Die Awards wurden bereits während des Finales vergeben und der ursprünglich für den 26./27. Juni im Bell Centre von Montreal vorgesehene Draft wurde für den 6./7. Oktober in virtueller Form und damit nur zwei Tage vor dem Beginn der Free Agency am 9. Oktober angesetzt.
Für die General Manager und ihre Mitarbeiter sind diese Tage äußerst termingeladen. Im Vorfeld des 9. Oktober heißt es nicht nur zukünftige Talente zu ziehen, sondern gleichzeitig Trades einzutüten, Vertragsverhandlungen mit eigenen Spielern zu führen, deren Verträge auslaufen und die gehalten werden sollen, sowie mit Agenten von Spielern zu sprechen, die ab Freitag neu verpflichtet werden sollen, und ihnen Angebote zu unterbreiten.
Die NHL Free Agency ist wie Weihnachten für die General Manager. Man weiß, dass sie kommt und kann alles noch so gut vorbereiten, doch wenn sie da ist, wird es meistens hektisch. Insofern passt es besser, dass der Termin in diesem Jahr bereits fast in der Vorweihnachtszeit liegt. In den Geschäften gibt es schließlich schon die entsprechenden Produkte für das Fest zu kaufen.
Doch in diesem Jahr ist der Terminkalender dichter gedrängt als sonst, was dem einen oder anderen GM die Schweißperlen auf die Stirn treiben wird. Hinzu kommt, dass weiterhin in der Schwebe ist, wann die Saison 2020/21 überhaupt beginnen kann und unter welchen Bedingungen. NHL Commissioner Gary Bettman verkündete zwar am Dienstag vor der ersten Runde des NHL Draft 2020, dass nun ein Saisonstart am 1. Januar 2021 angestrebt wird. Ob dieser Termin zu halten sein wird und unter welchen Voraussetzungen dann überhaupt gespielt werden kann und wird, bleibt weiter offen.
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Vor der Pandemie wurde erwartet, dass der Salary Cap, also die Gehaltsobergrenze in der NHL für jedes Team, auf ca. US$ 85 Millionen steigen würde. Dieser Fakt spielte sicherlich in den kurz- und mittelfristigen Planungen vieler GMs eine entscheidende Rolle. Doch dann kam COVID-19.
Als Konsequenz daraus verbleibt der Salary Cap für die kommende Saison wie zuvor bei US$ 81,5 Millionen am oberen und US$ 60,2 Millionen am unteren Ende. Bereits eingeplante Spielräume einer möglichen Erhöhung um ein paar Millionen sind also vom Tisch, was die Handlungsfähigkeit bei einigen Teams, die bereits am Limit geplant und langfristige Verträge teilweise schon auf eine Steigerung ausgelegt hatten, für weitere Geschäfte stark einschränken wird.
Es wird unter diesen Umständen besonders spannend sein zu sehen, wie die General Manager agieren und jonglieren werden, um die besten Deals zu machen und die dicksten Fische an Land zu ziehen und der Konkurrenz wegzuschnappen.
Lassen wir die Show am Freitag ab 18 Uhr MESZ beginnen und uns aufs Neue überraschen, welche Mannschaft sich scheinbar am besten verstärken kann. Denn eines hat sich auch in diesem Jahr nicht geändert: Einige großartige Eishockeyspieler sind dann auf dem Markt und können frei verpflichtet werden. Und spätestens, wenn durch die Meldung klar wurde, wo ein Spieler unterschrieben hat, sind alle Spekulationen und Gerüchte beendet und die neue Saison kann früher oder später kommen.