Am 9. Oktober beginnt um 12 Uhr (ET) / 18 Uhr (MESZ) die Free Agency in der NHL. NHL.com/de bringt euch eine umfassende Berichterstattung über einige der aufregendsten Tage des Jahres. In dieser Ausgabe: Die zehn besten Geschichten vor der Öffnung des Free-Agent-Markts.
Zehn Geschichten vor der Free Agency 2020
Poker um Pietrangelo, Meister-Garant Maroon und viele begehrte Goalies, unter anderem Greiss

Goalies werden heiß gehandelt
Auf dem Free-Agent-Markt 2020 werden insbesondere die Torhüter hoch gehandelt. Bei vielen Klubs könnte es in Sachen Stammtorhüter eine Wachablösung geben. Schon bevor der Markt öffnete wurde Devan Dubnyk von den Minnesota Wild zu den San Jose Sharks transferiert und Matt Murray wechselte via Trade von den Pittsburgh Penguins zu den Ottawa Senators.
Wer also greift bei den begehrten Goalies auf dem Markt zu? Die Liste an prominenten Namen ist lang: Braden Holtby, Jacob Markstrom, Anton Khudobin, Henrik Lundqvist, Corey Crawford, Thomas Greiss, Cam Talbot, Mike Smith oder Craig Anderson wären zu haben.
Starke Saves von Thomas Greiss in der Saison bisher
Wird Kahun zum UFA?
Bis vor kurzem stand der Name Dominik Kahun eigentlich nicht zur Diskussion. Nun aber könnte es passieren, nachdem die Buffalo Sabres den Restricted Free Agent keine Quality Offer unterbreitet haben - somit wird der deutsche Stürmer plötzlich Unrestriced Free Agent und könnte frei mit jedem Team einen neuen Vertrag aushandeln.
"Wir sprechen in den nächsten Tagen weiter mit seinem Agenten und hoffen, dass wir einen Deal aushandeln können, der für beide Seiten Sinn macht. Wir sind noch nicht an einem Punkt, an dem wir uns beide wohl fühlen", erklärte Sabres-GM Kevyn Adams.
Kahun startete seine NHL-Karriere bei den Chicago Blackhawks 2018/19. Es folgten Trades zu den Pittsburgh Penguins und nach Buffalo. Gut möglich, dass der gerade im NHL Draft 2020 ausgewählte Deutsche John-Jason Peterka nicht mit Kahun in Buffalo zusammenspielen wird.
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Unterzahl-Experten Rieder und Grabner im Angebot
Tobias Rieder brachte seine Karriere nach einem verlorenen Jahr bei den Edmonton Oilers 2018/19 in der Vorsaison bei den Calgary Flames wieder in Schwung. Vor allem in den Playoffs ragte der 27-jährige Flügelstürmer heraus und bestätigte seinen Ruf als Unterzahl-Experte eindrucksvoll: Mit gleich drei Shorthandern stellte der Landshuter sogar einen NHL-Playoff-Rekord ein, den unter anderem auch ein gewisser Wayne Gretzky aufgestellt hatte.
Mit diesen Qualitäten hat sich Rieder für all diese Teams interessant gemacht, die noch nach einem hart arbeitenden Zwei-Wege-Stürmer sowie einem Spezialisten für das Penalty Killing suchen.
Gleiche Qualitäten weist der österreichische Stürmer Michael Grabner auf, der als einer der schnellsten Spieler der Liga gilt. Die Arizona Coyotes haben ihn aus seinem Vertrag herausgekauft und somit steht er im Angebot. Auch er erzielte in der abgelaufenen Postseason drei Tore.
Greiss und das nächste Kapitel
Der deutsche Torwart Thomas Greiss wird wohl nicht zu den New York Islanders zurückkehren. Der 34-jährige Füssener dürfte nach den Stationen bei den San Jose Sharks, Phoenix Coyotes, Pittsburgh Penguins und Islanders noch ein neues NHL-Kapitel aufschlagen, denn: New York plant nicht mehr mit dem so zuverlässigen Goalie, der in den letzten beiden Spielzeiten eine Fangquote von 92,7 Prozent (2018/19) bzw. 91,3 Prozent (2019/20) vorweisen konnte.
Die Islanders nämlichen gehen mit einem russischen Tandem in die neue Saison: Routinier Semyon Varlamov (32) und Talent Ilya Sorokin (25). Greiss könnte eine Backup-Rolle bei einem neuen Klub einnehmen. Der Deutsche wies aber auch schon nach, als Starter bestehen zu können.
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Macht Joe Thornton weiter?
1636 NHL-Spiele, 420 Tore, 1089 Assists, 1509 Scorerpunkte - Center Joe Thornton kann schon jetzt, nach 22 Jahren in der besten Eishockey-Liga der Welt, auf eine herausragende Karriere zurückblicken. Doch was dem 1,93 Meter großen Spielmacher-Hünen noch zur Vollendung fehlt, ist ein Stanley Cup. Entsprechend enttäuscht soll Thornton auch gewesen sein, dass ihm die abgeschlagenen San Jose Sharks vor der Trade Deadline im Februar nicht zu einem Cup-Anwärter haben ziehen lassen. Nimmt der 41-jährige Routinier nun einen neuen Anlauf?
Es ist davon auszugehen, dass Thornton wohl nur als Sharks zurückkehren wird - und auch San Jose ist offen für ein weiteres Jahr mit "Jumbo Joe". Doch ist der Gewinn des "Heiligen Grals" mit den Kaliforniern realistisch? Immerhin schlossen sie die Saison 2019/20 als schlechtestes Team in der Western Conference ab.
