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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2023/24 unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme besteht aus einer Analyse der wichtigsten personellen Veränderungen, der Schlüsselspieler, den Stärken und Schwächen, der Playoff-Chancen und einem gesonderten Spielerporträt.

In dieser Ausgabe: Alex Killorn von den Anaheim Ducks

Die Anaheim Ducks hatten in den letzten Jahren nur wenig Erfolgserlebnisse. In den vergangenen fünf Spielzeiten wurden die Stanley Cup Playoffs (meist sehr deutlich) verpasst. Das letzte gewonnene Playoff-Spiel datiert aus dem Jahre 2017, als die Ducks bis in das Conference Finale gelangten.

Umso wichtiger war es für General Manager Pat Verbeek, einen Top-Star nach Kalifornien zu locken, der eine Erfolgsmentalität nach Anaheim bringt und als Führungsspieler agieren kann. Die Verpflichtung von Alex Killorn, der mit Tampa Bay Lightning in den Jahren 2020 und 2021 den Stanley Cup gewann, könnte daher genau der richtige Schritt sein.

Der linke Flügelstürmer unterzeichnete gleich am ersten Tag der Free Agency einen Vertrag über vier Jahre. Laut Verbeek stand der 33-Jährige auf dem Wunschzettel von Anaheim ganz oben. "Alex Killorn bringt ein unglaubliches Repertoire an Stanley Cups, Finals, Halbfinals, Führungsqualitäten und Wettbewerbsfähigkeit mit", erklärt Verbeek.

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Killorn soll insbesondere den vielen Talenten im Kader als Vorbild dienen. "Es ist wichtig, dass unsere jungen Spieler verstehen, worum es bei Wettkämpfen geht und was man dafür tun muss. Es geht darum, auch im Kraftraum ein absoluter Profi zu sein und auf dem Eis in jeder Minute die richtigen Dinge zu machen." Laut Verbeek sei es absolut "lebensnotwendig", dass ein Erfolgsspieler wie Killorn dies vorlebt: "Unser Team braucht diese Führung."

Killorn hätte zu einem Team wechseln können, das in der nahen Zukunft größere Chancen auf den Stanley Cup hat. Der Stürmer zählte in der Free Agency zu den namhaftesten Spielern auf dem Markt und befindet sich in der Form seines Lebens. In der Saison 2022/23 stellte Killorn neue Karrierebestwerte in Tore (27), Assists (37), Scorer-Punkte (64) und Powerplay-Assists (9) auf. Zudem ist der Kanadier ein echter Dauerbrenner. In den vergangenen drei Spielzeiten absolvierte er alle Saisonspiele.

Warum ein solcher Spieler zu einer Mannschaft wechselt, die sportlich zuletzt eher enttäuschte? Wird Killorn danach gefragt, nennt er zwei Gründe: Das Potenzial des Kaders und das Vertrauen in Verbeek, mit dem er in Tampa eine gemeinsame Vergangenheit hat. Von 2010 bis 2019 war Verbeek in Tampa Bay als Director of Player Personnel und Assistent des General Managers Steve Yzerman tätig.

"Pat war bei uns in Tampa, als wir unser Team umkrempelt haben. Ich habe ich keinen Zweifel daran, dass er bei uns nun das Gleiche tun wird. Wenn ich heute mit ihm spreche, merke ich, dass er die richtige Vision für die Zukunft hat. Ich freue mich sehr auf die Zukunft dieses Teams", sagt Killorn. "Du willst natürlich Teil eines erfolgreichen Teams sein. Anaheim war im vergangenen Jahr nicht erfolgreich, aber sie haben eine gute Kadertiefe und viele großartige Talente."

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Dass Anaheim mit Killorn langfristig plant und ihn daher einen Vertrag über vier Jahre unterzeichnen ließ, sei ebenfalls ein wichtiger Faktor gewesen: "Um ehrlich zu sein, war das wahrscheinlich das Entscheidende, was mich dazu gebracht hat, mich für Anaheim zu entscheiden. Dadurch wusste ich, wie sehr Pat und [Trainer] Greg Cronin an mich glaubten. Das war für mich der Grund für die Entscheidung. Es war natürlich ein großartiger Vertrag, den sie mir angeboten haben, aber ihr Glaube an mich und ihre Hoffnung, dass ich dazu beitragen kann, dieses Team zu einem besseren Team zu machen, gab bei mir wirklich den Ausschlag."

Killorn ist bewusst, dass er nun in Anaheim eine neue Rolle einnehmen muss. Zwar agierte er auch bei Tampa Bay als Führungsspieler und war in den vergangenen vier Spielzeiten stellvertretender Kapitän. Gleichwohl ist er in Florida einer unter vielen Top-Stars gewesen. An der Seite von anderen Superstars wie Nikita Kucherov, Brayden Point oder Steven Stamkos, um nur einige Beispiele zu nennen, verteilte sich die Verantwortung auf mehrere Schultern. Erwischte jemand einmal einen schwächeren Tag, fiel das weniger ins Gewicht, weil andere Top-Stars in die Bresche sprangen.

In Anaheim wird der Fokus vor allem auf ihn gerichtet sein. Killorn blickt der neuen Herausforderung positiv entgegen. "Ich habe in der Vergangenheit für ein Gewinnerteam gespielt. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich meine Erfahrung und meine Führungsqualität in diese Truppe einbringen kann. Ich weiß, dass das nun ein jüngeres Team ist, aber ich freue mich darauf."

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Killorn sieht gute Voraussetzungen, um die Ducks auf die Erfolgsspur zu bringen. "Es gibt so viel Talent in diesem Team. Man muss sich nur die vielen Jungs ansehen, die auf dem Sprung in unser Team sind - ob nun in diesem Jahr oder im nächsten Jahr. Das hatte ich berücksichtigt, als ich meine Entscheidung getroffen habe."

Inmitten all dieser Talente möchte Killorn ein wichtiger Eckpfeiler der Mannschaft sein, "der offensiv und defensiv helfen kann. Das habe ich in Tampa getan und ich hoffe, dass ich das auch hier tun kann."