Ovechkin_Capitals_celebrate

Alex Ovechkin dreht aktuell gefühlt die Uhr zurück und klettert in der NHL-Torschützenliste unaufhaltsam nach oben. Der Kapitän der Washington Capitals führt vor dem Spiel gegen die Florida Panthers am Donnerstag (7 p.m. ET; NHL.TV; Fr. 0 Uhr MEZ) mit neun Toren in neun Spielen in dieser Saison die NHL-Torjägerliste an. In seinen 17 Spielzeiten hat er 739 Tore erzielt, womit er nur noch zwei Treffer vom vierten Platz in der NHL-Geschichte entfernt ist, den Brett Hull (741) innehat.

Ovechkin hat die Bedeutung seiner Verfolgung von Hull jedoch öffentlich heruntergespielt und gesagt: "Es ist, was es ist. Du gehst einfach hin und tust alles, was du kannst.
Doch der 36-Jährige hat die Saison mit einem Elan begonnen, der seinem Alter nicht gerecht wird. Bevor er am Montag bei der 2:3-Niederlage gegen die Tampa Bay Lightning ohne Punkt blieb, hatte Ovechkin in jedem der ersten acht Saisonspiele mindestens einen Punkt erzielt (neun Tore, sechs Assists). Damit stellte er den Rekord der Capitals für die längste Punkteserie zu Beginn einer Saison ein, den er als 20-jähriger Rookie in der Saison 2005/06 aufstellte und der von Stürmer Alexander Semin in der Saison 2006/07 eingestellt wurde.

ARI@WSH: Ovechkin trifft vor Schluss ins leere Tor

Acht Spiele waren auch die wenigsten, die Ovechkin in seiner NHL-Karriere benötigte, um 15 Punkte zu erzielen, und zwar im Jahr 2009/10, als er 24 Jahre alt war. Mit seinem achten Saisontreffer gegen die Detroit Red Wings am 27. Oktober wurde er nach Maurice Richard (acht Tore in den ersten sieben Spielen 1957/58) zum zweiten Spieler in der NHL-Geschichte, der im Alter von 35 Jahren oder älter mindestens acht Tore in den ersten sieben Spielen erzielte.
Ovechkin wurde zum 'First Star' des Monats Oktober in der NHL gewählt.
"Er sieht jünger aus, finde ich. Ich weiß nicht, wie das möglich ist", befand Red Wings-Trainer Jeff Blashill. "Er spielt mit so viel Elan und Energie. Wenn man nicht gerade auf der Bank sitzt und gegen ihn spielt, ist es ziemlich cool zu sehen, wie begeistert er immer noch ist, wenn er ein Tor schießt. Ich finde das großartig."
Ovechkin hat zwar nicht den Jungbrunnen gefunden, aber die Rückkehr zu seinem regulären Offseason-Programm mit Personal Trainer Pavel Burlachenko hat ihn körperlich für den Saisonstart gerüstet.
Die Coronavirus-Pandemie sorgte für Ungewissheit, so dass es schwierig war, sein Training bis zum Beginn der letzten Saison, die sich bis zum 13. Januar verzögerte, zu planen. Obwohl Ovechkin die Capitals mit 24 Toren in 45 Spielen anführte, konnte er keinen konstanten Rhythmus finden und verpasste 11 Spiele, vier davon aufgrund des NHL-COVID-19-Protokolls und sieben mit einer Leistenverletzung. Es war das erste Mal in fünf Jahren, dass er ein Spiel wegen einer Verletzung verpasste.

