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Vanek macht aus Columbus die große Unbekannte

Der österreichischer Stürmer könnte das fehlende Puzzlestück für die Blue Jackets gewesen sein

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Der Blick auf Vancouvers Hausberg, den Grouse Mountain, ist nicht mit jenem auf den Scotio River vergleichbar, der sich durch die Hauptstadt des Staates Ohio schlängelt. Während in British Columbias am Pazifik gelegene Metropole das Küstengebirge eine Bindung mit dem Ozean eingeht, sich Himmel und Erde treffen und auf den Kfz-Kennzeichen voller Stolz die Aufschrift 'Beautiful British Columbia' prangt, steht auf jenen von Ohio 'Birthplace of Aviation' - Geburtsstunde der Luftfahrt.

Die Flora und Fauna des Binnenstaates Ohios kann, trotz wunderschöner Rosskastanienbäume, in keiner Weise mit jener der Westküste Kanadas mithalten, aber ihr Eishockeyteam, die Columbus Blue Jackets, setzt entsprechend des Leitmotivs von Ohio zu einem Höhenflug an, während jenes aus Vancouver auf eine enttäuschende Saison zurückblickt und sich ihre Spieler vermutlich schon im April, früher als gewünscht, der Schönheit ihrer Umgebung hingeben können.

 

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Den Weg vom Urlaubsparadies aller Natur-, Wander-, Bade- und Segelfreunde in den Mittleren Westen der USA musste Thomas Vanek auf sich nehmen, nachdem er am Montag kurz vor Ende der Wechselfrist von den Vancouver Canucks zu den Blue Jackets transferiert wurde. In Bezug auf den vorhandenen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung ist das ein Rückschritt. Doch Vanek reist nicht an, um sich zu vergnügen, sondern sportlich erfolgreich zu sein. Aus dieser Sichtweise betrachtet, ist Columbus nicht der schlechteste Ort, um seinen Sport nachzugehen.

Die Blue Jackets belegen den ersten Wildcard-Platz in der Eastern Conference und haben in diesem Jahr noch einiges vor: Sollten sie die Stanley Cup Playoffs erreichen, dann möchten sie auch am Ende ganz oben stehen.

"Das ist doch der einzige Grund warum ich noch spiele", bestätigte Vanek am Montag seine Ambitionen nachdem er von dem Deal erfuhr. "Ich habe das Glück schon lange in dieser Liga spielen zu dürfen und mir geht es hier gut, doch ich spiele, um in die Playoffs zu kommen und mich auf die Jagd nach dem Cup zu begeben."

Insoweit haben die General Manager keinen schlechten Deal für den 34-jährigen Linksaußen ausgehandelt. Die Blue Jackets haben bis zur Trading Deadline noch einige Male zugeschlagen, um ihren Kader zu verstärken. Neben Vanek aus Vancouver, lotsten sie mit Ian Cole aus Ottawa noch einen erfahrenen Verteidiger, der mit den Pittsburgh Penguins zweimal den Stanley Cup gewinnen konnte, und mit Center Mark Letestu, einen Spieler, der sich bei den Blue Jackets ganz genau auskennt, nach Columbus. Der 33-jährige Letestu stürmte bereits von 2011 bis 2015 für die Blue Jackets.

Mit den drei Neuzugängen, die zusammen auf die Erfahrung von 1871 regulären Saisonspielen und von 149 Playoffpartien zurückgreifen können, geht Blue Jackets General Manager Jarmo Kekalainen kaum ein Risiko ein. Die drei Fahrensmänner haben in ihren NHL-Karrieren schon einige Wechsel des Arbeitgebers mitgemacht und wissen genau, wie sie sich am Besten in einer neuen Mannschaft einbringen können.

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Vanek fand sich auch nach seiner Ankunft bei den Canucks umgehend zurecht, punktete stetig und verließ Vancouver als drittbester Scorer (61 Spiele, 17 Tore, 24 Assists). Im Kader der Blue Jackets kann nur Artemi Panarin (0,83) einen besseren Punkteschnitt pro Spiel als die 0,67 von Vanek vorweisen.

Mit der Verpflichtung von Vanek könnte den Blue Jackets ein genialer Schachzug gelungen sein, der ihnen mehr Durchschlagskraft in der Offensive gibt. Wenn sich die Neuverpflichtungen schnell integrieren, könnten die Blue Jackets noch für einige Überraschungen in diesem Jahr gut sein. Ein Geheimfavorit sind sie jetzt schon.

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