Das Märchen bei der WM in Finnland ging für die Mannschaft aus Österreich am Mittwoch nicht weiter. Nach Punktgewinnen gegen die USA und Tschechien gingen sie mit einer 3:5-Niederlage gegen Norwegen leer aus. Die Schweiz blieb gegen die Slowakei mit einem 5:3-Sieg auch nach vier Spielen bei einer perfekten Ausbeute.
Schweiz holt gegen Slowakei vierten Sieg, Österreich geht leer aus
Die Eidgenossen behalten auch nach vier Spielen eine perfekte Ausbeute, Norwegen verwehrt Österreich die nächsten Punkte

© Martin Meissner/AP
Schweiz - Slowakei 5:3
Die Schweiz konnte im vierten Spiel mit einem 5:3 gegen die Slowakei den vierten Sieg feiern. Mit der perfekten Ausbeute von zwölf Punkten übernahmen sie die Tabellenführung in Gruppe A vor Kanada, das erst drei Spiele hinter sich hat. Im Tor stand Leonardo Genoni, der 13 Schüsse stoppte. Deutlich mehr hatte der Slowake Adam Huska zu tun, dem 25 Saves gelangen
Bereits in der ersten Minute präsentierte sich Denis Malgin wieder in bester Scorerlaune. Nach nur 20 Sekunden musste Christoph Bertschy wegen Beinstellens auf die Strafbank, in der folgenden Unterzahl eroberte Pius Suter in der neutralen Zone den Puck und schickte Malgin zu einem Konter los, den der Schweizer Topscorer zum 1:0 verwandelte (1.). Direkt im Anschluss hätte Calvin Thürkauf in fast identischer Situation beinahe noch erhöht.
Die Führung sollte aber nicht bis zur ersten Drittelpause halten. Ein Schuss von Robert Lantosi rutschte Genoni durch und Milos Roman staubte den frei im Torraum liegenden Puck ab (11). Das 1:1 nach 20 Minuten war bei 17:6 Torschüssen der mangelnden Chancenverwertung der dominanten Schweizer und einem hervorragenden Auftritt von Huska im Tor der Slowakei geschuldet.
Im zweiten Drittel erwischten die Schweizer erneut den besseren Start. Ein Schuss von Dominik Egli von der blauen Linie wurde vom Schlittschuh eines Verteidigers zum 2:1 abgefälscht (24.). Die Freude währte aber nur kurz, denn Juraj Slafkovsky, der mit sieben Treffern der beste Torjäger der Olympischen Spiele war, erzielte mit einem Schlenzer vom linken Bullypunkt den Ausgleich (26.).
Kurz vor dem Ausgleich gab es eine Situation, die man so nur selten sieht. Der Slowake Samuel Takac übersah Linienrichter Hannu Sormunen und kollidierte in vollem Lauf mit dem Unparteiischen. Beide blieben liegen und Sormunen musste das Spielfeld verlassen.
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Danach wurde es chaotisch, es hagelte Strafzeiten auf beiden Seiten. Von der 28. Minute bis Ende des zweiten Drittels kassierte die Schweiz in weniger als zwölf Minuten fünf Strafen, die Slowakei drei. Während dieser Phase sorgte jedoch Timo Meier für die erneute Führung, als er von der Strafbank kommend zu einem Alleingang ansetzte und diesen humorlos mit einem knallharten Handgelenksschuss verwertete (33.). Suter verdiente sich dabei seinen zweiten Assist des Abends.
Auch im Schlussabschnitt erzielten die Eidgenossen den ersten Treffer. Christian Marti schickte Nico Hischier mit einem Steilpass durch die Mitte in Richtung Tor und der Kapitän tunnelte Huska (46.).
Beim Anschlusstreffer der Slowaken hatte Genoni keine Chance. Ein Schuss von Takac prallte vom Schoner des Schweizer Torhüters an den Schlittschuh von Verteidiger Tobias Geiser und sprang über die Linie (50.).
Am Ende brachte sich die Schweiz selbst in Bedrängnis. In der 54. Minute bekam Michael Fora fünf Minuten plus Spieldauer wegen eines Kniechecks gegen Adam Liska. Keine Minute später musste Jonas Siegenthaler wegen übertriebener Härte vom Eis. Die Schweiz überstand jedoch beide Strafen und brachte die Führung über die Zeit. Fabrice Herzog setzte mit einem Empty-Netter den Schlusspunkt (60.).
