Davor hatten Josh Bailey (22., im Powerplay), Brock Nelson (25.) und Anders Lee (36.) bereits für einen komfortablen 3:0-Vorsprung der Islanders gesorgt. Im Schlussdrittel machte Anthony Beauvillier den Deckel für New York drauf und besorgte den Endstand (42.).
"Genau so müssen wir spielen", befand Bailey, "wir haben überall auf dem Eis hart gespielt, waren geordnet in der Defensive, aber haben trotzdem viele Chancen kreiert und auch ein paar Mal ins Tor getroffen."
Konkurrenzkampf mit Varlamov
Greiss, der zum "3rd Star" der Partie gewählt wurde, war somit einer der Garanten für den ersten Saison-Sieg der Islanders und sammelte Pluspunkte im Konkurrenzkampf mit Varlamov. Der Russe hatte zum Auftakt gegen die Washington Capitals (1:2) den Vorzug erhalten (28 Saves, 92,9 Prozent Fangquote).
Trainer Trotz dürfte, wie schon in der Vorsaison, auf eine ausgeglichene Goalie-Rotation setzen: 2018/19 hatte er den mittlerweile zu den Chicago Blackhawks gewechselten Robin Lehner 43 Starts gegeben, während Greiss 39 Mal von Beginn an eingesetzt wurde. Erst in den Playoffs legte sich der Coach dann für Lehner als Stammkraft fest. Es ist davon auszugehen, dass Trotz den Konkurrenzkampf zwischen Greiss und Varlamov erneut bis zum Schluss forciert und beiden Keepern ähnliche Anteile geben wird.
Varlamov, der von den Colorado Avalanche nach New York wechselte, erhielt gewissermaßen Vorschusslorbeeren: Der 31-Jährige unterschrieb als Neuzugang einen Vierjahresvertrag mit einem Gesamtvolumen von 20 Millionen US-Dollar (fünf Millionen jährlich). Der Kontrakt von Greiss, der ihm 3,33 Millionen pro Jahr einspielt, läuft hingegen zum Saisonende aus. Der 33-Jährige spielt also nicht nur um den Platz zwischen den Pfosten, sondern auch um einen neuen Vertrag bei den Islanders bzw. um für den umkämpften NHL-Markt attraktiv zu bleiben.
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Zwischen den beiden kündigt schon jetzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen an: Varlamov, der im Vorjahr mit Philipp Grubauer schon einmal einen deutschen Konkurrenten hatte, gilt als verletzungsanfällig und verlor seinen Stammplatz im März an Grubauer, der dann auch in den Playoffs spielen durfte. "Varly", wie der Russe auch genannt wird, kam auf einen Gegentorschnitt von 2,87, eine Fangquote von 90,9 Prozent sowie zwei Shutouts.
Die Statistiken von Greiss lesen sich ein bisschen besser: Mit 2,28 Gegentoren pro Spiel, 92,7 Prozent Fangquote und fünf Shutouts gewann "Jesus Greiss" zusammen mit Lehner die Jennings Trophy für das Goalie-Gespann mit den wenigsten Gegentoren während der regulären Saison. Zum Auftakt gegen die Jets knüpfte der Füssener direkt an diese starken Leistungen an und sendete ein Signal an seinen Konkurrenten.