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Teamgeist ist ein Trumpf in San Jose

31 in 31: Sharks setzen wohl auf die Kumpel-Reihe

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab dem 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: San Jose Sharks

Bilanz 2017/18: 45-27-10, 3. in der Pacific Division

Playoffs 2018: Conference-Halbfinale (2:4 gegen die Vegas Golden Knights)

Trainer: Peter DeBoer, 4. Saison (seit 2015)

Neuzugänge: Antti Suomela (JYP Jyväskylä, Liiga, Free Agent), Cody Donaghey (Ottawa Sentators, Trade), Kyle Wood (Arizona Coyotes, Trade),

Abgänge: Mikkel Boedker, Julius Bergman (beide Ottawa, Trade), Adam Helewka (Arizona, Trade), Paul Martin (Buyout), Eric Fehr (Minnesota Wild, Free Agent), Jannik Hansen, Joel Ward, Noah Rod, Brandon Mashinter, Daniil Tarasov (alle Free Agents)

 

[Lies noch mehr 31 in 31 Saison-Vorschauen von NHL.com/de]

 


Bei Roadtrips veröffentlicht die Marketing-Abteilung der San Jose Sharks gerne vorab die "Bro-Time". Gemeint ist die hochgerechnete Zeit, die die Spieler auf Auswärtsreisen zusammen verbringen werden. "Bro" ist dabei die Kurzform von "Brothers", also Brüder. Ein nicht zufällig gewählter Begriff, denn die Sharks sind ein verschworener Haufen, spielen seit Jahren ohne einschneidende personelle Veränderungen zusammen und haben sich langfristig ein starkes Gerüst an Schlüsselspielern aufgebaut. Aus Mannschaftskollegen wurden Brüder.

Musterbeispiel Kane

Das bewies Team Teal eindrucksvoll beim jüngsten Blockbuster-Trade der Franchise-Geschichte: Mit Evander Kane holte San Jose einen Elite-Flügelspieler von den Buffalo Sabres nach Nord-Kalifornien. An diesem Transfer hatten auch viele Spieler mitgewirkt: Center Joe Thornton wurde persönlich bei Sharks-GM Doug Wilson vorstellig, um einen Wechsel Kanes zu befürworten, war der erste Gratulant am Telefon und holte seinen Kumpel Kane sogar vom Flughafen ab. Auch Joe Pavelski, Logan Couture und Brent Burns machten Kane einen Wechsel nach San Jose schmackhaft, berichteten über die Stadt, den Trainer und die Organisation und rührten mit Nachrichten und Anrufen die Werbetrommel. "Ich konnte meine Koffer nicht schnell genug packen", erinnerte sich Kane.

Video: VGK@SJS, Sp3: Kane trifft gegen Fleury

Den Start an der neuen Wirkungsstätte hatte im der Teamspirit bei den Sharks erleichtert. "Es ist beeindruckend", berichtete Kane. "So eine Kameradschaft habe ich seit meiner Junioren-Zeit in Vancouver nicht erlebt." In der Kabine traf er auf viele bekannte Gesichter: Mit Goalie Martin Jones spielte er in der Jugend, die Verteidiger Burns und Marc-Edouard Vlasic kennt er genauso wie Coach Peter DeBoer aus der kanadischen Nationalmannschaft, zudem spielte er während des Lockouts 2012/13 mit Kapitän Joe Pavelski für Dinamo Minsk in der KHL.

"Es fühlt sich so an, als hätte ich mein ganzes Leben darauf gewartet, für einen Klub wie die Sharks spielen zu dürfen", schwärmte Kane und ließ Taten folgen: Seinen auslaufenden Vertrag verlängerte er gleich um sieben Jahre bis 2025. "Sharks for life", ein weiterer Begriff aus San Joses Marketing-Büro, nimmt Kane wörtlich: "Ich will bis zum Karriereende ein Shark bleiben", unterstrich der 27-jährige Flügelstürmer. "Das Besondere an diesem Team und dieser Organisation ist, dass sie dir erlauben, du selbst zu sein. Sie ermuntern dich dazu. Es ist eine sehr selbstlose Mannschaft, die es dir leichtmacht, dazuzugehören. Ich bin froh, solche Teamkollegen zu haben und freue mich darauf, in den nächsten sieben Jahren ein Teil der Sharks zu sein."

Kumpel-Reihe möglich

In der anstehenden Saison 2018/19 könnte San Jose nun eine schlagkräftige "Kumpel-Reihe" mit Kane, Thornton und Pavelski aufs Eis schicken. Center Thornton ist ein erfahrener, pass- und faceoff-starker Spielmacher. Rechtsaußen Pavelski ist ein harter Arbeiter mit Scoringtouch und exzellenten Abfälscher-Qualitäten und auf dem linken Flügel agiert Kane als wuchtiger Power Forward und eiskalter Scharfschütze. Drei Freunde, die eines der gefährlichsten Sturm-Corps der NHL bilden könnten.

 

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"Ich hoffe, dass ich die Chance bekomme, neben ihm zu spielen", sagte Thornton und schickt ein Sonderlob für Kane hinterher: "Er ist für uns alle ein großartiger Teamkollege und ich denke nicht, dass wir schon das Beste von ihm gesehen haben."

Auch hinter dieser potenziellen Top-Reihe müssen sich die Sharks nicht verstecken: Logan Couture und Tomas Hertl, die beide ihre Verträge bei den Fins verlängerten, sind ein eingespieltes Duo für die zweite Reihe. An ihre Seite könnten Joonas Donskoi, Kevin Labanc oder der Schweizer Timo Meier rücken.

Video: VGK@SJS, Sp3: Meier versenkt Tierneys Pass im PP

Timo Time

Hinter Letzterem liegt eine Sahne-Saison: In 82 Hauptrunden-Spielen schoss Meier 21 Tore und gab 15 Assists (36 Scorerpunkte). In den Playoffs ließ der 21-jährige Herisauer noch einmal fünf Punkte (zwei Tore, drei Assists) in zehn Partien folgen. Der 1,84 Meter große Power Forward geht auf dem Eis dahin, wo es wehtut und dem Gegner dabei unter die Haut. Der Linksschütze hat sich längst als Top-9-Stürmer bei den Sharks etabliert und wird in den Special Teams sowohl im Powerplay als auch in Unterzahl eingesetzt. Macht Meier die neue Spielzeit wieder zur "Timo Time", wie er auch von seinen Mitspielern genannt wird?

Der Schweizer schwärmt übrigens auch vom Teamgeist bei den Sharks und hatte beim Musterbeispiel Kane ebenfalls seine Finger im Spiel: Bei einem gemeinsamen Ausflug nach San Jose verliebte sich der Neuzugang in eine Eishockey-Stadt mit ihren verrückten Fans. Die "Bro-Time" könnte für die Fins 2018/19 von entscheidender Bedeutung sein.

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