Norwegen - Österreich 5:3
24 Stunden nach dem sensationellen 2:1-Sieg nach Penaltyschießen gegen Tschechien hat Österreich mit 3:5 gegen Norwegen verloren. Zwischen den Pfosten stand diesmal David Kickert, der 21 Schüsse hielt. Henrik Haukeland hütete bei den Norwegern das Tor und stoppte 24 Schüsse.
Die Partie ging für die Österreicher gut los. In den ersten drei Partien hatten sie kein Powerplaytor erzielt, am Mittwoch nutzten sie gleich das erste Überzahlspiel durch einen Distanzschuss von Dominique Heinrich (7.). Norwegen bemühte die Coaches Challenge, da es zu einem leichten Kontakt zwischen Österreichs Kapitän Thomas Raffl und Haukeland gekommen war. Die Schiedsrichter bestätigten den Treffer aber im Videobeweis, wodurch Norwegen neben dem Tor noch eine zweiminütige Strafe kassierte.
Anstatt das folgende Powerplay zum 2:0 zu nutzen, verlor Österreich aber beim Versuch in die Angriffszone zu kommen den Puck und Mats Rosseli Olsen verwandelte den daraus resultierenden Konter mit einem Schuss unter Kickerts Arm hindurch zum Ausgleich in Unterzahl (8.).
Im zweiten Drittel dauerte es nur 55 Sekunden, bis der Puck erneut hinter Kickert landete. Andreas Martinsen traf im Nachschuss aus spitzem Winkel, nachdem Johannes Johannesen aggressiv zum Tor gezogen war. Dieses Mal war es Österreichs Trainer Roger Bader, der seine Coaches Challenge wegen Torwartbehinderung einsetzte. Die Offiziellen entschieden aber, dass Johannesen von einem Verteidiger gegen Kickert gecheckt wurde.
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Das österreichische Powerplay schlug allerdings wenig später erneut zu. Lukas Haudum sorgte mit einem verdeckten Schuss für den Ausgleich (27.).
Ein kurioses Tor brachte die Norweger wieder in Führung. Ein Schuss von Michael Haga wurde zuerst vom Schläger von Österreichs Manuel Ganahl abgefälscht und prallte dann vom Schlittschuh von Martin Roymark unhaltbar zum 3:2 ins Tor (32.).
Früh im dritten Drittel kam es zu einer unschönen Szene. Philipp Wimmer bekam nach einem Check gegen den Kopf von Norwegens Eirik Salsten fünf Minuten plus Spieldauer. Als zusätzlich noch Peter Schneider auf der Strafbank saß, nutzte Rosseli Olsen die doppelte Überzahl zum 4:2 durch einen Direktschuss aus kurzer Distanz (48.).
Der Held des vorherigen Spiels gegen Tschechien machte auch dieses Duell wieder spannend. Schneider, der den entscheidenden Penalty gegen die Tschechen verwandelt hatte, erzielte mit einem Nachschuss aus spitzem Winkel den Anschluss (57.).
Als Bader am Ende Kickert für den sechsten Skater vom Eis nahm, waren es am Mittwoch aber die Gegner, die jubeln durften. Martin Ronnild sorgte mit einem Empty-Net-Goal für den Endstand (60.).
Die weiteren Spiele am Mittwoch:
Gruppe A
Frankreich - Italien 2:1 n. V.
Italien verpasste bei einer 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen Frankreich knapp den ersten Sieg. Torwart Andreas Bernard zeigte mit 34 Saves wieder einen starken Auftritt, Frankreichs Torhüter Henri Corentin Buysse hatte mit 20 Paraden deutlich weniger zu tun. Trotz eines dominanten Spiels der Franzosen brachte Luca Frigo Italien im ersten Drittel in Unterzahl in Führung (15.). Sacha Treille erzielte 66 Sekunden vor Schluss den Ausgleich. In der Verlängerung entschied Hugo Gallet das Spiel (62.) zugunsten von Frankreich.
Gruppe B
Finnland - Schweden 2:3 n. P.
Im zweiten Abendspiel lieferten sich Gastgeber Finnland und der ewige Rivale Schweden ein enges Nordderby, das erst im Penaltyschießen mit 3:2 an die Schweden ging. Harri Sateri hielt 23 Schüsse für die Finnen, sein Gegenüber Marcus Hogberg stoppte 29 Schüsse und alle fünf Penaltys. In der regulären Spielzeit brachte Adam Larsson die Schweden in Führung (12.), ehe Mikko Lehtonen (24.) und Sami Vatanen (26.) das Spiel drehten. Joel Kellman (47.) erzwang die Verlängerung. Im Penaltyschießen war Emil Bemstrom der einzige erfolgreiche Schütze.

















