Die Seattle Kraken werden in der Saison 2021/22 offiziell zum 32. Franchise der NHL. In den Tagen vor dem Expansion Draft am 21. Juli berichtet NHL.com/de ausführlich über das bevorstehende Event.
In dieser Ausgabe: Analyse der Klubs aus der Central Division
Expansion-Draft-Analyse: Central Division
Mit Duchene, Donskoi und Faulk könnten für Seattle wichtige Bausteine zur Wahl stehen und Bishop wäre ein möglicher Starter für die Kraken

Viele spannende Entscheidungen stehen bei den Teams in der Central Division an und Seattle könnte sich besonders bei den Colorado Avalanche, den Dallas Stars, den Nashville Predators und den St. Louis Blues einige Kernstücke für ihre künftige Mannschaft sichern. Auch Tauschgeschäfte mit manchen Mannschaften scheinen nicht ausgeschlossen, haben die Predators schon anklingen lassen, Verhandlungen darüber zu führen.
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Arizona Coyotes (7-3-1)
Die Arizona Coyotes wechselten durch die Erweiterung der NHL um die Seattle Kraken in die Central Division. Auf der Proctection-List der Coyotes werden sich sicher die Verteidiger Oliver Ekman-Larsson und Jakob Chychrun finden. Während Ekman-Larsson schon aufgrund seiner No-Move-Klausel geschützt werden muss und die Coyotes ihren Kapitän sicher nicht ohne Gegenleistung ziehen lassen werden, ist die Entscheidung bei Chychrun sehr einfach.
Unter den Stürmern ist die Wahl bei Phil Kessel, Clayton Keller, Nick Schmaltz und Conor Garland einfach. Auch Christian Dvorak dürfte sicher von Arizona geschützt werden. Die beiden verbleibenden Positionen werden spannend. Lawson Crouse hatte 2020/21 einen Rückschritt, bezogen auf die Punkteausbeute (13 Punkte, 4 Tore, 9 Vorlagen), dürfte aber noch von seiner Entwicklung aus den Vorjahren profitieren. Den finalen Spot werden Michael Bunting, Tyler Pitlick und Christian Fischer unter sich ausmachen, wobei Bunting aufgrund seines starken Saison-Endspurts mit 13 Punkten (10 Tore) in 21 Partien die Nase vorne haben dürfte.
Im Tor wird die Wahl zwischen Darcy Kuemper und Adin Hill fallen. Kuemper. Beide liefern Argumente für einen Verbleib im Team. Für Hill spricht die finanzielle Seite, während Kuemper mit Erfahrung punkten kann. Am Ende werden die Kraken aber weder Kuemper noch Hill auswählen, da die Optionen unter den Feldspielern zu verlockend sein dürften. Gerade Pitlick dürfte, sollte er nicht geschützt werden, ein Kandidat für Seattle sein. Auch Johan Larsson oder Derick Brassard könnten der neuen Franchise schnell helfen.

© Norm Hall/Getty Images
Chicago Blackhawks (7-3-1)
Bei den Chicago Blackhawks sind zwei Spieler mit einer No-Movement-Klausel sicher unter den zu schützenden Spielern. Jonathan Toews und Patrick Kane hätten die Blackhawks aber auch ohne die Klausel geschützt. In der Verteidigung haben sie Duncan Keith, der ebenfalls einen entsprechenden Vertragsbaustein hatte, an die Edmonton Oilers getradet und sich so etwas mehr Flexibilität geschaffen. Sicher werden im Angriff noch Alex DeBrincat und Adam Gaudette auf der Liste stehen. Unter den Verteidigern werden sich die Blackhawks nicht von Connor Murphy, Riley Stillman und dem neu erworbenen Caleb Jones trennen wollen, während im Tor mit Kevin Lankinen der Starter der vergangenen Saison geschützt werden könnte.
Somit könnte Malcolm Subban zum zweiten Mal in einem Expansion Draft ausgewählt werden. Für die Vegas Golden Knights lieferte er nach seiner Wahl die besten Statistiken seiner bisherigen Karriere. Auf der anderen Seite wäre mit Calvin de Haan ein Verteidiger ungeschützt, der als erfahrener Anker für eine potentiell junge Verteidigergarde in Seattle.
Colorado Avalanche (7-3-1)
Als einer der Titelkandidaten der vergangenen Saison sind die Colorado Avalanche in allen Mannschaftsteilen stark besetzt. Mit Nathan MacKinnon, Mikko Rantanen und Gabriel Landeskog stellen sie eine der besten Angriffsformationen der Liga. Es käme sehr überraschend, sollte einer der drei nicht geschützt werden, auch wenn Landeskog noch keinen Vertrag für die kommende Saison unterzeichnet hat. Sollte er erst nach dem Expansion Draft verlängern, könnten die Avalanche einen anderen Akteur schützen.
