ANA_Zegras

Trevor Zegras hat zwar erst zwei NHL-Saisons in seiner Vita stehen, ist aber längst eine Attraktion der Liga und für die gesamte Eishockey-Welt. Der 21-jährige Stürmer der Anaheim Ducks hat sich im Rahmen der NHL North American Player Media Tour in Las Vegas mit NHL.com/de über seine magischen Hände, sein unerwartetes Cover-Foto für NHL23 und seinen Nummernwechsel gesprochen.

"Ich hasse die Bezeichnung Lacrosse-Tore"
Natürlich ist der Name Zegras untrennbar mit dem "Michigan-Trick" oder auch "Lacrosse-Treffer" verbunden. Der US-Amerikaner ist ein Experte darin, den Puck auf die Kelle zu schaufeln und dann in einer fließenden Bewegung aus der Luft ins Tor zu treffen.
Zegras selbst stört sich allerdings ein wenig an der Bezeichnung für dieses Kunststück: "Ich hasse es, dass es das Lacrosse-Tor genannt wird. Das geht gar nicht, denn es ist ein ganz anderer Sport", sagt er. "Das muss ganz schnell aus unserem Hockey-Vokabular verschwinden. Man nennt es den Michigan!"

ANA@ARI: Zegras mit einem Tor im Lacrosse-Stil

Eben dieser Michigan ist seit der letzten Saison in aller Munde und fand bereits viele Nachahmer. "Man muss sich nur mal umschauen, wie oft schon jemand auf diese Weise getroffen hat. Es waren bestimmt schon sieben, acht oder neun Tore", so Zegras. "Ich habe das Gefühl, dass es in den nächsten Jahren noch mehr werden wird, weil die Kids mit einer Menge neuer Tricks in die NHL kommen werden."
Der Ducks-Stürmer beließ es aber nicht bei einem Michigan-Tor, sondern lieferte auch noch einen Michigan-Assist für seinen Mitspieler Sonny Milano. "Den Flip-Pass über das Tor zu Milano hatte ich zuvor nicht geprobt. Auch wenn es ja nicht mein Tor war, hat es mir sehr gefallen", grinst der Linksschütze.
Cover-Boy von NHL23
Ein verschmitztes Lächeln ist es auch, was Zegras auf dem neuen Cover des Videospiels NHL23 zeigt. Dort posiert Anaheims Angreifer neben Sarah Nurse, einer der kanadischen Olympiagewinnerinnen, die übrigens die Cousine von Darnell Nurse (Verteidiger Edmonton Oilers) ist.

Zegras' Top 5 Spielzüge in 2021/22

Für Zegras kam diese Ehre völlig überraschend. "Mein Agent hat mich angerufen, als ich gerade tanken war. Er hat gesagt, dass ich das jetzt nicht glauben werde, aber die wollen mich auf dem Cover haben. Die Heimfahrt war also großartig für mich", lacht Zegras, der dieses Spiel selbst gerne auf der Konsole zockt. "Ich habe es schon als Kind gespielt und spiele es bis heute immer noch mit meinen Kumpels und meinem Papa. Mein Papa und ich
hatten schon ein paar verdammt gute Duelle. Er hat mir ganz schön den Hintern versohlt, ehe ich begriffen habe, wie man den Controller bedient. Dann hatte er Probleme."
Der im Bedford im US-Bundesstaat New York geborene Zegras spielt virtuell am liebsten mit den New York Rangers - sein Vater mit den New York Islanders. "Wir haben oft das Battle of New York gespielt. Wir nutzen aber auch den Zufallsmodus: Du darfst dreimal die Zufall-Taste drücken. Wenn dir ein Team nicht gefällt, dann drückst du und die vierte Mannschaft musst du dann aber nehmen."
Nummer 11 statt 46
Zaubern möchte der Erstrunden-Pick aus dem Jahr 2019 (1. Runde, 9. Stelle) in der kommenden Saison 2022/23 aber allen voran wieder in realen Leben auf dem Eis. Dabei müssen sich seine Fans auf eine neue Rückennummer einstellen: Statt der "46" trägt der Shootingstar nun die "11" auf dem Rücken.

CBJ@ANA: Grants starke Vorarbeit führt zu Zegras' Tor

"Die 11 ist eine Nummer, die ich schon mein ganzes Leben gespielt habe", erklärt Zegras. "Schon als Kind, als ich für Mid Fairfield aufgelaufen bin. Dort habe ich zehn Jahre lang gespielt und immer die 11 getragen. Ich war auch ein großer Rangers-Fan und Mark Messier hat damals in New York die 11 gehabt und den Cup gewonnen. Das war ziemlich cool. Übrigens war auch die Hausnummer in meinem Elternhaus die 11."
Zur Nummer 46 ist Zegras damals eher zufällig gekommen - sie wurde ihm von den Ducks vorgegeben. "Sie ist mir regelrecht ins Gesicht geschlagen worden, als ich zur Tür reingekommen bin. Es ging so: '34 - 46 - 42", lacht er.
Neue Tricks zur neuen Saison?
Der 1,85 Meter große und 84 Kilogramm schwere Stürmer beeindruckte in der Vorsaison mit 61 Scorerpunkten (23-38-61) in 75 Spielen. Auch am All-Star Wochenende durfte er seine außergewöhnlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen und traf bei der "Skills Competition" mit verbundenen Augen und einem einhändigen Spin-o-Rama spektakulär ins Tor.
"Wenn ich so zurückschaue, dann war es etwas, was ich den ganzen Sommer schon ausprobiert hatte. Ich habe einen meiner Agenten gesagt, dass ich nicht glauben kann, dass er mich diesen Move am All-Star Weekend machen lässt, weil es ganz schnell hätte schiefgehen können. Er hat aber nur gelacht und gesagt: Es war deine Idee, Kumpel. Ich werde dir nicht vorschreiben, was du zu tun hast."
Michigan-Tore, Michigan-Vorlagen und blinde Spin-o-Rama-Treffer - Zegras gilt als Kreativspieler mit magischen Händen. Er selbst aber findet das gar nicht zu außergewöhnlich: "Nicht wirklich. Es ist einfach nur die Art, wie ich dieses Spiel gerne sehe und spiele. Ich habe meinen Stil nie geändert, nur damit Leute sagen, wie cool das ist. So bin ich einfach. Wenn Leuten das gefällt und sie das attraktiv finden, dann funktioniert es doch", grinst das Talent.
Welche verrückten Tricks also plant der Zauberer Zegras für 2022/23? "Das fragt mich jeder", lacht er. "Ich weiß auch nicht. Ich möchte mir keinen Druck machen, mit irgendetwas verrückten um die Ecke zu kommen, aber ich arbeite an ein paar Dingen, an ein paar nicht-traditionellen Wegen, ein Tor zu schießen…"