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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2023/24 unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme besteht aus einer Analyse der wichtigsten personellen Veränderungen, der Schlüsselspieler, der Stärken und Schwächen, der Playoff-Chancen und einem gesonderten Spielerporträt.

In dieser Ausgabe: Adam Fox von den New York Rangers

Nur einem Verteidiger in der NHL-Geschichte gelang es vor Adam Fox in seinen ersten vier Spielzeiten eine Norris Trophy zu gewinnen. Bobby Orr, der bis heute als einer der besten Verteidiger aller Zeiten gilt, schaffte das 1966/67. Die Fußstapfen für Fox sind gigantisch, doch er bestätigte seine Leistungen nach der Auszeichnung 2020/21 und wurde in der zurückliegenden Saison erneut zum Finalisten für die Norris Trophy gewählt.

Die Trophäe wird am Ende einer jeden Saison an den Verteidiger verliehen, der über die Spielzeit die besten Allround-Fähigkeiten zeigt. Fox ist hierbei ein Musterbeispiel für einen herausragenden Zwei-Wege-Verteidiger. In seiner Norris-Trophy-Saison konnte er in 55 Partien 47 Punkte sammeln (5 Tore, 42 Vorlagen). Auch in den folgenden Spielzeiten avancierte Fox zum wichtigsten Puzzleteil der Rangers. Der 25-Jährige überzeugt mit Übersicht in der eigenen und der gegnerischen Zone.

In vier NHL-Jahren, in denen er die Entwicklung vom Team im Neuaufbau zur erfahrenen Mannschaft mit Titelambitionen mitmachte, punktete Fox konstant und entwickelte sich selbst weiter. 235 Punkte in 285 Spielen, eine Plus-Minus-Bilanz von +87 und 106 Strafminuten zeichnen das Bild eines Top-Blueliners.

FLA@NYR: Fox trifft per Rückhand

Die Fähigkeiten von Fox lassen sich besonders an einer Woche aus der Saison 2020/21 aufzeigen. Am 25. März 2021 stellte er mit fünf Punkten, alles Vorlagen, einen neuen Rangers-Punkterekord für Verteidiger auf. Nur zwei Tage später stellte er mit zwei geblockten Schüssen bei verwaistem Rangers Tor seine ausgezeichnete Hand-Augen-Koordination unter Beweis. Und mit einem sehenswerten Rückhand-Siegtor gegen die Washington Capitals bewies er seine feine Technik.

"Die Art, wie er das Spiel sieht, und seine Geduld mit dem Puck erinnern mich an Brad Park, zumindest nach den Highlights, die ich von Brad gesehen habe", hob Brian Leetch den Rangers-Blueliner Fox auf eine Stufe mit Park, einem weiteren Mitglied der Hockey Hall of Fame. "Es ist beeindruckend, dass jemand einen solchen Stil auf dem heutigen, hohen Level in der NHL spielen kann. Niemand kann das Spielgeschehen so lesen, hat diese Geduld bewegt sich so geschmeidig."

Leetch war es auch, der Fox 2021 als Norris-Trophy-Gewinner bekanntgab. "Es ist großartig, dass ich Adam persönlich kenne und der Fakt, dass er ein Ranger ist und ich das für ihn tun konnte, war fantastisch." Die Bedeutung von Fox für die Rangers lässt sich außerdem daran ablesen, dass er 2020/21 zum wertvollsten Akteur der Franchise gewählt wurde.

Die Zahlen von Fox aus der Saison 2022/23 sind ebenfalls beeindruckend. Kein anderer Verteidiger konnte mehr als 70 Punkte sammeln (72) und dabei eine Plus-Minus-Bilanz von 25 oder besser erreichen (+28). Er stand dabei 24:23 Minuten pro Partie auf dem Eis und verpasste die 2000-Minuten-Marke nur knapp (1998:58). Lediglich sechs andere Verteidiger hatten mehr Eiszeit.

ARI@NYR: Fox mit seinem 5. Saisontor

Fox ist das Musterbeispiel für einen in allen Bereichen herausragenden Verteidiger. Im direkten Duell musste das auch Nathan MacKinnon erfahren. Im Oktober der vergangenen Saison beförderte Fox den Center der Colorado Avalanche in der Defensivzone aufs Eis, leitete einen Konter ein und vollendete selbst zum Ausgleich.

"Es macht Spaß zu sehen, wie effektiv Adam auf beiden Seiten des Eises ist. Wie er die meiste Zeit da draußen die Kontrolle behält, ist sehr beeindruckend", fasste Leetch die fantastischen Leistungen seines Verteidiger-Nachfolgers im Rangers-Dress zusammen.

Leetch schüttelt aus Unglauben manchmal den Kopf, wenn Fox anfängt zu zaubern. Der ehemalige Defensivspieler überlegt dann, ob er in einer solchen Situation genauso reagiert hätte. Den Fans dürfte es ähnlich gehen, jedoch ohne die Frage, ob man selbst auch so handeln würde.

Mit 25 Jahren ist Fox für einen Verteidiger, besonders einen mit offensiven Waffen, noch recht jung und hat noch einiges an Entwicklung vor sich. Die Rangers konnten ihn mit einem fürstlichen Gehalt von einem Vertrag bis 2028/29 überzeugen, so dass die Anhänger sich noch lange an Fox und seinen herausragenden Zwei-Wege-Fähigkeiten erfreuen dürfen.

Für Fox liegt nach dem persönlichen Erfolg nun in erster Linie der Fokus auf dem Team-Titel. Mit den Ergänzungen der Rangers und dem neuen Trainer Peter Laviolette sollte die Chance auf einen Triumph im Stanley Cup nun sogar größer sein als in der Vorsaison.