Neben der Top-Reihe dürften noch Nazem Kadri, Tyson Jost, Valeri Nichushkin und Andre Burakovsky geschützt werden. In der Verteidigung sollten Cale Makar, Samuel Girard und Devon Toews die Akteure der Wahl sein, besonders nachdem Ryan Graves zu den New Jersey Devils getradet wurde und Erik Johnson auf seine Klausel verzichtete.
Mit Grubauer ist die Situation ähnlich wie mit Landeskog. Der deutsche Schlussmann steht vor einer Verlängerung und wird nur dann auf der Protection-List stehen, sollte der Vertrag unterschrieben sein. Andernfalls dürfte Pavel Francouz die Position auf der Liste einnehmen.
Mit Joonas Donskoi dürfte für die Kraken ein solider Akteur verfügbar sein, der immer für 30 oder mehr Punkte gut ist und gerade in der vergangenen Saison mit 17 Toren einen weiteren Sprung gemacht hat. Neben Donskoi wäre J.T. Compher eine interessante Option.\
VGK@COL, Sp5: Donskoi nutzt Newhooks Pass zum Tor
Dallas Stars (7-3-1)
Bei den Dallas Stars schienen einige der Positionen für geschützte Akteure bereits durch No-Move-Klauseln besetzt. Tyler Seguin, Jamie Benn und Alexander Radulov besetzen drei der Spots für Feldspieler und Ben Bishop wäre der Torhüter gewesen, der hätte geschützt werden müssen. Bishop verzichtete jedoch auf seine Klausel, so dass die Stars Anton Khudobin auf die Protection-List setzen können.
Neben den zwingend zu listenden Akteuren dürften Joe Pavelski, Roope Hintz und Denis Gurianov als Angreifer in Dallas verbleiben. Radek Faksa und Jason Dickinson dürften sich um den verbleibenden siebten Spot streiten, wobei Faksa aufgrund seines langfristigen Vertrags die Nase vorne haben sollte. Unter den Verteidigern dürften John Klingberg, Miro Heiskanen und Esa Lindell nicht zur Wahl stehen.
Für Seattle ergibt sich mit Bishop eine Gelegenheit, einen klaren Starter zu den Kraken zu holen. Einzig die Verletzungsanfälligkeit des 34-jährigen könnte die Verantwortlichen der neuen Franchise zweifeln lassen. Mit Andrej Sekera stünde ein erfahrener Verteidiger zur Wahl, wohingegen in der Offensive selbst Dickinson eher eine überraschende Entscheidung der Kraken wäre.
Minnesota Wild (7-3-1)
Mit Jared Spurgeon, Jonas Brodin und Mats Zucarello gehen drei der Plätze auf der Liste an geschützten Akteuren an Spieler, die aufgrund ihrer Verträge nicht ohne ihre Zustimmung getradet werden dürfen. Dahinter sind mit Kevin Fiala, Joel Eriksson-Ek zwei wichtige Bausteine der Mannschaft als sicher anzusehen. Gerade aus deutscher Sicht wird der Umgang mit der Personalie Nico Sturm von Interesse sein. Durch die Buy-Outs von Zach Parise und Ryan Sutter ergeben sich neue Möglichkeiten und Sturm dürfte in Minnesota bleiben. Egal, wie sich die Wild entscheiden, der ein oder andere interessante Akteur wird für Seattle zu haben sein.
Mathew Dumba wäre beispielsweise ein Kandidat. Sein Jahresgehalt von sechs Millionen Dollar könnte Minnesota dazu bewegen, ihn nicht zu schützen und für Seattle ergäbe sich eine spannende Option für einen starken Top-Vier-Verteidiger zu akquirieren. Sollte Dumba doch nicht zu haben sein, stünden noch Cam Talbot als Torhüter, Ian Cole als erfahrener Verteidiger oder Stürmer wie Victor Rask oder Ryan Hartman zur Wahl.
MIN@VGK, Sp2: Dumba überwindet Fleury
Nashville Predators (8-1)
Einzig Kapitän Roman Josi ist bei den Predators sicher auf der Liste an schützenswerten Akteuren. Kein anderer Spieler ist durch eine Klausel in seinem Kontrakt abgesichert, was den Predators viele Optionen bietet. Eine davon ist auch ein Deal mit den Kraken, das erklärte Manager David Poile. "Ich hatte einige Gespräche mit Seattle und es wäre ideal, wenn wir ein Geschäft einfädeln können, bei dem wir wissen, wen wir verlieren werden. Das würde ich vermutlich eingehen."
