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Seidenberg und Greiss stehen vor wichtigen Fragen

Das vorzeitige Aus der Islanders beeinflusst die unmittelbare Zukunft der beiden Deutschen

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Was sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet hat, ist jetzt amtlich: Die New York Islanders werden im zweiten Jahr in Folge nicht an den Stanley Cup Playoffs teilnehmen. Nach der 0:3-Heimniederlage gegen die Florida Panthers am Montagabend im Barclays Center besteht für das Team aus Brooklyn nun auch rein rechnerisch keine Möglichkeit mehr, sich für die Endrunde zu qualifizieren.

Noch nicht hundertprozentig klar ist, wie es nach dem vorzeitigen Aus für die beiden deutschen Spieler der Islanders, Thomas Greiss und Dennis Seidenberg, weitergeht. Seidenbergs Vertrag läuft aus und dürfte nach Lage der Dinge nicht erneuert werden. Greiss dagegen besitzt noch gültige Arbeitspapiere bis Ende der Saison 2019/20. Allerdings ist ihm zuletzt mit Christopher Gibson ein weiterer starker Konkurrent neben Jaroslav Halak auf der Torhüterposition erwachsen.

Für den Verbleib des deutschen Nationalkeepers spricht, dass er der einzige Akteur des Trios mit einem Kontrakt über diese Saison hinaus ist. Vor allem für die Weiterverpflichtung von Halak müssten die Islanders eine Menge Geld ausgeben, das an anderer Stelle wohl besser investiert wäre. Daher ist anzunehmen, dass die Torleute in der nächsten Spielzeit Greiss und Gibson heißen werden. Überraschungen sind in der NHL jedoch nie völlig auszuschließen.

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Für den inzwischen 36 Jahre alten Verteidiger Seidenberg verlief das Jahr 2017/18 durchweg unbefriedigend. Zu keinem Zeitpunkt gehörte der Routinier zum Stammpersonal, obwohl er erstmals seit langem verletzungsfrei blieb. Selten waren ihm mehrere Spiele am Stück vergönnt. Dabei war der Schwenninger voller Zuversicht in seine 15. NHL-Saison gestartet. Bei der Weltmeisterschaft 2017 in Deutschland und Frankreich hatte er bärenstarke Vorstellungen geboten. Er wurde zum besten WM-Verteidiger des Turniers gekürt und ins All-Star-Team gewählt. Bei der Rückkehr in den NHL-Alltag zählte der erworbene Lorbeer jedoch nichts mehr. Islanders-Coach Doug Weight setzte auf jüngere Defensivspieler und wies dem Stanley-Cup-Gewinner von 2011 deshalb häufig einen Platz auf der Tribüne zu.

 

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Dass die Pläne des Trainers nachweislich schief gingen und die Islanders aktuell das abwehrschwächste Team der Liga bilden, dürfte einen Vollblutprofi wie Seidenberg zusätzlich schmerzen. Liebend gerne hätte er mitgeholfen, dass die Mannschaft besser abschneidet. Im günstigsten Fall darf er in den verbleibenden fünf Partien noch einmal zeigen, was in ihm steckt. In der laufenden Saison kam Seidenberg auf 25 Einsätze und fünf Torvorlagen. In seiner gesamten Laufbahn bestritt er 856 Begegnungen und verbuchte 251 Scorerpunkte (44 Tore, 207 Assists).

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Was seine Zukunft anbelangt, sind drei Szenarien denkbar. Er könnte im Sommer den NHL-Spielermarkt als Unrestricted Free Agent testen und auf einen Vertragsabschluss bei einem neuen Klub hoffen. Immer wieder ins Gespräch gebracht wird zudem ein Wechsel in die Deutsche Eishockey Liga (DEL), um dort seine Karriere beim EHC Red Bull München fortzusetzen, wo sein Bruder Yannic spielt. Oder er hängt die Schlittschuhe an den Nagel, wie es in dieser Woche sein langjähriger NHL-Weggefährte Christian Ehrhoff getan hat. Die kommenden Monate werden Aufschluss geben.

Für den Füssener Greiss verlief die Saison 2017/18 äußerst durchwachsen. Wie im Vorjahr musste er mit Halak um den Posten der Nummer eins im Islanders-Gehäuse kämpfen. Der Slowake hatte dabei öfter die Nase vorn. Gerade als der 32-jährige Allgäuer am 16. Februar beim 3:0 gegen die Carolina Hurricanes mit 45 Paraden seinen ersten Saison-Shutout feierte, zog er sich eine Verletzung zu, die eine weitere Teilnahme am Spielgeschehen bislang verhinderte.

Seit einer Woche befindet sich Greiss wieder im Mannschaftstraining. Ob er seinen 24 Einsätzen in dieser Spielzeit noch einen weiteren hinzufügen kann, gilt indes nicht als ausgemacht. Sein Ersatzmann Gibson zeigte beeindruckende Vorstellungen und gilt neben Rookie Mathew Barzal als eine der wenigen Entdeckungen der New Yorker in dieser Saison. Von daher wird sich Greiss erst einmal hinter Halak und Gibson anstellen müssen.

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