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Ihren Saisonstart in die Spielzeit 2022/23 hatten sich die San Jose Sharks gänzlich anders vorgestellt. Nach dem Verpassen der Stanley Cup Playoffs im Frühsommer, als die Mannschaft mit einer Bilanz von 32-37-13 und 77 Punkten nur Rang sechs der Pacific Division belegte, sollte unter Trainer David Quinn im Oktober alles besser werden.

Doch trotz des Trainerwechsels und einiger personeller Veränderungen im Kader missriet der Auftakt in die neue Saison völlig. Fünf Niederlagen in Serie, darunter zwei im Rahmen der NHL Global Series 2022 in Prag, setzte es für San Jose, bis am Donnerstag, ausgerechnet im Madison Square Garden in Manhattan, der erste Saisonsieg gegen die gastgebenden New York Rangers gelang.
Am Ende stand ein glückliches 3:2 nach Verlängerung für die Quinn-Truppe zu Buche, bei dem Erik Karlsson, nach Vorarbeit des Schweizers Timo Meier, den entscheidenden Unterschied für die Nordkalifornier ausmachte, als er in der fälligen Extraschicht den ersten Sieg der Sharks sicherstellte. "Es fühlt sich einfach gut an", sagt Quinn. "Ich finde, dass unsere Jungs einen tollen Job gemacht haben. Wir waren eine zerbrechliche Gruppe, aber wir haben heute Abend eine gewisse mentale Stärke gezeigt. Wir haben Ausdauer und Entschlossenheit bewiesen. All diese Dinge brauchen wir, um weiter voranzukommen."

SJS@NYR: Karlsson vollendet Spielzug in Overtime

Kuriosum am Rande: Quinns erster Sieg als Sharks-Trainer spiegelt damit seinen ersten Erfolg als Rangers-Trainer wider. Dieser kam am 11. Oktober 2018 zustande, und zwar mit 3:2 nach Verlängerung gegen San Jose. Der Sieg gegen die Rangers war zugleich auch das erste Erfolgserlebnis als NHL-Generalmanager für Mike Grier, der am 5. Juli bei den Sharks in dieser Funktion eingestellt wurde.
Für Meier, der an diesem Abend sein 400. NHL-Spiel im Trikot der Sharks bestritt, war die Vorlage zum Siegtreffer der zweite Zähler in dieser Spielzeit. Auf ein Tor wartet der Stürmer bisher noch vergeblich, nachdem er in der Vorsaison mit 35 Treffern und 41 Vorlagen zu 76 Zählern in 77 Spielen glänzen konnte. Doch auch ihm dürfte das jüngste Erfolgserlebnis, wie der gesamten Mannschaft, viel frischen Mut für die kommenden Aufgaben gemacht haben.
Das Ziel von San Jose muss es jetzt sein, den Schub an neuem Selbstvertrauen zu nutzen, und die kommenden Auswärtsaufgaben am Samstag (1 p.m. ET; NHL.tv; 19 Uhr MESZ) bei den New Jersey Devils und Sonntag (7 p.m. ET; NHL.tv; Mo. 1 Uhr MESZ) bei den Philadelphia Flyers zu weiteren Erfolgserlebnissen zu nutzen.
Die Erleichterung im Lager der Gäste war riesig, als Karlsson nach gespielten 49 Sekunden in der Verlängerung das Erfolgserlebnis für San Jose am Broadway sicherstellte und seinem
Coach Quinn dadurch die perfekte Rückkehr gegen sein ehemaliges Team bescherte. Der neue Verantwortliche hinter der Bande der Sharks trainierte die Rangers drei Spielzeiten lang von 2018-21, bevor er am 26. Juli als Trainer von San Jose eingestellt wurde.
"Ich kann nicht in die Apotheke gehen und Zuversichtspillen kaufen", zeigte sich Quinn nach dem Erfolg erleichtert. "Du bekommst Selbstvertrauen, indem du richtig spielst und das Richtige tust und deinen Teamkollegen dabei zusiehst, wie sie es tun. Irgendwann muss man sagen, genug ist genug, und ich denke, das haben die Jungs heute nach dem zweiten Drittel getan. Sie sind es einfach leid, zu verlieren, und ich denke, sie haben verstanden, was nötig ist, damit wir Spiele gewinnen."
Karlsson schoss den siegbringenden Treffer vom rechten Bullykreis aus. Er war in dieser Szene durch einen Pass von Meier, der hinter der Torlinie stand, perfekt in Szene gesetzt worden. "Ich komme in eine Situation, in der ich denke, dass sie eine Strafe aussprechen werden, und als ich merke, dass das nicht der Fall ist, ist entweder das passiert, was passiert ist, oder die Gegner werden auf der anderen Seite eine Überzahlsituation haben", erklärte Karlsson die entscheidende Situation. "Ich habe mein Gleichgewicht gut gefunden und hatte das Gefühl, den Puck unter Kontrolle zu haben, auch wenn es vielleicht nicht so aussah. Timo hat einen tollen Job gemacht, geduldig zu bleiben, und er hat mich für ein einfaches Tor gefunden."

SJS 3, NYR 2 - F/OT

Die Sharks erwischten einen guten Start in die Begegnung, gingen durch Logan Couture (7.) im Powerplay in Führung. In der Folgezeit drehten die New Yorker das Spiel, trafen ihrerseits durch Filip Chytil (22.) und Artemi Panarin (30.), bevor Radim Simek mit seinem ersten Saisontreffer (34.) den Spielstand wieder egalisieren konnte.
Im Schlussabschnitt fielen keine weiteren Tore, so dass die Verlängerung über den Sieger in diesem Duell entscheiden musste. Das lag auch an der schwachen Offensivleistung der Hausherren, die im finalen Abschnitt der Begegnung ganze zwei Torschüsse abgaben und 13:50 Minuten lang gar nicht auf den Kasten der Kalifornier schossen. Der Freude über den Erfolg tat dies im Lager der Sharks aber keinen Abbruch. Hier erfreute man sich lieber an den eigenen Leistungen.
"Ich hatte das Gefühl, dass wir heute auf Sieg gespielt haben, und das ist die Art und Weise, wie wir versuchen müssen, zu spielen", zeigte sich Karlsson zufrieden. "Wir werden nicht jedes Spiel gewinnen, aber wir dürfen keine Angst davor haben, Fehler zu machen oder uns auf die Fersen zu heften und irgendwie zu beten, dass unsere Torhüter uns aus der Patsche helfen und wir irgendwie ein leichtes Spiel haben. Ich denke, das war ein guter Schritt für uns, und jetzt kommt es darauf an, ihn konsequent zu machen."