Seattle eine interessante Wahl für einen zuverlässigen Backup-Torhüter, der auch für mehr geeignet ist. Von den Stürmern hat nur Brendan Gallagher eine No-Movement-Klausel. Die restlichen sechs Angreifer könnten Tyler Toffoli, Josh Anderson, Phillip Danault, Jonathan Drouin, Jesperi Kotkaniemi und Artturu Lehkonen sein. Die beiden Finnen können allerdings am 28. Juli Restricted Free Agents werden. Entscheiden sich die Kraken nicht für Allen, könnten sie sich für Stürmer Paul Byron interessieren.
Ottawa Senators (7-3-1)
Bei den Ottawa Senators könnte sich für die Seattle Kraken die Möglichkeit bieten, einen Torwart mit Stanley Cup-Erfahrung an Land zu ziehen. Die Senators haben Matt Murray zwar erst vor der vergangenen Saison verpflichtet, und der zweifache Cup-Gewinner mit den Pittsburgh Penguins ist auch erst 27. Allerdings haben sie mit Filip Gustavsson ein vielversprechendes Talent in der Hinterhand, der bei seinen ersten neun Einsätzen (sieben Starts) in der vergangenen Saison mit fünf Siegen, einer Niederlage und einer Fangquote von 93,3 Prozent überzeugt hat.
Ist Murray zu haben, brauchen sich die Stürmer und Verteidiger der Senators, die es nicht auf die Liste schaffen, wohl keine Gedanken über einen Umzug an die Westküste zu machen. Bei den Stürmern werden die Senators den vielversprechenden Kern zusammenzuhalten, der gegen Ende der vergangenen Runde immer besser in Fahrt kam. Brady Tkachuk, Colin White, Connor Brown, Evgenii Dadonov, Nick Paul, Drake Batherson und Logan Brown sind heiße Kandidaten für das Septett. Dann könnte für Seattle Stürmer Chris Tierney interessant werden. Er kam vergangene Saison in 55 Spielen auf 19 Punkte (sechs Tore, 13 Vorlagen).
Bei den Verteidigern sind Thomas Chabot und Nikita Zaitsev gesetzt. Der dritte Defender könnte Victor Mete werden, der mit erst 23 Jahren schon fast 200 NHL-Spiele für Montreal und Ottawa an Erfahrung vorweisen kann.
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Tampa Bay Lightning (8-1)
Die Tampa Bay Lightning könnten in der Tat eins der Teams sein, die sich für die Variante mit acht Feldspielern und einem Torwart auf der Liste mit geschützten Spielern entscheiden. Die Stürmer Nikita Kucherov und Steven Stamkos sowie Verteidiger Victor Hedman haben alle jeweils eine No-Movement-Klausel in ihren Verträgen, müssen also geschützt werden. Ebenfalls sicher auf der Liste wird Torwart und Playoff-MVP Andrei Vasilevskiy stehen, der ebenfalls zum erlesenen Kreis gehört.
In der 8-1-Variante wären die Angreifer Brayden Point und Ondrej Palat noch auf der Liste. Als weitere Verteidiger drängen sich Ryan McDonagh, Mikhail Sergachev und Erik Cernak auf. Die Lightning könnten sich aber auch für Cal Foote statt McDonagh entscheiden.
Geht man beim Titelverteidiger auf die 7-3-1-Variante, könnten bei den Stürmern noch Anthony Cirelli, Yanni Gourde und Alex Killorn dazukommen. Bei Tyler Johnson mehren sich die Anzeichen, dass er nicht auf der Liste steht und Tampa froh wäre, wenn die fünf Millionen US-Dollar, mit denen der Stürmer den Salary Cap belastet, künftig in Seattle auflaufen.
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Toronto Maple Leafs (7-3-1/8-1)
Bei den Toronto Maple Leafs wird es darauf ankommen, für welches Schema sie sich bei ihrer Liste der geschützten Spieler entscheiden. Bei einem 8-1 könnten die Seattle Kraken auf Spieler wie Alex Kerfoot, Jason Spezza, Pierre Engvall oder Travis Dermott hoffen. Die Liste könnte dann so aussehen: John Tavares (No-Movement-Klausel), Auston Matthews, Mitch Marner, William Nylander, Morgan Rielly, Jake Muzzin, TJ Brodie, Justin Holl, Jack Campbell.
Interessant macht die Situation die lange Liste an potenziellen Unrestricted Free Agents. Nick Foligno, Riley Nash, Joe Thornton, Alex Galchenyuk, Zach Hyman und Frederik Andersen könnten am 28. Juli ohne Vertrag dastehen. Entscheiden sich die Maple Leafs für 7-3-1, dann wären für Seattle neben Tavares, Matthews, Marner und Nylander auch noch Wayne Simmonds, Spezza und Engvall geschützt werden. Kerfoot wäre dann wohl das Ziel der Kraken. Er würde dem Team gleich vom Start weg in einer der ersten beiden Sturmreihen weiterhelfen.

















