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Das beste Team der Liga eilt von Rekord zu Rekord

Die Tampa Bay Lightning können sich auf ihre sehr gute Offensive verlassen, aber auch die Abwehr gehört zur Spitze in der NHL

von Christian Treptow / NHL.com/de Autor

Selbst der Titelverteidiger war nicht in der Lage, die Tampa Bay Lightning zu stoppen: Die Mannschaft aus Florida ist in dieser Saison das Maß aller Dinge. Das bekamen am Samstag die Washington Capitals mit Alex Ovechkin deutlich zu spüren. 6:3 gewannen die "Bolts". Da halfen den Gästen nicht einmal die zwei Tore ihres russischen Superstars. Lightning gegen Capitals - das ist ein Duell, das es bei den Stanley Cup Playoffs im Finale der Eastern Conference erneut geben könnte. Beide Teams führen ihre jeweilige Division an. Bereits in der Saison 2017/18 spielten die Lightning und die Capitals den Teilnehmer der Eastern Conference am Stanley Cup Finale unter sich aus. Das bessere Ende der Serie hatten damals die Capitals mit 4:3 für sich. In dieser Spielzeit will die Mannschaft aus dem Sunshine State den Spieß umdrehen.

Kann in dieser Saison überhaupt jemand die Lightning schlagen? In einem einzigen Spiel ist das sicherlich mal drin. Aber in einer Serie, in der vier Siege zum Weiterkommen notwendig sind, erscheint das nach derzeitiger Gemengelage höchst unwahrscheinlich.

Die Lightning jagen von Rekord zu Rekord. Für ihre Franchise haben sie mit dem Erfolg gegen die Capitals mit 55 Siegen und 114 Punkten jeweils Bestmarken für eine Saison aufgestellt. Als erstes Team hat sich die Mannschaft von Coach Jon Cooper die Teilnahme an den Playoffs gesichert. Der Gewinn der Presidents' Trophy als punktbeste Vertretung nach der Vorrunde ist zwar durch den Sieg der Boston Bruins gegen die Columbus Blue Jackets noch einmal aufgeschoben worden. Aber keiner zweifelt daran, dass diese Auszeichnung nach Tampa geht. Zwei Punkte fehlen noch. Als Bonus gäbe es den Heimvorteil während den Playoffs dazu.

Video: WSH@TBL: Killorn mit seinem ersten Dreierpack

Die Lightning haben sogar die Möglichkeit, als drittes Team in der Historie der NHL 60 Siege in einer Saison zu holen. Das haben bislang nur die Montreal Canadiens (1976/77) und die Detroit Red Wings (1995/96) geschafft. Zehn Spiele hat die Truppe um Top-Scorer Nikita Kucherov noch Zeit, das zu erreichen. Diese haben es allerdings in sich. Siebenmal müssen die Lightning auswärts ran. Jeweils zweimal geht es gegen die Capitals, die sich sicherlich nicht noch einmal so düpieren lassen wollen, und die Bruins. Bereits am Mittwoch (Ortszeit) kommt es in der US-Hauptstadt zum erneuten Aufeinandertreffen mit dem amtierenden Champion. Auch die Toronto Maple Leafs, die Canadiens, die St. Louis Blues und die Arizona Coyotes stehen für die Lightning noch auf dem Programm. Die Coyotes sind am Montag (Ortszeit) der nächste Prüfstein. Zuzutrauen sind den Lightning die 60 Siege auf jeden Fall.

 Video: DET@TBL: Kucherov trifft zum Klub-Rekord

Mit Kucherov hat Tampa den fleißigsten Punktesammler der Liga in den eigenen Reihen. Aber nicht nur mit seinen 117 Scorerpunkten, sondern auch mit 82 Assists steht er an der Spitze der Statistik. Neben dem Russen (35) haben außerdem Brayden Point (38), Steven Stamkos (35) und Tyler Johnson (26) mehr als 20 Tore erzielt. Yanni Gourde (19) ist das ebenfalls noch zuzutrauen. Fünf weitere Spieler haben zweistellig getroffen. Da verwundert es nicht, dass die Lightning mit bislang 277 Treffern den besten Sturm der Liga stellen.

Aber auch die Abwehr kann sich sehen lassen. 189 Gegentore sind der viertbeste Wert in der Liga. Ryan McDonagh hat aktuell die beste Plus/Minus-Bilanz der NHL mit +36. Seinen Anteil am Erfolg der Mannschaft besitzt zudem der Torwart. Andrei Vasilevskiy ist in allen Statistikabteilungen im Vorderfeld zu finden. Sein Gegentorschnitt von 2,28 Treffern pro Partie ist der fünftbeste aller Keeper. 92,9 Prozent aller Schüsse, die auf sein Gehäuse kommen, wehrt er ab (Rang drei). Bei den Siegen (34) und Shutouts (6) ist er jeweils auf Rang zwei. Louis Domingue, der Stellvertreter des Russen, hat auch schon 20 Siege auf dem Konto.

 

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Da dürfen die Special Teams nicht nachstehen. Mit einer Erfolgsquote von 28,5 Prozent haben die Lightning das beste Powerplay. Und das Penalty-Killing ist mit 85,6 Prozent ebenfalls das derzeit erfolgreichste in der NHL.

Doch was bedeuten all die Rekorde? Alex Killorn, der gegen die Capitals seinen ersten Hattrick der Karriere erzielte, ist da noch zurückhaltend. "Um ehrlich zu sein, es ist großartig. Aber es bedeutet nicht viel. Wir wollen uns einfach nur verbessern und in die beste Ausgangsposition für die Playoffs bringen", meinte er nach dem Heimsieg gegen die Capitals. Der Hattrick aber sei natürlich super.

 

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Und so gehen die Lightning als der große Favorit auf den Stanley Cup in die Playoffs. Doch dort sind die Rekorde, die sie in der regulären Saison aufgestellt haben, nichts mehr wert. Ein Blick Richtung Westen sollte den Lightning Warnung genug sein. Denn die San Jose Sharks spielen regelmäßig tolle Vorrunden, können diese Leistungen dann in den Playoffs aber nicht mehr abrufen. Schaffen es die Lightning, vom Verletzungspech verschont zu bleiben und den Schwung, der sie derzeit beflügelt, mit in die K.o.-Runde zu nehmen, dann stehen die Chancen sehr gut, dass Steven Stamkos in diesem Sommer als zweiter Lightning-Kapitän nach Dave Andreychuk in der Spielzeit 2003/04 den Stanley Cup in Richtung Hallendach recken darf.

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