2026 NHL Draft - Portraits

Mit der Auswahl von Jaxon Cover an Position 32 sorgten die Ottawa Senators am ersten Abend des NHL Draft 2026 für eine der emotionalsten und außergewöhnlichsten Geschichten. Der 18-jährige Stürmer der London Knights ist alles andere als ein typischer Erstrunden-Pick: Aufgewachsen auf den Cayman Islands, spielte Cover fast seine gesamte Kindheit ausschließlich Inlinehockey. Erst 2023, im Alter von 13 Jahren, wagte er den Wechsel aufs Eis – und schaffte nur wenige Jahre später den Sprung in die erste Runde des NHL Drafts.

Als Cover am Abend seinen Namen hörte, konnte er seine Gefühle nicht mehr zurückhalten. „Ich hatte mir gesagt, dass ich nicht weinen würde. Aber dann habe ich meine Mutter gesehen und die Emotionen kamen hoch. Ein paar Tränen sind geflossen. Diesen Moment mit meiner Familie und meinen Freunden zu erleben, bedeutet mir die Welt“, erzählte der Angreifer anschließend.

Ottawa Senators entscheiden sich für Jaxon Cover

Noch bemerkenswerter ist, wie rasant sich seine Entwicklung vollzogen hat. Auf den Cayman Islands existierte lediglich eine Anlage für Rollhockey, ehe Cover nach Kanada zog und sich in das Eishockey verliebte. Mittlerweile gehört er zu den größten Talenten seines Jahrgangs. Nachdem ihn die London Knights 2024 in der vierten Runde des OHL-Drafts ausgewählt hatten, gelangen ihm in der vergangenen Saison 20 Tore und 52 Punkte in 67 Spielen – teaminterne Bestwerte bei den Treffern und Rang zwei in der Scorerwertung.

Dabei hatte Cover nach eigenen Angaben überhaupt nicht mit einer Auswahl in der ersten Runde gerechnet. „Wenn mein Name heute Abend nicht aufgerufen worden wäre, wäre das auch völlig in Ordnung gewesen. Hätte mir zu Beginn der Saison jemand gesagt, dass ich überhaupt in dieser Situation sein würde, ich hätte es nicht geglaubt“, sagte er.

Seine ungewöhnliche Laufbahn sieht Cover inzwischen auch als Botschaft an andere junge Sportler. „Wenn man etwas wirklich liebt, muss man es nicht schon sein ganzes Leben gespielt haben“, erklärte er. „Ich möchte Kindern aus ungewöhnlichen Regionen zeigen, dass sie trotzdem den Sport ausüben können, den sie lieben.“

Für Ottawa bringt der Rechtsschütze viel Offensivpotenzial mit, will sich aber bewusst zu einem kompletten Zwei-Wege-Stürmer entwickeln. Gerade in der vergangenen Saison habe er gelernt, sein Spiel nicht nur über die Offensive zu definieren. Es sei schwierig gewesen, sich von dieser Denkweise zu lösen, „aber notwendig, um das Vertrauen der Trainer zu gewinnen und in jeder Situation eingesetzt zu werden“.

Auch seine weitere Entwicklung stellt Cover klar in den Dienst der Mannschaft. Zwar habe er hohe Erwartungen an sich selbst, doch der Teamerfolg stehe an erster Stelle. „Wenn das Team erfolgreich ist, kommen die persönlichen Erfolge von allein.“

Ottawas General Manager Steve Staios und sein Scouting-Team sind überzeugt, dass sich das außergewöhnliche Risiko auszahlen kann. Cover bringe Kreativität, Tempo und Spielwitz mit und werde bei den renommierten London Knights weiterhin hervorragend ausgebildet. Für den Stürmer selbst schließt sich damit ein Kreis: Nach seiner Zeit in Kanada freut er sich nun darauf, seine Karriere in einem leidenschaftlichen kanadischen Eishockeymarkt fortzusetzen – und seine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte in der NHL weiterzuschreiben.

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