Aufgrund der Tiefe in der Verteidigung würden die Predators, neben Josi, vermutlich Ryan Ellis, Mattias Ekholm, Dante Fabbro und Alexandre Carrier schützen. Juuse Saros ist nach seinen Leistungen im Tor auch eine sichere Wahl. Entsprechend blieben noch drei Angreifer, die abgesichert werden könnten. Filip Forsberg ist hierbei ebenso sicher, wie Like Kunin, der mit erst 23 Jahren noch viel Potenzial besitzt. Dahinter gäbe es viele Optionen aber nur einen Platz.
Mit Matt Duchene dürfte ein starker Nummer-Eins-Center ungeschützt bleiben und wäre die logische Wahl für Seattle, die um ihn herum eine Mannschaft aufbauen könnten.
St. Louis Blues (7-3-1)
Ryan O'Reilly, Vladimir Tarasenko und Brayden Schenn sind das offensive Kernstück der St. Louis Blues und dürften entsprechend sicher nicht für die Kraken zur Wahl stehen. Mit David Perron werden die Blues einen Fehler aus dem Expansion Draft 2017 sicher nicht wiederholen. Damals war der Angreifer von den Vegas Golden Knights ausgewählt worden und half den Neulingen bis ins Stanley Cup Finale vorzudringen.
Mit Robert Thomas und Jordan Kyru dürften zwei junge, aber etablierte Angreifer geschützt werden, so dass noch eine Position unter den Stürmern offen wäre. Hier bietet sich Oskar Sundqvist an, dessen Fehlen über weite Strecken der Vorsaison schmerzhaft für St. Louis war.
In der Verteidigung dürfte der als Nummer-Eins-Defender geplante Colton Parayko ebenso sicher in St. Louis verbleiben, wie Torey Krug, der in seiner ersten Blues-Saison zwar noch nicht wie erwartet punkten konnte, aber dennoch ein wichtiger Baustein in der eigenen Zone ist. Dahinter wird die Entscheidung schon schwerer. Justin Faulk war in der vergangenen Spielzeit der zweitbeste Verteidiger nach Punkten. Sein Vertrag von 6,5 Millionen Dollar pro Saison könnte aber dazu führen, dass er nicht geschützt wird. Dann wäre er ein potenzielles Ziel für die Kraken.
Andernfalls könnte die Wahl auf Vince Dunn fallen, der als Restricted Free Agent auf einen neuen, besser dotierten Vertrag hoffen darf. Mit seiner Härte und den offensiven Fähigkeiten wäre er ein Top-Vier-Verteidiger, auf den die Kraken aufbauen könnten. Egal, wer am Ende verfügbar ist, in St. Louis wird Seattle einen wichtigen Baustein für die Mannschaft finden.
STL@LAK: Faulk bezwingt Petersen in Verlängerung
Winnipeg Jets (7-3-1)
Keine schwere Entscheidung wird es für die Winnipeg Jets bei den Torhütern geben. Connor Hellebuyck ist die klare Nummer eins und gehört die Zukunft zwischen den Pfosten in Winnipeg.
Auch bei den Verteidigern sollte die Wahl klar sein. Josh Morrissey und Dylan DeMelo waren die Vielspieler in der eigenen Zone und bilden das Herz der Defensive. Daneben ist Neal Pionik ebenfalls eine sichere Wahl. Seit er 2019 für Jacob Trouba erworben wurde, gehörte er zu den Top-Vier-Verteidigern.
Im Angriff ist Blake Wheeler durch seine No-Move-Klausel geschützt. Daneben dürften Kyle Connor, Mark Scheifele, Nik Ehlers und Pierre-Luc Dubois auf der Liste landen, die die für Seattle nicht verfügbaren Spieler auflistet. Die fünf Stürmer bilden das Zentrum der Offensive und sollen möglichst zusammengehalten werden. Daneben hat sich Adam Lowry als Center in der zweiten oder dritten Reihe entwickelt und wurde im April sicher nicht verlängert, um ihn nun ungeschützt ziehen zu lassen. Der verbleibende Spot dürfte an Andrew Copp gehen. Der ursprünglich eher defensiv ausgerichtete Angreifer hat offensive Fähigkeiten entwickelt, die ihn zu einem wichtigen Puzzlestück für die Jets machen.
Für Seattle bliebe damit besonders Mason Appelton als interessante Wahl. Der Angreifer hat in der vergangenen Saison einen enormen Entwicklungssprung genommen und erstmals eine gesamte Saison in der NHL gespielt. 25 Punkte (12 Tore, 13 Vorlagen) war eine starke Zahl und im Alter von 25 Jahren ist noch viel Potenzial vorhanden. Die Kraken dürften an Appelton kaum vorbeikommen, sollte er nicht überraschenderweise statt Copp geschützt werden.

















