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NHL.com/de über mögliche NHL-Trophäen

Das Redaktionsteam diskutiert, wer von den deutschsprachigen Spielern eine Auszeichnung gewinnen könnte

von NHL.com/de @nhlde

Während der Saison 2018/19 wird das Team von NHL.com/de jeden Freitag in der Rubrik "Writer's Room" wichtige Themen der Liga diskutieren und analysieren. In dieser Ausgabe: Kann Leon Draisaitl irgendwann die Hart Trophy gewinnen?

 

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Die NHL wird seit Jahrzehnten stetig internationaler und mit diesem Trend geht auch einher, dass mehr Spieler aus Europa und insbesondere Deutschland und der Schweiz finden, sowie aus Österreich den Weg nach Nordamerika gefunden haben.

Olaf Kölzig gewann als deutscher Staatsbürger im Jahr 2000 die Vezina Trophy als der beste Torhüter der Saison und 2006 die King Clancy Memorial Trophy für sein soziales Engagement und seine Führungsrolle abseits des Eises. Aufgrund der Tatsache, dass Kölzig ein Sohn deutscher Eltern, die im Ausland lebten ist und so nie in Deutschland gelebt hat und nur sehr wenig Deutsch spricht, lässt seinen Status bezüglich der Nationalität gerne kontrovers diskutieren. Trotzdem ist er bis heute der einzige Deutsche, der eine NHL-Trophäe gewinnen konnte. Ansonsten besteht für Spieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in dieser Kategorie Fehlanzeige.

Durch die Erfolge von Leon Draisaitl bei den Edmonton Oilers als Achter der NHL-Scoringwertung in der Saison 2016/17 und derzeitiger Zwölfter stellt sich die Frage, ob er nicht demnächst in diese Phalanx einbrechen und die Hart Trophy gewinnen kann? Oder ist es vielleicht schon Auszeichnung genug, überhaupt im Bereich der Top 10 der besten NHL-Scorer geführt zu werden? Welcher deutschsprachige Spieler könnte sonst noch ein Kandidat für eine individuelle NHL-Trophäe sein? 

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Das Redaktionsteam von NHL.com/de teilt hierzu seine Meinung:

Stefan Herget: Ich kann mir kaum vorstellen, dass Leon Draisaitl irgendwann bei der Wertung um die Hart Trophy ganz oben steht. Das hat aber weniger damit zu tun, dass ich es ihm nicht gönnen würde, ganz im Gegenteil. Für Deutschland wäre es eine super Geschichte. Ich sehe es aber realistisch, dass ein Connor McDavid, Auston Matthews oder wie sie alle heißen, stets die bessere Ernte einfahren werden. Ich denke, dass es eine riesige Auszeichnung für das deutsche Eishockey überhaupt ist, dass wir mit Draisaitl einen Spieler dieser Güte in der NHL vorweisen können. Es wäre natürlich überragend, wenn ein deutschsprachiger Spieler und damit schließe ich die Schweizer mit ein, eine Trophäe gewinnen könnte. Ich denke dabei in erster Linie an Roman Josi für die Norris Trophy als bester Verteidiger der Saison oder Nico Hischier könnte als bester defensiver Stürmer irgendwann mit der Frank J. Selke Trophy ausgezeichnet werden. Eher denkbar wäre noch, dass einer der genannten traumhafte Stanley Cup Playoffs absolviert und mit der Conn Smythe Trophy als der wertvollste Spieler der Playoffs ausgezeichnet werden wird. Die Möglichkeiten sind da, doch wer weiß schon, ob es eintritt?

Christian Rupp: Ich gebe Stefan Recht: Die Hart Trophy wird für Leon Draisaitl aufgrund der starken Konkurrenz nur sehr schwer zu gewinnen sein. Am wahrscheinlichsten sehe ich derzeit Thomas Greiss als deutschsprachigen Kandidaten für eine NHL-Trophäe. Warum? Die Wiliam M. Jennings Trophy wird an den oder die Torhüter mit den wenigsten Gegentoren in der regulären Saison vergeben. Hier liegen die New York Islanders mit 115 Gegentoren bzw. 2,56 Gegentoren pro Spiel momentan ganz vorne. Die Mindestanzahl an Spielen hat Greiss schon jetzt erreicht (25), er teilt sich die Einsätze gleichmäßig mit Robin Lehner (24) auf. Vielleicht ist eine NHL-Trophäe für einen Deutschen näher, als es viele vermuten würden. Greiss jedenfalls liegt diesbezüglich voll auf Kurs.

 

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Christian Göbel: Ich bin voll und ganz eurer Meinung. Die Gewinner der Hart Trophy sind meist Spieler, die einer Saison ihren Stempel aufdrücken. Leon Draisaitl ist sicher der beste deutsche Akteur der Liga, doch der Weg an die Spitze der NHL wird ihm verwehrt bleiben, dazu ist alleine die Konkurrenz im eigenen Team schon zu groß. Draisaitl wird sich immer dem direkten Vergleich mit dem Ausnahmetalent Connor McDavid stellen müssen. Natürlich wäre es wünschenswert mal wieder eine Trophäe in den deutschsprachigen Raum zu holen, doch der Wert Draisaitls sollte nicht an persönlichen Titeln gemessen werden.

Marc Rösch: Wie heißt es so schön? "Sag niemals nie!" Oder: "Dream Big!" Jährlich werden in der NHL 17 persönliche Awards vergeben. Warum soll davon nicht auch einmal einer an einen Deutschen, Schweizer oder Österreich gehen? Zugegeben, die Chancen sind aktuell ziemlich gering. Mit Marco Sturm, der in den Trainerstab der Los Angeles Kings gewechselt ist, haben wir aber immerhin ein weiteres Eisen im Feuer. Warum soll nicht er auch als Trainer in der NHL voll durchstarten und den Jack Adams Award gewinnen? Ein Ereignis, das zumindest eine Tagesschaumeldung wert wäre. 

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