Landet "King Henrik" in der Hauptstadt?
Mit dem Abschied von Torwart Henrik Lundqvist bei den New York Rangers ging eine Ära zu Ende. Die Broadway Blueshirts planen fortan mit den beiden Russen Igor Shesterkin und Alexandar Georgiev. Doch der 38-jährige Schwede möchte Schlittschuhe, Handschuhe und Schienen noch nicht an den Nagel hängen. "Ich liebe es immer noch, zu kämpfen. Ich liebe immer noch dieses Spiel. Und ich will immer noch gewinnen", formulierte es "King Henrik" unmissverständlich. Wahrscheinlich ist, dass der Gentleman unter den Goalies die Rolle des erfahrenen Ersatztorwarts bei einem Stanley-Cup-Kandidaten einnimmt. Immerhin fehlt der Stanley Cup noch im Trophäenschrank des Linksfängers.
Eine heiße Spur führt in die US-amerikanische Hauptstadt zu den Washington Capitals, die nach dem Abgang von Braden Holtby mit Ilya Samsonov als Nummer 1 in die Saison gehen. "Wir suchen nach einem erfahrenen Backup", sagte Capitals GM Brian MacLellan. In dieses Anforderungsprofil würde Lundqvist passen. "Er ist ein Kandidat für uns", bestätigte MacLellan.
Meister-Goalie Holtby heiß begehrt
Der wohl begehrteste Torwart auf dem Markt dürfte Braden Holtby sein, für den am 9. Oktober viele Angebote eingehen werden. Im Trikot der Washington Capitals gewann er 2016 die Vezina Trophy für den besten Goalie der Liga, 2017 die Jennings Trophy für die wenigsten Gegentore in der Liga und 2018 den Stanley Cup. Unvergessen ist sein Stick-Save gegen Alex Tuch im Finale gegen die Vegas Golden Knights, der "Holts" unsterblich gemacht hat.
Allerdings nicht unbesiegbar: Mit einem Gegentorschnitt von 3,11 und einer Fangquote von 89,7 Prozent liegt eine eher durchwachsene Saison 2019/20 hinter dem 31-jährigen Kanadier. Aufgrund einer Verletzung von Konkurrent Ilya Samsonov war Holtby in den Playoffs aber wieder gesetzt (2,49 Gegentore/Spiel, 90,6 Prozent Fangquote). Welches Team also holt sich den Meister-Goalie als neue Nummer 1?
Wer schnappt sich den "Stanley-Cup-Garanten" Maroon?
Teams, die 2021 den Stanley Cup in die Höhe stemmen möchten, sollten sich zwangsläufig mit der Personalie Patrick Maroon beschäftigen. Warum? Der 32-jährige Power Forward war in den letzten beiden Jahren eine Stanley-Cup-Garantie: 2018/19 holte er mit den St. Louis Blues den "Heiligen Gral" in seine Heimatstadt. Dann griffen die Tampa Bay Lightning zu - und prompt wurde Maroons Name erneut in den 20 Kilogramm schweren Silberling eingraviert.
Nun winkt ein neuer Vertrag. Der physisch starke Angreifer ist zwar nicht mehr der schnellste, kann mit einem Gardemaß von 1,89 Metern und 107 Kilogramm aber noch ein wertvoller Rollenspieler sein. Wer also holt sich die Stanley-Cup-Garantie in seine Mannschaft?
Hall will in die Playoffs - mit welchem Team?
Fest steht, dass Stürmer Taylor Hall die Arizona Coyotes verlassen wird. "Ich hatte ein Gespräch mit seinem Agenten und habe ihm im Grunde gesagt, dass ich ihm alles Gute wünsche", so Arizonas General Manager Bill Armstrong. "Ich denke, es ist eine einvernehmliche Trennung zwischen beiden Seiten. Zu diesem Zeitpunkt würde er nicht zu dem Weg passen, den wir mit den Coyotes einschlagen möchten."
Auch Hall glaubt, dass beide Parteien von dieser Entscheidung profitieren werden, denn auch er hat klare Ziele formuliert: "Bei meinem Punkt in meiner Karriere habe ich in zehn Saisons nur zweimal Playoffs gespielt. Das ist mein Ziel", sagte der 28-Jährige, der nun wohl nur bei einem Playoff-Kandidaten unterschreiben dürfte. "Mal sehen, was passiert", so Hall.
VGK@ARI: Halls PPG aus dem Gewühle vor dem Tor
Der Poker um Pietrangelo
Bleibt er oder geht er? Alex Pietrangelo testet die Free Agency, schließt aber nicht aus, doch bei den Blues zu bleiben. "Wir haben keine Fortschritte gemacht", sagte der Blues-Verteidiger über die bisherigen Vertragsverhandlungen. "Es ist das Beste für beide Seiten, wenn wir erstmal schauen, was in der Free Agency passiert, was der Klub herausfindet und was ich herausfinde und ob es für beide Seite eine bessere Lösung gibt."
Für St. Louis wäre es ein schmerzhafter Verlust. Immerhin war es Pietrangelo, der 2019 den Stanley Cup als Kapitän in die Höhe stemmte. "Ich würde die Blues niemals ausschließen. Ich habe meine ganze Karriere dort verbracht. Es trifft einen, dass es passieren könnte, dass ich eines Tages ein anderes Trikot trage. Wenn das Herz woanders ist, wäre es eine bittere Pille zu schlucken. Beide Seiten haben ihre eigene Meinung - und manchmal klappt es einfach nicht."
Der Poker um Pietrangelo ist also noch nicht beendet.

