WSH@OTT: Ovechkin trifft aus dem linken Bullykreis

Dank einer normaleren Offseason zum Trainieren konnte sich Ovechkin besser auf den Saisonstart und die lange Saison vorbereiten.
"Das hilft sehr", erklärte Ovechkin. "Mein Trainer Pavel und ich wussten immer, was wir tun mussten, um uns auf das Jahr vorzubereiten. Es wird eine lange Saison mit (den Olympischen Spielen 2022 in Peking) und den (Stanley Cup Playoffs), und wir haben sozusagen wieder eine Routine entwickelt. ... Natürlich hilft es, wenn man genau weiß, was im Laufe des Jahres passieren wird, und ich denke, wir haben im Trainingslager einen sehr guten Job gemacht."
Seit Washingtons Saisonauftakt gegen die New York Rangers am 13. Oktober, als Ovechkin mit zwei Toren Marcel Dionne (731) auf Platz fünf der Torschützenliste überholte, sieht er wie der Spieler aus, der 2019/20 in 68 Spielen 48 Treffer erzielte und damit mit Boston Bruins-Stürmer David Pastrnak die NHL-Führung übernahm. Ovechkins spielentscheidendes Tor im zweiten Drittel beim 7:5-Sieg gegen die Ottawa Senators am 25. Oktober war ein weiterer Beweis dafür, dass er einen zusätzlichen Gang gefunden hat, der in der letzten Saison fehlte.
Gegen Ende einer Shift blockte Ovechkin einen Schuss des Senators-Verteidigers Nikita Zaitsev am rechten Bullypunkt in der Washingtoner Zone, jagte den freuien Puck an der blauen Linie der Ottawa Senators und lief allein auf Torhüter Filip Gustavsson zu, bevor er den Puck zwischen seinen Schonern hindurch zur 6:5-Führung für die Capitals einschob.
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"Es scheint so, als ob er in einer wirklich guten Position ist", sagte Capitals-Trainer Peter Laviolette. "Er spielt mit Tempo. Er hat den Puck oft am Stock. Auch hier war es eher eine normale Routine für ihn, als er den Sommer über ins Trainingslager kam. Er hatte ein gutes Trainingslager und ist auf dem besten Weg."
Um den guten Lauf des Stürmers zu nutzen zu füttern, hat Laviolette Ovechkin zeitweise doppelt eingesetzt. Er ist der beste Stürmer der Capitals und liegt mit einer durchschnittlichen Eiszeit von 21:23 Minuten auf Platz acht der NHL-Stürmer.
Ovechkin erklärte, dass er es auch seinen Teamkollegen Evgeny Kuznetsov und Tom Wilson verdankt, dass er sein Spiel verbessern konnte. Kuznetsov hat in neun Spielen 13 Punkte (fünf Tore, acht Assists) erzielt, und Wilson hat zwar noch nicht sein erstes Saisontor erzielt, aber sieben Assists beigesteuert.
"Offensichtlich fühlt sich 'Kuzy' im Moment wohl und 'Willie' ist immer Willie", meinte Ovechkin. "Er ist immer in Fahrt, und ich versuche einfach, die freie Stelle zu finden und den Puck reinzuschieben."
Umgekehrt haben Kuznetsov und Wilson versucht, den Puck so oft wie möglich zu Ovechkin zu bringen, weil sie sehen, wie sehr er ihn braucht. Obwohl Ovechkin die Erwartungen dämpft, wenn es darum geht, Hull einzuholen und eventuell Wayne Gretzkys NHL-Rekord von 894 Toren zu brechen, ist seine Entschlossenheit, einen Meilenstein zu erreichen oder einen anderen Spieler in der Torschützenliste zu überholen, jedes Mal offensichtlich.
"Ich glaube, er ist schon seit Jahren ein Hai auf Blut, wahrscheinlich schon seine ganze Karriere lang", gab Wilson zu Protokoll. "Manche Spieler in der Liga schießen ein Tor und sind damit für den Abend zufrieden. Wenn du zwei Tore schießt, OK, tolle Nacht. Wenn er zwei Tore schießt, will er drei. Wenn er drei schießt, will er vier. Wenn er vier schießt, will er fünf. Und wenn er diesen Jungs hinterherläuft, wenn er Tore schießt, wird er immer hungriger."